Immobilienkrise: Spanien verstaatlicht Bankengruppe

Immobilienkrise: Spanien verstaatlicht Bankengruppe

Bild vergrößern

Verstaatlichungen: Bankia gilt als der größte Problemfall unter Spaniens Banken

von Andreas Toller

Zur Stabilisierung des angeschlagenen Finanzsektors übernimmt Spanien die Kontrolle über Bankia, die viertgrößte Bankengruppe des Landes. Damit ist das Problem aber noch nicht gelöst.

Spanien stützt den schwankenden Sparkassenkonzern Bankia. Dazu hat der Staat auf Bitten der Bank einen indirekten Anteil von 45 Prozent über den Mutterkonzern BFA gekauft. Schon in den vergangenen beiden Jahren waren aus dem spanischen Rettungsfonds 4,5 Milliarden Euro an die Bankengruppe als Kredit geflossen. Dieses Geld wird nun in BFA-Aktien umgewandelt und ermöglicht der Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy die Kontrolle über die BFA und indirekt auch über deren Tochter Bankia. Der erst vor wenigen Tagen eingesetzte neue Bankia-Chef José Ignacio Goirigolzarri hatte selbst die teilweise Verstaatlichung vorgeschlagen.

Die Börse in Madrid quittierte die Nachricht mit einem Kursanstieg. Die Entscheidung wurde, nachdem die Zinsen für spanische Staatsanleihen in die Höhe gegangen und die Aktienkurse der Banken in den Keller gerutscht waren, bekannt gegeben. Am Donnerstagmorgen eröffnete der Aktienindex Ibex-35 dann mit einem Kursanstieg von 1,7 Prozent. Wertpapiere von Banken legten mit Ausnahme des verstaatlichten Instituts Bankia zu. Deren Aktien gaben um 3,7 Prozent nach, nachdem sie bereits seit Wochenbeginn 13 Prozent verloren hatten. Die Zinsen für Staatsanleihen sanken um acht Basispunkte, blieben aber mit fast sechs Prozent noch immer hoch. Das Land leidet unter einer scharfen Rezession, die Arbeitslosenquote liegt bei 24,4 Prozent.

Anzeige

Auf wackeligen Beinen

Die Bankia gilt als der größte Problemfall unter Spaniens Banken, ist aber bei weitem nicht der einzige. Sie gehört zusammen mit Banco Santander, BBVA und Caixabank zu den vier großen Geldinstituten in Spanien. Das Institut hat zehn Millionen Kunden und ging aus einer Fusion von sieben Sparkassen hervor. Diese hatten sich Ende 2010 unter der Führung der Caja Madrid zur BFA (Banco Financiero y de Ahorros) zusammengeschlossen. Ihre reinen Bankgeschäfte fassten die Sparkassen vor einem Jahr in dem Geldinstitut Bankia zusammen, das im Juli 2011 an die Börse ging.

Der Zusammenschluss stand von Anfang an auf wackeligen Beinen, da die einzelnen Kassen eine Vielzahl fauler Immobilienkredite in das Unternehmen einbrachten. Von allen spanischen Kreditinstituten leidet Bankia am meisten unter der geplatzten Immobilienblase. In den Büchern der Bankgruppe schlummern faule Kredite im Wert von mehr als 30 Milliarden Euro.

Es wird damit gerechnet, dass die spanische Regierung mindestens noch weitere zehn Milliarden Euro nachschießen muss. Einige Analysten erwarten sogar einen noch höheren Rettungsbetrag.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%