Hurrikan "Sandy": Wall Street wird zum Sperrgebiet

Hurrikan "Sandy": Wall Street wird zum Sperrgebiet

, aktualisiert 29. Oktober 2012, 07:53 Uhr
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Für die Börse in den USA heißt es, die Arbeit niederlegen.

von Nils RüdelQuelle:Handelsblatt Online

"Sandy" wirbelt in New York auch die Geschäftswelt durcheinander. Flüge fallen aus, Firmen verschieben Quartalszahlen, die Börse schließt den Handelssaal. Das Finanzviertel liegt in der Evakuierungszone.

Michael Bloomberg ließ keinen Zweifel. „Das ist ein ernstzunehmender und gefährlicher Sturm“, sagte der New Yorker Bürgermeister am Sonntag (Ortszeit). Im Angesicht des herannahenden Hurrikans „Sandy“ machte Bloomberg die U-Bahnen dicht und ordnete die Evakuierung von Teilen der Millionenmetropole an.

Das betrifft tief gelegene Gebiete am Stadtrand – und das Finanzviertel an der Südspitze Manhattans: Die Wall Street liegt mitten im Räumungsgebiet. Behörden rechnen damit, dass dort das vom Sturm aufgepeitschte Wasser über die Ufer treten könnte.

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Blog Sternenbanner Ruhe vor dem Sturm

Es ist gespenstisch ruhig in Manhattan. Busse, U-Bahnen, Züge - nichts fährt mehr. Teile der Stadt werden evakuiert. In Chinatown standen die Menschen zwei Blocks weit für Tickets nach Washington und Boston an.

A woman with her luggage and a dog make their way to Wall Street station, to get out of lower Manhattan in New York Quelle: REUTERS

Wenn „Sandy“ voraussichtlich in der Nacht auf Dienstag deutscher Zeit New York erreicht, wird der Hurrikan auch die Geschäftswelt durcheinanderwirbeln. So soll nicht nur der Handelssaal der wichtigsten Börse New York Stock Exchange (NYSE) geschlossen bleiben, auch der elektronische Handel wird ausgesetzt, teilte die NYSE mit, nachdem sie zunächst nur den Parkett-Handel schließen wollte. Beim Hurrikan „Gloria“ im Jahr 1986 lief der Handel an der NYSE zumindest noch elektronisch.

Die Federal Reserve Bank will sich nach eigenen Angaben am frühen Montagmorgen bei Händlern über deren Notfallpläne erkundigen und sich der Lage anpassen. Auf jeden Fall verschoben würden aber geplante Veröffentlichungen wie der wöchentliche Bericht über ausgewählte Zinssätze.

Auch die Banken reagierten: Citigroup, Goldman Sachs und JP Morgan Case etwa setzten Notfallpläne in Kraft, die sicherstellen sollen, dass die Geschäfte weiterlaufen, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Mitarbeiter sollen demnach von Hotels oder zu Hause aus arbeiten, zudem sollen andere Standorte – bei Goldman die Niederlassung in London – vorübergehend den Betrieb übernehmen.

Der Sitz der Investmentbank liegt nahe des World Trade Centers nicht weit vom Ufer des Hudson River entfernt – mitten in der Evakuierungszone. Goldman-Angestellte wie auch Mitarbeiter der Citi, deren Handelsraum ebenfalls in Lower Manhattan liegt, haben keinen Zutritt. Der Betrieb soll aber weitergehen: „Wir erwarten, dass die Finanzmärkte arbeiten und das Unternehmen offen für Geschäfte sein wird“, schrieb Goldman-Verwaltungschef Jeffrey Schroeder laut Bloomberg an die Mitarbeiter.

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