Goldpreis: Warum die Rally bald enden könnte

Goldpreis: Warum die Rally bald enden könnte

, aktualisiert 10. August 2016, 18:58 Uhr
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Der Zustand der US-Wirtschaft hat starken Einfluss auf den Preis.

Quelle:Handelsblatt Online

Seit Anfang des Jahres hat der Goldpreis um 27 Prozent zugelegt. Doch das geht wohl nicht ewig so weiter, glauben die Vermögensmanager von Pictet Wealth Management. Sie blicken vor allem auf die US-Zinspolitik.

Für Goldanleger war es bisher ein super Jahr. Aber vielleicht war's das auch schon. Würde die US-Notenbank, wie angedeutet, bis Ende 2017 die Zinsen drei Mal erhöhen, könnte das den Goldpreis deutlich bremsen, warnt die angesehene Vermögensverwaltung Pictet Wealth Management, die für 460 Milliarden Dollar verantwortlich ist. Der Devisen- und Rohstoffstratege des Investmenthauses, Luc Luyet, ist überzeugt, dass mit dem derzeitigen Preis von 1.350 Dollar je Unze schon der Höhepunkt erreicht ist. Luyet glaubt sogar, dass sich der Goldpreis bei 1250 bis 1300 Dollar je Unze einpendelt, also dass der Goldpreis wieder leicht sinken könnte.

"Wir haben schon einen ziemlich hohen Stand bei Gold erreicht", sagte der in Genf stationierte Luyet der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Die US-Wirtschaft erweist sich als robust, wir können für 2017 mit einem Wachstum um zwei Prozent rechnen. Deshalb dürfte die US-Notenbank ihre straffere Geldpolitik fortsetzen." Die US-Notenbank hat bereits im Dezember die Zinsen einmal um 25 Basispunkte erhöht.

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Der Preis für eine Feingoldmünze ist seit Jahresanfang um 27 Prozent gestiegen. Gold gilt als Sicherheit im Depot. Es wirft allerdings keine Zinsen ab. Sobald die Zinsen steigen, wechseln Anleger vermehrt auch wieder in renditeträchtigere Produkte. Der bisherige Preisanstieg der Edelmetalls war deshalb auch dem niedrigen Zinsniveau geschuldet. In Japan und teilweise auch in Europa sind die Zinsen inzwischen negativ. Auch der Brexit, der britische Austritt aus der EU, hat Anleger ins Gold getrieben. Auch bei der Handelsplattform CMC Markets rechnet man mit einem sinkenden Goldpreis, nachdem die USA wieder wirtschaftliche Stärke zeigen und die Sorgen um den Zustand Europas wieder in den Hintergrund gerückt sind.

Luyet hat Gold auf "neutral" gesetzt, er rechnet also weder mit einem stark steigenden noch mit einem stark sinkenden Preis. "Wir rechnen damit, dass sich die US-Wirtschaft im dritten Quartal weiter erholen wird, das wird auch die Realzinsen steigen lassen und deshalb den Goldpreis negativ beeinflussen", betonte der gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Der Spotpreis für Gold in London stand am Mittwoch nachmittag bei 1,346 Dollar. Damit ist er gegenüber der Marke von 1,375 Dollar, die er im Juli erreicht hatte, schon wieder leicht zurückgegangen. Dieser Stand war der höchste seit März 2014 gewesen.

Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass die US-Zinsen bald steigen, lesen Experten an den Terminkontrakten für den US-Interbankenzins ab (Fed Funds Futures). Danach ist die Wahrscheinlichkeit auf eine Leitzinserhöhung der US-Notenbank im Dezember von 12 Prozent im Juli auf derzeit 45 Prozent gestiegen. Nach den guten Arbeitsmarktzahlen vom 5. August stimmten auch andere in den Chor derjenigen ein, die mit einer baldigen Leitzinserhöhung rechnen: Der Chefökonom der Allianz, Mohamed El-Erian, sagt, die meisten Marktteilnehmer unterschätzten, wie schnell das gehen kann. Es könnte schon im kommenden Monat geschehen. Bei Goldman Sachs geht man mit einer Wahrscheinlichkeitsrate von 75 Prozent davon aus, dass die US-Notenbank bis Jahresende noch einen Zinsschritt unternimmt.

Aber einige Experten setzen weiterhin auf Gold. Die DBS-Bank mit Hauptsitz in Singapur, größte Bank in Südostasien, bleibt dabei, dass sich Gold in einer starken Rally befindet und erwartet, dass der Preis über 1.500 Dollar je Unze steigt. Sie weisen auf die Unsicherheiten der US-Präsidentenwahlen hin. Außerdem erfreuen sich goldbasierte Zertifikate derzeit höchster Beliebtheit.

Investmentstratege Luyet von Pictet zeigt sich davon wenig beeindruckt. "Sehr viele Leute setzen inzwischen auf Gold", sagt er, "aber ich bleibe dabei: Die US-Wirtschaft ist stark und die US-Notenbank Fed wird ihre Zinsen erhöhen. " Das werde auch dem Goldpreis zusetzen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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