Insider-Verkäufe: Wenn Konzern-Manager Aktien verkaufen

Insider-Verkäufe: Wenn Konzern-Manager Aktien verkaufen

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Wolfgang Mayrhuber, Ex-Lufthansa-Chef und Aufsichtsratsmitglied bei Münchener Rück und Infineon

von Andreas Toller

Die Börse hat die Verluste vom vorigen Sommer wettgemacht. Top-Manager haben die Gelegenheit offenbar genutzt, um sich in großem Stil von Aktien ihrer Unternehmen zu trennen. Ein Alarmsignal?

Selbstverständlich kaufen und verkaufen Manager die Aktien, die sie als Bestandteil ihrer Vergütung von den Unternehmen erhalten. Und sofern sie mit ihren Geschäften nicht gegen die Insider-Regeln verstoßen, - indem sie etwa bestimmte Fristen vor und nach kursrelevanten Ereignissen in ihrem Unternehmen einhalten - ist dagegen auch nichts einzuwenden. Und dennoch gelten die Aktiengeschäfte der Manager als bedeutsames Vorzeichen für die weitere Entwicklung der börsennotierten Gesellschaften. Schließlich kennt niemand die Geschäfte der Unternehmen besser als die Manager.

Dennoch besteht die Gefahr, die Aktiengeschäfte von Managern in ihrer Bedeutung zu überschätzen. Denn auch Manager sind vor der Unbill des Lebens nicht gefeit: Plötzlich entstehende hohe Ausgaben können einen Aktienverkauf notwendig machen. Oder Investitionen in größere private Projekte wie etwa Immobilienkäufe.

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Dax-Manager verkaufen

Wie also ist es zu bewerten, wenn von allen Managern der Dax-30-Konzerne vier innerhalb einer Woche Kasse machen und ihre Aktien gegen Millionenbeträge eintauschen? So haben nach einer Berechnung des Forschungsinstituts für Asset Management Fifam zusammen mit Commerzbank Wealth Management vier Dax-Manager in jüngster der Zeit gemäß Veröffentlichungen im März dicke Aktienpakete gehandelt.

Als einziger von den vieren hat Münchener-Rück-Aufsichtsrat Wolfgang Mayrhuber Aktien gekauft.

Der ehemalige Lufthansa-Chef hat für etwas mehr als 70.000 Euro Aktien des Rückversicherers erworben. Vermutlich erschienen ihm die Papiere günstig, denn nach absehbar schwachen Zahlen infolge der zahlreichen großen Naturkatastrophen im Jahr 2011 hatte der Börsenkurs deutlich verloren. Andererseits ist die Aktie schon seit November wieder deutlich auf Erholungskurs und mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24 auch das Gegenteil eines Schnäppchens. Da sich andererseits ein Katastrophenjahr wie 2011 dem Rückversicherungskonzern zufolge nur alle 50 Jahre wiederholt, sind die Aussichten für das Unternehmen - rein statistisch - tatsächlich gut. Mayrhubers Kauf steht also für Optimismus.

Verglichen mit den Verkäufern im Dax ist die 70.000-Euro-Transaktion von Mayrhuber jedoch ein Klacks.

Christian Tourres, seit 2001 im Aufsichtsrat von Adidas, machte im März Aktien des Sportschuhriesen im Wert von knapp drei Millionen Euro zu Geld. Nach einem Blick auf den Kursverlauf der Aktie, scheint die Aktion richtig: Seit der Börsendelle vom vergangenen August kletterte die Adidas-Aktie recht zügig vom Tief bei 44 Euro auf ein neues Hoch bei 60 Euro Anfang März. Damit hatte das Papier auch die Börsenkorrektur vom Sommer mehr als wettgemacht. Seitdem zappelt der Kurs zwischen 56 und knapp 60 Euro - ohne klaren Trend. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,7 ist sie auch nicht mehr billig. Um Kasse zu machen, hat der Wert das richtige Niveau erreicht.

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