Gold und Silber: Bankenzombies und Negativzins lassen Edelmetalle glänzen

GastbeitragGold und Silber: Bankenzombies und Negativzins lassen Edelmetalle glänzen

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Angesichts der Verzweiflungsmaßnahmen der Notenbanken und der damit einhergehenden Vertrauenskrise der Banken wird Gold für Anleger wieder attraktiver

Während das Notenbank-Panikorchester zum Finale furioso bläst, wechselt eine Vermögenklasse in den Hausse-Modus: Gold! Minenaktien haben das Potenzial, sich zu vervielfachen.

Der besonders seit der Finanzkrise verbreitete Glaube, dass die Notenbanken quasi omnipotent seien und sich sämtliche Finanzprobleme via Gelddrucken oder Negativzinsen in den Griff bekommen ließen, erhielt im Februar mehr als einen deutlichen Dämpfer. So verfehlte Ende Januar die Erklärung des japanischen Notenbank-Chefs Haruhiko Kuroda, nun ebenfalls in das bis dato allein europäische Negativzinsexperiment einzusteigen, die erhoffte Wirkung komplett. Statt der noch vor Monaten bei jeder Ankündigung einer Intensivierung der geldpolitischen "Lockerungsübung" reflexartigen fulminanten Aktienkursgewinne brachte der Februar rund zehn Prozent Verlust für die Nikkei 225-Investoren. Währenddessen erlebte der Yen – statt erwartungsgemäß abzutauchen – zum Entsetzen der japanischen Währungskrieger einen absurden Aufwertungscrash. Was für ein Fiasko!

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Zu den Autoren

  • Martin Mack

    Martin Mack, ist geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Vermögensverwaltung Mack & Weise, die in zwei vermögensverwaltenden Aktienfonds über 300 Millionen Euro Kundengelder verwaltet.

  • Herwig Weise

    Herwig Weise ist geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Vermögensverwaltung Mack & Weise.

Vor allem der dramatische Verfall der japanischen Bankaktien seit Jahresanfang und deren nochmaliger Einbruch nach der Negativzinsankündigung der Bank of Japan zeigen deutlich, dass das Ansinnen der Zentralbankbürokraten, die Banken ohne jegliche Rücksicht auf die schon heute heillos überschuldete Realwirtschaft via Strafzinsen zu ihrem Kreditvergabe-(Un)Glück zu zwingen, zu einem planwirtschaftlichen Rohrkrepierer geworden ist.

Ähnliche Dramen spielen sich seit Jahresanfang aber auch im europäischen Bankensektor ab, wo der Branchenindex Stoxx 600 Banks in der Spitze um fast 30 Prozent einbrach und sich damit nahezu auf tiefsten Lehman-Bankenkrisen-Niveau wiederfand. Nach dem zwischenzeitlichen Kursabsturz des Branchenprimus Deutsche Bank um über 40 Prozent sah sich das Geldhaus gar genötigt, – ein Novum – dieser veritablen Vertrauenskrise per öffentlicher ad-hoc-Solvenz-Versicherung (!) entgegenzutreten. Wenn dann selbst Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble betonen musste, in Bezug auf die Solvenz der Deutschen Bank „keine Sorge“ zu haben, ist es wohl tatsächlich angesagt ... sich die allergrößten Sorgen um die "too big to bail"-Bank zu machen.

Woher die plötzliche Panik?

Denn woher kommt plötzlich diese Panik an den Märkten, wenn doch die existenziellen Probleme, wie etwa die Verdopplung der faulen Kredite seit 2008 auf inzwischen rund eine Billion Euro oder ein nicht mit dem verordneten Negativzinsumfeld dauerhaft kompatibles Geschäftsmodell des völlig überdimensionierten und chronisch unterkapitalisierten europäischen Bankensektors alles andere als neu sind?

EZB-Strafzins Jetzt schnappt die Negativzins-Falle zu

Die EZB steckt in der Klemme: Handelt sie nach ihrem Mandat, oder im Sinne der Banken? Warum die nächste Zinsentscheidung der EZB so brisant ist und warum erste Sparkassen offenbar anfangen, Bargeld zu horten.

Notenbank-Präsident Mario Draghi  Quelle: dpa Picture-Alliance

Könnte es sein, dass das bisher blinde Vertrauen der Märkte in die Allmacht der inzwischen "all in" gegangenen Notenbanken (Niedrigzins à Gelddrucken+Nullzins à Gelddrucken+Negativzins) angesichts der nicht eintreten wollenden Erfolge nun immer stärker ins Gegenteil umschlägt, und man beginnt, die Auswirkungen einer sich am Horizont abzeichnenden weltwirtschaftlichen Rezession und einer dann zwangsläufig folgenden neuerlichen Finanzkrise einzupreisen? Oder wie wäre es sonst erklärbar, das selbst der Preis für Kreditausfallversicherungen des (noch) über jeden Zweifel erhabenen Schuldners Deutschland parallel mit denen der Deutschen Bank nach oben schnellten?

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Während das Notenbank-Panikorchester als auch der laufende Vertrauensverlust das Finale furioso des in den vergangenen Jahren initiierten beispiellosen Geldexperiments immer wahrscheinlicher werden lässt, fing eine für tot und nutzlos erklärte Asset-Klasse wieder an zu glänzen: die Edelmetalle Gold und Silber.

So konnte sich die seit Jahresbeginn abzeichnende Trendwende der beiden Edelmetalle im Februar weiter bestätigen, begleitet von Kursprüngen im deutlich zweistelligen Prozentbereich des Edelmetallminensektors. Angesichts aber des zuvor vom Hoch 2011 gesehenen 85-prozentigen Abstiegs sind diese Kursbewegungen zu relativieren, zumal die Aktienkurse der Minenbetreiber trotz der Erholung noch immer in der Nähe ihre Baisse-Tiefs notieren. Bei allen zu erwartenden kurzfristigen Volatilitäten könnten wir bei den Edelmetallen nach deren langjähriger Baisse nun vor einer langen Haussephase stehen, in der die Minenaktien dann das Potenzial haben, sich zu vervielfachen.

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