Software macht aus Donald-Trump-Tweets Anlagetipps

Handelsprogramm: Software macht aus Trump-Tweets Anlagetipps

von Andreas Toller

Schon mancher Tweet des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat Aktien auf Talfahrt geschickt. Jetzt macht eine Bot-Software aus den Kurznachrichten über börsennotierte Unternehmen automatisch Börsengewinne – meistens.

Die Twitter-Tweets des US-Präsidenten Donald Trump sorgen an der Börse überall für Kopfschmerzen, angefangen beim mexikanischen Devisenhändler bis hin zu den Investor-Relations-Abteilungen großer börsennotierter Konzerne. Hält er das neue Präsidentenflugzeug Airforce One für völlig überteuert, schickt der Tweet dazu die Boeing-Aktie in den Keller. Zwitschert Trump Kritik am Kampfjet F-35, leiden Lockheed-Martin-Aktionäre. Auch die Aktien der Autohersteller Toyota, General Motors und Ford sackten ab, weil Trump ihre Fabriken in Mexiko mit harschen Strafzöllen von der Landkarte fegen möchte. Pharmawerte rund um den Globus geraten unter Druck, weil der das Krankenversicherungssystem Obama-Care am liebsten ganz abschaffen würde, Zementhersteller wie die deutsche Heidelberg Cement erleben eine Höhenflug dank des geplanten Mauerbaus an der Grenze zu Mexiko.

Keine Frage, Trump bewegt Börsenkurse. Das dachte sich auch die US-Technologie- und Marketingfirma T3 und kam auf die Idee, eine Software zu entwickeln, die aus den börsenrelevanten Trump-Tweets Profit schlagen soll. Die Bot-Software filtert aus den Kurznachrichten des Präsidenten Unternehmensnamen und analysiert den Kontext. Steht das Unternehmen in einem negativen Licht, wettet das Programm automatisch auf fallende Kurse des Unternehmens – und zwar innerhalb von Sekunden. Das geschieht durch Leerverkäufe von Aktien, die erst später zu niedrigeren Kursen gekauft werden. Ist der Tweet positiv, kauft die Software die Aktien und setzt so auf steigende Kurse. Gleichzeitig mit dem Handel werden die T3-Anleger durch eine Alarmmeldung informiert.

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Roundtable der Starinvestoren: Jeff Gundlach, Scott Black, Felix Zulauf, Mario Gabelli, Meryl Witmer, Brian Rogers, Oscar Schafer, Abby J. Cohen und Bill Priest (v. links) Quelle: Brad Trent

Nachdem die Idee dazu geboren war, benötigten die T3-Experten für die Software „Trump&Dump“ nur fünf Tage. Laut T3-Chef Ben Gaddis bot bereits drei Tage später der Trump-Tweet vom 5. Januar 2017, in dem Trump den Bau einer neuen Autofabrik in Mexiko durch Toyota kritisierte, der Software eine gute Anlagechance. Nach dem Tweet fielen Toyota-Aktien um 3,1 Prozent. Medien gegenüber berichtete T3 von zwei großen Gewinnen und einem kleinen Verlust bislang.

Wie hoch die erzielten Gewinne durch „Trump&Dump“ („Trump und Abstoßen“) sind, will Gaddis nicht offenlegen. Aber er will sie komplett an einen amerikanischen Tierschutzverein zur Verhinderung von Grausamkeit gegen Tiere spenden. Die erste Spende soll bereits geflossen sein.

Mit Material von Bloomberg

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