Indexfonds: Viel Wind um unnütze Regulierung

KommentarIndexfonds: Viel Wind um unnütze Regulierung

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Für verbindliche Gesetze kann nur die EU selbst sorgen

von Heike Schwerdtfeger

Die Neuregelungen bei Indexfonds nützen Anlegern kaum – Lobbyisten der großen Fondsanbieter haben die Eurokraten besiegt.

Das hat in der Europäischen Union Methode: Schlagen die Wellen hoch, wie in der Finanzkrise, rufen die Brüsseler Eurokraten nach Regulierung. Den separat geschaffenen Ämtern für Banken- und Wertpapieraufsicht obliegt dann die Aufgabe, mit Stresstests und alarmistischen Bedenken Wind zu machen. Bis sich der Gesetzgeber mit den Vorschlägen beschäftigt, ist nicht mehr viel von der Krise und den Bedenken übrig.

Die Wertpapieraufsicht ESMA

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So auch im Fall der EU-Wertpapieraufsicht ESMA und den börsengehandelten Indexfonds (ETF, Exchange-Traded-Funds). Die Pariser ESMA hatte die Aufgabe an sich gerissen, mehr Transparenz und Sicherheit in die ETF-Welt zu bringen. Unter ihren vielen Regulierungsinitiativen schien das die leichteste zu sein. Dann kam es, wie es kommen musste nach den üblichen Beratungen mit der Branche. Dem Amt flatterten lange Stellungnahmen und die hoch bezahlten Experten der Finanzkonzerne wie des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock und der Deutschen Bank ins Haus. Und irgendwann müssen sich die ESMA-Leute gedacht haben, dass es gefährlichere Risiken als die Indexfonds im Finanz-Zirkus gibt. Deshalb tun sie mit ihren jetzt veröffentlichten Vorschlägen keinem großen ETF-Anbieter weh. Statt umstrittene Praktiken wie Swap-Geschäfte und Wertpapierleihe zu beschränken, schlagen sie vor, dass die ETF künftig das Kürzel UCITS ETF im Namen tragen sollen – um sich von gänzlich unregulierten Produkten wie Zertifikaten zu unterscheiden.

Den Rest der Arbeit müssen Anleger künftig weiterhin selbst erledigen. Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Bauarten, und die meisten Anbieter legen ihre Konstruktionen inzwischen offen – das ist immerhin ein Fortschritt der Diskussionen. Viele Anleger machen einen Bogen um ETF, die nicht die Papiere des nachgebildeten Index enthalten, sondern über Tauschgeschäfte mit Banken (Swaps) die Indexperformance erzielen. Die Abhängigkeit von einer Bank stört viele Investoren dabei. Einen Hinweis im Fondsnamen auf den Swap wird es trotzdem nicht geben. Darüber kann sich die Deutsche-Bank-ETF-Marke db-x-trackers freuen.

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Gesetze obliegen der EU

Bei den ETF, die zwar genau die Indexpapiere in den Fondskorb kaufen, sie allerdings an Banken, Börsenmakler oder Hedgefonds verleihen, ändert sich nichts – obwohl auch das Leihegeschäft bei Investoren umstritten ist. Ansonsten hätte der größte Anbieter dieser ETF-Baureihe, die Blackrock-Tochter iShares, kaum freiwillig die Wertpapierleihe auf 50 Prozent jedes Portfolios beschränkt. Blackrock garantiert zudem, dass sie für Verluste durch Leihe-Partner aufkommen würden.

Von vornherein war es ein Fehler, dass die ESMA isoliert ETF betrachtet. Viele der angeprangerten Praktiken sind in normalen Investmentfonds üblich. Für verbindliche Gesetze kann nur die EU sorgen. Bei jüngsten Änderungen blieben Swaps und Wertpapierleihe allerdings außen vor. Hoffentlich bedauert sie nicht irgendwann die Untätigkeit.

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