Gewinn schrumpft im zweiten Quartal: Deutsche Bank enttäuscht auf dem Weg in die Zukunft

Gewinn schrumpft im zweiten Quartal: Deutsche Bank enttäuscht auf dem Weg in die Zukunft

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Die Doppelspitze der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (links) und sein Kollege Anshu Jain.

von Saskia Littmann

Die Deutsche Bank halbiert den Gewinn, zu schwer lasten Rechtsstreitigkeiten auf dem Institut. Zwar sind einige Lichtblicke am Horizont erkennbar, die Aktie wird wohl trotzdem nicht Anlegers Liebling.

Mal wieder haben Analysten mit ihren Prognosen kräftig daneben gelegen. Denn sie rechneten bei der Deutschen Bank mit einem deutlichen Gewinnplus von rund 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Tatsächlich kann von Gewinnsteigerungen allerdings keine Rede sein, denn über dem Ergebnis von Deutschlands größtem Geldinstitut hängen weiterhin dunkle Wolken. Der Gewinn nach Steuern hat sich gegenüber dem Vorjahr halbiert, er ist von 656 Millionen Euro im zweiten Quartal 2012 auf magere 334 Millionen Euro eingebrochen.

Grund sind mal wieder Rückstellungen für Rechtstreitigkeiten, erneut mussten im zweiten Quartal 630 Millionen Euro zurückgelegt werden. Diese Vorsorgemaßnahme war dem Radar der Analysten entgangen, sie glaubten an ein Ende der Talfahrt für das Geldinstitut. Waren die Analysten zu gutgläubig, weil sie der Meinung waren, dass die bisherigen Prozess-Rückstellungen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro doch ausreichen sollten? Oder gibt es neben dem Streit mit der Familie Kirch, dem Libor-Prozess oder den Klagen wegen strittiger Hypothekengeschäfte in den USA noch weitere Risiken, von denen die Öffentlichkeit womöglich noch gar nichts weiß?

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Fass ohne Boden

Die Antwort auf Letzteres kennen vermutlich nur die beiden Co-Chefs, Jürgen Fitschen und Anshu Jain, selber. Denn konkrete Angaben darüber, wie hoch die Risiken für Rechtsstreitigkeiten insgesamt ausfallen, blieb die Bank einmal mehr schuldig. Finanzvorstand Stefan Krause konnte die Altlasten nicht beziffern. Libor, Kirch-Streit und unzählige weitere Auseinandersetzungen sind ein Fass ohne Boden - solange das nicht gestopft ist, wird die Deutsche Bank den Weg zurück auf die Erfolgsspur nicht einschlagen können. Das wissen auch Jain und Fitschen. Deshalb wollen sie möglichst viele Streitigkeiten loswerden - und zwar außerhalb der Gerichtssäle. "Wir rechnen in den nächsten Quartalen mit einer Zunahme von Vergleichen", sagte Jain.

Deutsche Bank Schritt nach vorn für Fitschen und Jain

Die Deutsche Bank überrascht – ausnahmsweise mal positiv. Mit ihrer Kapitalerhöhung hat sie ihre bislang größte Schwäche ausgeglichen.

Fitschen, Jain Quelle: REUTERS

Auffällig ist vor allem das schlechte Abschneiden der Deutschen Bank im Vergleich zu anderen internationalen Investmentbanken, wie der Schweizer Credit Suisse oder den US-Banken Goldman Sachs oder Morgan Stanley. Denn im Vergleich zum deutschen Branchenprimus scheffeln die schon wieder reichlich Gewinne, angekurbelt durch den ertragreichen, aber umstrittenen Investmentbereich. JP Morgan Chase beispielsweise steigerte den Gewinn im abgelaufenen Quartal um satte 31 Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar. Im US-Aktienindex S&P 500 entwickelt sich die Finanzbranche zurück zur großen Stütze.

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