Hochfrequenzhandel: Bevorzugung zahlender Börsenhändler wird ausgesetzt

Hochfrequenzhandel: Bevorzugung zahlender Börsenhändler wird ausgesetzt

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Ein Händler rennt durch die Frankfurter Börse. Zeitvorsprung bei Infos gegen Bezahlung sollen der Vergangenheit angehören.

Zeitvorsprung für zahlende Kunden, das war einmal. Thomson Reuters will künftig von der umstrittenen Praktik, zahlenden Kunden Information zwei Sekunden früher zukommen zu lassen, Abstand nehmen.

Der Nachrichten- und Informationsanbieter Thomson Reuters will eine weithin beachtete Umfrage zur US-Verbraucherstimmung zunächst nicht mehr mit einem Zeitvorsprung an extra zahlende Kunden schicken. Das Unternehmen kündigte am Montag eine Aussetzung der umstrittenen Praxis an, bei der Kunden gegen Gebühr zwei Sekunden vor den übrigen Reuters-Kunden informiert werden. Thomson Reuters erstellt die Umfrage gemeinsam mit der Universität Michigan.

Der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneiderman untersucht derzeit das Vorgehen und hatte eine Aussetzung gefordert. Er erklärte, die frühzeitige Bekanntgabe von marktbewegenden Umfragen unterlaufe das Fair Play an den Märkten. Die Untersuchung werde gleichwohl fortgesetzt.

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Hochfrequenzhandel Zeitvorsprung für zahlende Börsenhändler

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Früher sehen, was anderen noch verborgen bleibt: Gegen Bezahlung sollen unter anderem Hochfrequenzhändler Sekunden vor allen anderen Handelsteilnehmern kursrelevante Konjunkturdaten erhalten - und damit ein gutes Geschäft machen Quelle: AP


Thomson-Reuters-Sprecher Lemuel Brewster sagte, Daten zunächst an Entgelt zahlende Kunden zu geben, sei eine weithin akzeptierte Praxis. Thomson Reuters gehe fest davon aus, dass Nachrichten- und Informationskonzerne Daten und exklusive Nachrichten, die nicht von der Regierung stammten, legal an extra zahlende Kunden weitergeben dürften. Es sei schließlich bekannt, dass solche Unternehmen im Wettbewerb um exklusive Nachrichten stünden, um ihren Kunden zu helfen, bei Handels- und Investitionsentscheidungen besser informiert zu sein.

Nach Angaben eines mit der Sache vertrauten Insiders ist Schneiderman vor allem besorgt, dass wenige, ausgewählte Kunden die Daten aus dem Index, der zweimal pro Monat erhoben wird, gegen Zahlung von 6000 Dollar zwei Sekunden vor den anderen Reuters-Kunden erhalten. Diese anderen Kunden wiederum erhalten die Daten fünf Minuten vor der breiten Öffentlichkeit. Auch dieses Vorgehen untersuche der Staatsanwalt, sagte der Insider.

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Ob der Staatsanwalt sich auch andere Unternehmen der Branche wegen ähnlicher Praktiken anschaut, wollte der Insider nicht sagen. Eine abgestufte Weitergabe ist auch bei anderen Medienkonzernen oder Banken üblich, die Ergebnisse eigener Umfragen veröffentlichen.

Die Untersuchung Schneidermans war durch Medienberichte über frühzeitige Veröffentlichungen und die Klage eines ehemaligen Mitarbeiters von Thomson Reuters ins Rollen gekommen. Der Mitarbeiter hatte erklärt, ihm sei gekündigt worden, nachdem er sich mit einem Hinweis über mutmaßlich rechtswidrige Veröffentlichungspraktiken von Thomson Reuters an die Bundespolizei FBI gewandt und dies auch dem Unternehmen mitgeteilt hatte.

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