ING-Versicherungstochter: NN Group legt erfolgreiches Börsendebüt hin

ING-Versicherungstochter: NN Group legt erfolgreiches Börsendebüt hin

Mit einem deutlichen Kursplus sind die Aktien der NN Group in den Börsenhandel gegangen. Es ist der größte Börsengang in Europa seit drei Jahren.

Die Versicherungstochter des niederländischen Finanzkonzerns ING ist an der Amsterdamer Börse mit Begeisterung aufgenommen worden. Die Aktien der NN Group schnellten am Mittwoch zur Erstnotiz um acht Prozent nach oben. Mit einem Emissionsvolumen von 1,5 Milliarden Euro ist NN (das Kürzel steht für "Nationale-Nederlanden") der größte Börsengang auf dem europäischen Kontinent seit drei Jahren. Insgesamt kommt NN zum Emissionspreis von 20 Euro je Aktie auf einen Börsenwert von sieben Milliarden Euro. Die NN-Papiere waren in der Mitte der Preisspanne zugeteilt worden. ING hatte das Emissionsvolumen noch um zehn Prozent aufgestockt, um der großen Nachfrage Herr zu werden.

Mit dem Börsengang trennt sich ING nach und nach von seinen Wurzeln. Das Unternehmen galt einst als Musterbeispiel für einen integrierten Bank- und Versicherungskonzern ("Bancassurance"), wie er um die Jahrtausendwende in Mode war. Doch nachdem ING in der Finanzkrise mit zehn Milliarden Euro Staatsgeld gerettet werden musste, ordnete die EU-Kommission an, neben dem Verkauf von großen Teilen des Auslandsgeschäfts auch die Versicherungssparte abzutrennen. Denn die Regulierer wollen heute die Verflechtung von Versicherern und Banken lösen. NN ist in 18 Ländern aktiv. In Deutschland ist das Unternehmen nur mit der Fondssparte ING Investment Management vertreten.

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ING-Chef Ralph Hamers trauert den alten Zeiten hinterher: "Wir erinnern uns, wie wir dieses Unternehmen gebaut haben - das sind gemischte Gefühle", sagte Hamers in der Börse. "Wir mussten den Kurs ändern und eine Ära beenden, um eine neue zu beginnen." Nach dem Börsengang hält ING noch 68 Prozent an NN, wenn auch die Platzierungsreserve zugeteilt wird. Der Erlös soll zum Abbau von Schulden verwendet werden. ING will die letzte, 1,02 Milliarden Euro große Rate der Staatshilfen bis Mai 2015 zurückgezahlt haben. Bis Ende nächsten Jahres soll die Beteiligung an NN auf weniger als 50 Prozent abschmelzen, 2016 will ING die letzten NN-Anteile verkauft haben.

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