Inflationspolitik bleibt: Notenbanken-Politik ist eine geldpolitische Bankrotterklärung

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KommentarInflationspolitik bleibt: Notenbanken-Politik ist eine geldpolitische Bankrotterklärung

, aktualisiert 09. Oktober 2013, 06:58 Uhr
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huGO-BildID: 32950550 U.S. Federal Reserve Board Chairman Ben Bernanke holds a news conference following the Fed's two-day Federal Open Market Committee (FOMC) meeting in Washington September 18, 2013. The Federal Reserve said on Wednesday that it would continue buying bonds at an $85 billion monthly pace for now, expressing concerns that a sharp rise in borrowing costs in recent months could weigh on the economy. REUTERS/Gary Cameron (UNITED STATES - Tags: BUSINESS POLITICS)

Nach der " Tapering"-Kapitulation der Fed ist kaum mehr damit zu rechnen, dass die Notenbanken jemals aus ihrer Inflationspolitik aussteigen werden. Das finden die Autoren unseres Gastbeitrages.

In den ersten neun Monaten 2013 haben Amerikas "Währungshüter" mit der Umsetzung ihres „QE III“-Gelddruckprogramms durch den Ankauf von US-Hypotheken- und Staatsschulden bis dato weitere 765 Milliarden Dollar aus dem Nichts geschaffen, wobei die Vielzahl der im Jahresverlauf veröffentlichten positiven US-Konjunkturdaten viele Marktakteure an die Wirksamkeit der unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen glauben ließ. Folgerichtig stellte FED-Chef Ben Bernanke seit Mai eine Drosselung (engl. Tapering) der Notenbanken-Interventionen in Aussicht, die mit der US-Notenbanksitzung am 18. September ihre Verkündung erfahren sollte. Doch selbst für dieses, gemessen an der propagierten Recovery-Story der US-Wirtschaft, nur wenig ambitionierte Unterfangen fehlte den zwölf Zentralplanern um Ben Bernanke dann "überraschenderweise" der Mut beziehungsweise Wille. Auch Janet Yellen, die am Mittwoch zu Bernankes Nachfolgerin berufen werden soll, wird eine "Vorliebe fürs Gelddrucken" nachgesagt.

Angesichts dessen drängt sich nun die Frage auf, warum sich die US-Notenbanker nicht mehr trauen (können), die Druckerpressen auch nur etwas langsamer rotieren zu lassen?

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Nachfolge von Ben Bernanke Janet Yellen soll US-Notenbankchefin werden

Obama will Fed-Vizechefin Yellen heute zur Bernanke-Nachfolgerin berufen. Sie wäre die erste Frau an der Spitze der Fed. Der Aktienmarkt reagierte bereits positiv: Yellen wird eine "Vorliebe fürs Gelddrucken" nachgesagt.

Die stellvertretende Vorsitzende der US-Zentralbank Fed, Janet Yellen, soll im kommenden Jahr Nachfolgerin des scheidenden Fed-Chefs Ben Bernanke werden. Quelle: REUTERS

Fed-Politik ist nicht glaubwürdig

Könnte es sein, dass die US-Wirtschaft im sechsten Jahr der Notenbank-Planwirtschaft heute gar weitaus weniger stabil da steht als noch 2007 vor dem Beginn der Krise, und die wirtschaftlichen Jubelstatistiken mit der Realität tatsächlich nur wenig gemein haben? Könnte es sein, dass die den Märkten von der US-Notenbank aufgezwungene Liquiditätsflutung neue stabilitätsgefährdende Abhängigkeiten hat entstehen lassen, wie die jüngsten Währungsturbulenzen und schmerzhaften Zinsanstiege in den Emerging Markets zeigten, nach dem nur das Wort "Tapering" gefallen war? Oder könnte es sein, dass der Zinsanstieg bei den 10-jährigen US-Treasuries binnen nur vier Monaten um in der Spitze über 85 Prozent, den Fed-Chef Bernanke nach eigenem Bekunden "nicht versteht", den Notenbankern den Angstschweiß auf die Stirn getrieben hat?

Die lapidare Begründung der Fed jedenfalls für ein Festhalten am derzeitigen Gelddrucktempo - "mit Blick auf das Wirtschaftswachstum zu optimistisch gewesen zu sein" - steigerte dabei sicher nicht etwa die "Glaubwürdigkeit der Fed-Politik" (James Bullard, Fed), sondern zeugt vielmehr von einer geldpolitischen Bankrotterklärung und entzaubert die Erholungsstory der US-Wirtschaft als reines, auf "flexibilisierten" Statistiken beruhendes Wunschdenken!

Die angeblich konstante Arbeitslosenquote

Gerade am viel beachteten US-Arbeitsmarktbericht wird dies immer wieder offenkundig, weshalb er auch treffender "Münchhausen-Report" heißen sollte. Wie zum Beweis fielen von den im Juni und Juli noch bejubelten insgesamt 350.000 neu geschaffenen Stellen gleich 74.000 einer kräftiger August-Abwärtsrevision zum "Opfer". Darüber hinaus werden immer mehr Amerikaner im arbeitsfähigen Alter – allein im August unglaubliche 516.000 (!) – Monat für Monat aus der Arbeitsmarktstatistik ausgebucht (siehe not in labour force-Rekordstand: 90,47 Millionen, plus 1,63 Millionen seit Jahresbeginn), nur um der Welt auch weiterhin ein konstantes Absinken der Arbeitslosenquote auf nun noch 7,3 Prozent "vorgaukeln" zu können!

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