Halloren: Hoppla, der Gewinn ist futsch

Halloren: Hoppla, der Gewinn ist futsch

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Halloren-Chef Klaus Lellé

von Mario Brück

Der Chef des Schokoherstellers Halloren versprach wenige Wochen vor Ende des Geschäftsjahres sichere Gewinne. Vier Monate später haben sie sich jedoch in Luft aufgelöst. Jetzt droht auf der Hauptversammlung Gegenwind.

Ende November, also nur wenige Wochen vor Ende des Geschäftsjahres 2014, führte Halloren-Chef Klaus Lellé ein Interview mit der Magdeburger Volksstimme, das Anfang Dezember veröffentlicht wurde. Darin ging es um einen neuen Großaktionär und wie er dem Unternehmen in den USA und Asien neue Absatzmärkte öffnen soll, Wachstumsperspektiven für das Traditionsunternehmen aus Halle an der Saale, Herausforderungen im Markt, Rohstoffpreise und natürlich um den Gewinn. Dabei behauptet der Halloren-Chef in seinem Schlusssatz: „Wir werden mit Sicherheit unser Ergebnis vom letzten Jahr erreichen. Also einen Gewinn von etwa zwei Millionen Euro.“

Tatsächlich hatte Halloren im Jahr zuvor, also 2013, ein Nettoergebnis in Höhe von zwei Millionen Euro eingefahren. Und diesen Jahresüberschuss sollte es also mit Sicherheit im Jahr 2014 wieder geben. So weit, so gut.

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Eine Mitarbeiterin der Halloren Schokoladenfabrik Quelle: dpa

Doch dann herrscht Funkstille. Monatelang. Die Bombe platzt erst vier Monate später, bei der Vorlage des Geschäftsberichts Mitte April: Vom Gewinn ist plötzlich nichts mehr übrig, fast nichts mehr. Um 91 Prozent war der Überschuss geschmolzen auf magere 200.000 Euro. Die Begründung für den Gewinnschwund lässt aufhorchen. Lellé: „Neben den extrem gestiegenen Preisen für Haselnüsse und Mandeln, aber auch Kakaoprodukten, hat vor allem das nicht zufriedenstellende Ergebnis unseres belgischen Tochterunternehmens Bouchard Deskalides das Konzernergebnis in diesem Jahr stark belastet.“ Und weiter: Dort habe man im Herbst einen Großkunden und damit massiv an Umsatz und Ertrage verloren.

Im Herbst also! Hätte Lellé von diesem Debakel nicht schon Ende November oder aber spätestens Anfang Dezember Kenntnis haben müssen und daher deutlich vorsichtiger formulieren müssen?

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„Aus meiner Sicht verstößt eine so späte Veröffentlichung eines derart dramatischen Gewinneinbruchs gegen die AGBs der Deutschen Börse, die auch für die kaum reglementierten Unternehmen aus dem Entry-Standard gelten“, sagt der Aktienrechtler Oliver Maaß von der Kanzlei Heisse Kursawe Eversheds in München. „Bei der Hauptversammlung könnte das eine Steilvorlage für Verweigerung der Entlastung sein.“

In der Tat sehen die AGBs der Deutschen Börse für Aktien im Entry Standard vor: „Der Emittent muss wesentliche Informationen, die ihn oder die Wertpapiere unmittelbar betreffen, unverzüglich auf seiner Internetseite sowie über ein elektronisch betriebenes Informationsverbreitungssystem veröffentlichen und den Inhalt der Veröffentlichung an die DBAG übermitteln. Eine Information betrifft den Emittenten unmittelbar, wenn sie sich auf Umstände bezieht, die in seinem Tätigkeitsbereich eingetreten sind.“

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