Insider-Aktien: Kaufen, wenn die Chefs zugreifen

Insider-Aktien: Kaufen, wenn die Chefs zugreifen

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Für Anleger kann es sich lohnen, sich an Aktienkäufen und -verkäufen von Insidern zu orientieren. Man sollte jedoch nicht blind nachkaufen

von Stefan Hajek

Vorstände und Aufsichtsräte kaufen Aktien ihrer Unternehmen trotz Schuldenkrise und Konjunkturängsten wie selten zuvor. Wann Anleger den Insidern folgen können, welche Aktien Potenzial haben.

Eine Kapitulation, stellvertretend für viele: „Ich habe die Lust verloren an dem ganzen Spielchen. Am einen Tag macht der Dax sechs Prozent plus, am nächsten verliert er sie wieder. Meine VW-Aktien verlieren mal acht Prozent in fünf Stunden, am nächsten Tag gewinnen sie sie wieder – und das ohne eine Nachricht aus dem Unternehmen selbst. Das kann doch niemand mehr nachvollziehen!“ WirtschaftsWoche-Leser Ulrich Reiser sagt, er habe deshalb jetzt sein Aktiendepot aufgelöst.

Verständlich. Europa im Herbst 2011, das ist Unsicherheit und Hilflosigkeit. Straßenschlachten, Billionen-Rettungsschirme und nächtliche Spitzentreffen der Politiker in Serie tragen nicht zur Beruhigung der Investoren bei. Die Kurse fahren Achterbahn. Der Index VDax, der die Intensität der Kursschwankungen misst, hat sich seit Anfang August fast verdreifacht. Die hohe Volatilität kostet nicht nur Nerven. „Sie schreckt auch viele Großanleger ab“, sagt Klaus Schlote von Solventis Research in Frankfurt. Versicherungen und Pensionskassen scheuen nichts mehr als Unsicherheit und Kursschwankungen.

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Alle panisch? Nicht Alle.

Privatanleger fliehen in Gold und Immobilien; Institutionelle in mickrig verzinste deutsche Staatsanleihen. Das Tagesgeschäft der Unternehmen, sonst Taktgeber der Kurse, tritt in den Hintergrund. Quartalszahlen und Prognosen interessieren die Börse seit Wochen kaum, obwohl die Zahlen der meisten Unternehmen im Herbst bisher besser ausfielen, als befürchtet. Nur eine Anlegergruppe lässt sich nicht anstecken vom Krisengeheul: die Top-Manager der börsennotierten Konzerne. Käufe und Verkäufe von Aktien des eigenen Unternehmens müssen Vorstände und Aufsichtsräte den Behörden melden, in Deutschland seit 2002 der Finanzaufsicht BaFin. Das ist fair: Wenn Unternehmenslenker und Kontrolleure handeln, die mehr wissen als Durchschnittsanleger, sollen Letztere dies zumindest erfahren.

Ein Blick auf die aktuelle Statistik der Insider offenbart Erstaunliches: Griechenland-Chaos hin, Schuldenmisere her – die Manager kaufen derzeit so viele Aktien ihrer eigenen Firmen wie noch nie seit Beginn der Datenerfassung.

Sogar die griechischen.

In Athen kauft man zu

Die Manager Demosthenes Vardinoyannis und Ioannis Kosmadakis etwa kauften im September und Oktober für mehrere Millionen Euro Aktien des griechischen Raffineriebetreibers Motor Oil Hellas. Dessen Papiere hatten sich binnen eines Jahres fast halbiert, wie die meisten Werte in Athen. Doch das Geschäft von Motor Oil läuft gut; 2011 wird der Konzern 287 Millionen Euro Gewinn schreiben. Folge: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt nur noch bei 4,5. Die Aussichten sind alles andere als deprimierend: Griechenland will seine Öl- und Gasexporte von 2012 an deutlich erhöhen, „unser Land ist reich an Rohstoffen“, sagt Mathios Rigas, Chef des Ölförderers Energean, „nur wurden sie bisher kaum systematisch erschlossen.“

Wie bei Motor Oil Hellas kaufen derzeit zahlreiche Vorstände und Aufsichtsräte in Athen zu, so beim Agrarkonzern Imperio Agro und bei der Juwelierkette Folli Follie. Griechische, portugiesische, spanische und italienische Insider kauften nach dem Schulden-Crash Anfang August so viele Aktien ihrer Unternehmen wie noch nie seit Bestehen der Meldepflicht.

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