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Griechenland: Zustimmung zum Sparpaket stärkt Euro

Quelle: Handelsblatt Online

Die Zustimmung des griechischen Parlaments zu den geplanten Sparmaßnahmen hat den Euro gestärkt: Der Kurs kletterte um fast einen US-Cent. Griechische Staatsanleihen gelten aber weiterhin als Zockerpapiere.

Der Handel mit griechischen Staatspapieren gilt immer noch ein Stück weit als Spiel mit dem Feuer. Quelle: dpa
Der Handel mit griechischen Staatspapieren gilt immer noch ein Stück weit als Spiel mit dem Feuer. Quelle: dpa

FrankfurtDie Annahme des Sparpakets durch das griechische Parlament hat am Montag den Euro und die Kurse von Anleihen hoch verschuldeter Euro-Länder angeschoben. Die Gemeinschaftswährung kletterte um fast einen US-Cent auf 1,3270 Dollar. Die Kurse der Staatsanleihen Italiens und Spaniens zogen spürbar an, so dass die Renditen deutlich nachgaben. Der als sicherer Hafen geltende Bund-Future - ein Barometer für die Risikoangst der Anleger - verlor rund 40 Ticks auf 137,83 Punkte. Auch an den Aktienbörsen zogen die Kurse an. In Euphorie mochte allerdings niemand ausbrechen.

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„Die Probleme sind noch längst nicht gelöst“, warnte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Schließlich müsse man im Hinterkopf behalten, dass in Griechenland bald Wahlen anstünden, fügte er mit Blick auf die schweren Unruhen in der griechischen Hauptstadt am Sonntag hinzu. Das Parlament hatte am Abend ein Sparpaket im Volumen von 3,3 Milliarden Euro angenommen, um den Weg für internationale Hilfen über 130 Milliarden Euro frei zu machen.

„Eigentlich hat das Parlament heute Nacht nur beschlossen, nicht schon zum jetzigen Zeitpunkt auf weitere Hilfen zu verzichten“, fasste die Commerzbank die Stimmung zusammen. Für den Euro sei nur ein kurzfristiges Risiko vom Tisch. Wer auf die explosive Lage in Griechenland schaue, dürfte nicht überrascht sein, wenn im April Reformgegner das Ruder übernehmen würden, erklärte Karpowitz. „Und dann geht letztlich Alles von vorn los, da jede Tranche des Hilfspakets erneut freigegeben werden muss.“

Die griechischen Staatsanleihen, die inzwischen als Zockerpapiere gelten, reagierten sehr unterschiedlich auf die Entwicklung: Während die zehjährigen Papiere um bis zu 75 Ticks auf nur noch 19,97 Punkte abstürzten, zogen die zweijährigen Anleihen um bis zu 82 Ticks auf 22,20 Punkte an. Die Papiere werden allerdings kaum gehandelt. Schon kleinere Orders können somit größere Kursbewegungen auslösen. Vor allem Privatanleger hatten zuletzt griechische Papiere gekauft. Zudem sitzen vermutlich viele Hedgefonds auf griechischen Papieren. Wie die sich im Falle eines „freiwilligen“ Schuldenschnitts privater Gläubiger - darüber wird weiter verhandelt - verhalten werden, ist völlig offen.

Zu Beginn der neuen Woche begaben Italien und Deutschland kurzlaufende Geldmarktpapiere, die genügend Abnehmer fanden. Zwar war die Nachfrage nach einigen italienischen Papieren weniger hoch, doch rutschten die Renditen zugleich auf das niedrigste Niveau seit Juni 2011, was die Titel weniger attraktiv machte. Die zehnjährigen italienischen Staatsanleihen stiegen um bis zu 77 Ticks auf 96,62 Punkte, so dass die Rendite bis auf 5,515 Prozent von 5,621 am Freitag nachgab. Vergleichbare Bundesanleihen waren dagegen weniger gefragt, die Renditen kletterten entsprechend auf 1,97 von 1,95 Prozent.

Börsianer verwiesen darauf, dass in dieser Woche noch eine ganze Reihe von Euro-Ländern neue Anleihen begeben wollen. So wird Italien am Dienstag Papiere mit Laufzeiten bis 2014, 2015 und 2017 begeben. Am Mittwoch kommt Portugal mit Geldmarktpapieren über drei, sechs und zwölf Monaten. Spanien wird am Dienstag ebenfalls kurzlaufende Geldmarkttitel und am Donnerstag Papiere mit Laufzeiten bis 2015 und 2019 anbieten. Am Donnerstag will zudem Frankreich bei den Anlegern bis zu rund zehn Milliarden Euro einzusammeln.

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