Insidertipps: Der Klempner, der zu viel wusste

Insidertipps: Der Klempner, der zu viel wusste

, aktualisiert 13. Juli 2016, 07:05 Uhr
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„Joe the Plumber“ bedeutet in den USA so etwas Ähnliches wie in Deutschland „Otto Normalverbraucher“. Auch die Videospiel-Figur "Super Mario" tritt als Klempner auf.

von Frank WiebeQuelle:Handelsblatt Online

Bei Insidergeschäften spielen häufig Tipps unter hoch spezialisierten Experten eine Rolle. Aber manchmal ist es ganz banal. In den Augen des Gesetzes macht das die Sache aber nicht besser.

New YorkWozu ein Klempner alles gut ist. Zum Beispiel dazu, ein geplatztes Rohr zu reparieren oder einen verstopften Ausfluss aufzubohren. Das ist wichtig in einer Stadt wie New York, die voller alter Häuser mit platzenden Rohren und verstopften Leitungen ist.

Der Klempner in Amerika ist auch eine sprichwörtliche Figur. „Joe the Plumber“ bedeutet in den USA so etwas Ähnliches wie in Deutschland „Otto Normalverbraucher“. Nur dass es in Amerika tatsächlich einen „Joe the Plumber“ gibt, der ein Aktivist für die republikanische Partei ist und mit Nachnamen Wurzelbacher heißt.

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Außerdem können Klempner noch mehr im Mutterland des Finanzkapitalismus. Zum Beispiel mit Aktien handeln. In einem besonderen Fall half dabei ein Bankdirektor von Barclays.

Der Banker wusste durch seinen Job von großen Deals seines eigenen Geldhauses. Er gab seinem Klempner rechtzeitig Tipps, und der schaffte es, bei geplanten Fusionen von insgesamt elf Unternehmen vor der Bekanntgabe entsprechend an der Börse zu handeln. Dieser „Joe the Plumber“ verdiente 76.000 Dollar an den Geschäften, eine vergleichsweise überschaubare Summe. Er gab dem Banker einige tausend Dollar für die Tipps, außerdem renovierte er gratis dessen Badezimmer.

Zumindest der Banker hat jetzt die ganze Sache vor einem Gericht in Manhattan zugegeben, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Teil seines Deals mit der Staatsanwaltschaft war die Zusage, kein Strafmaß von bis zu fünf Jahren Gefängnis anzufechten – die paar Tausender könnten also sauer verdientes Geld werden.

„Ich weiß, dass es falsch war, was ich getan habe“, sagte der Banker im Gerichtssaal. Wenigstens in dem Punkt könnte er ein Vorbild sein: Wann hat ein Banker so was schon mal öffentlich gesagt?

Quelle:  Handelsblatt Online
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