Hochzinsanleihen: Die Milliarden-Party geht zu Ende

Hochzinsanleihen: Die Milliarden-Party geht zu Ende

, aktualisiert 10. August 2014, 14:33 Uhr
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Eine Champagner-Flasche in einem Nachtclub. Der Rally bei Junkbonds geht die Puste aus – die Party neigt sich dem Ende.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Börse ist eine wundervolle Party – verlasse sie nicht als Letzter, lautet eine Börsenweisheit. Investoren im Markt für Hochzinsanleihen ziehen sich bereits von der Fete zurück. Der Wendepunkt naht.

Es mehren sich die Warnsignale, dass die Verkaufswelle bei Hochzinsanleihen aus den USA über den Atlantik nach Europa schwappt. Investoren in London und Edinburgh sagen, dass sie entweder Derivate kaufen, um sich gegen Verluste bei den renditestarken aber bonitätsschwachen Papieren abzusichern. Oder sie steigen um auf Junkbonds, die mit Sicherheiten wie Bohrinseln und Kabelnetzen unterlegt sind.

„Wir verhalten uns im Hochzinsmarkt sehr vorsichtig“, sagt Ariel Bezalel, in London Fondsmanager des Jupiter Strategic Bond im Volumen von 3,8 Milliarden Dollar. „Wir mussten bei der großen Mehrzahl der Transaktionen in diesem Jahr 'Nein' sagen.“

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Zwar ist der Stimmungsumschwung noch nicht so ausgeprägt wie in den USA, wo in der Woche bis zum 6. August 7,1 Milliarden Dollar aus Fonds, die in Hochzinsanleihen investieren, abgezogen wurden. Doch Investoren, die dieses Jahr 115 Milliarden Dollar in europäische Junkbonds gepumpt haben, werden argwöhnisch. Sie haben im Juli 0,3 Prozent verloren mit ihren Papieren, nach zwölf Monaten mit Gewinnen in Folge. In den USA kommen die Junkbonds auf Verluste von 1,3 Prozent im Juli.

Die Finanzierungskosten für Europas riskanteste Unternehmen sind sechs Jahre lang durch die Zentralbankpolitik niedrig gehalten worden. Jetzt beginnen sie zu steigen. Die durchschnittliche Rendite von Hochzinsanleihen ist seit Anfang Juli um 0,5 Prozentpunkte auf 4,15 Prozent geklettert, wie Indexdaten von Bank of America Merrill Lynch zeigen. Das ist die höchste Rendite seit Februar. Noch im Mai lag sie auf einem Rekordtief bei 3,46 Prozent.

Auch beginnen die Bondanleger, sich gegen die zunehmende Aufweichung von Schutzklauseln in den Anleihebedingungen zu stemmen. Repräsentanten von mindestens sechs Investoren haben sich im Juli in London mit der Association for Financial Markets in Europe getroffen, um über eine Verschärfung der Bedingungen zugunsten von Anlegern zu sprechen.

„Wir nähern uns einem Wendepunkt“, sagt Jon Mawby Vermögensverwalter bei GLG Partners in London. Die Gesellschaft hat den Anteil der Junkbonds in ihrem Bondfonds von 45 Prozent im vergangenen Jahr auf nur mehr 15 Prozent verringert. „Wenn Investoren selbstzufriedener werden, auch wenn sich die Strukturen der Transaktionen ungemein zu Ungunsten der Anleger verschlechtern und die Renditen komprimiert werden, dann sollten wir das als Warnsignal betrachten“, ergänzt er.

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