Internationale Aktienmärkte: Den Börsen droht der Ausverkauf

Internationale Aktienmärkte: Den Börsen droht der Ausverkauf

von Frank Doll

Auch in den USA brechen die Inflationserwartungen ein, die Börsen wackeln. Um sie zu stützen, bräuchte es wohl mehr als 200 Milliarden Dollar pro Quartal - aber selbst die Aussicht darauf dürfte nicht reichen.

Im Oktober gingen an den Weltaktienmärkten mehr als drei Billionen Dollar den Bach runter. Diese Summe entspricht annähernd der Dollarmenge, die in den vergangenen sechs Jahren von der US-Notenbank Fed durch den Ankauf von Staatsanleihen und Kreditverbriefungen (Quantitative Easing, QE) neu geschaffen wurde. Angst vor einem drohenden Mangel an Liquidität machte sich breit an den internationalen Finanzmärkten. So war etwa der Markt für hochverzinsliche Unternehmensanleihen, so genannter Junk Bonds, zeitweise „closed“.

Die Wahrnehmung, was Geldpolitik leisten kann und was nicht, hat sich in den vergangenen Wochen fundamental geändert. QE, die Allzweckwaffe der Notenbanken, gerät in den USA zunehmend in die Kritik. Selbst bisher eingefleischte Anhänger dieses geldpolitischen Experiments, wie zum Beispiel die „New York Times“, beklagen inzwischen dessen ungleiche Verteilungswirkung. Zwei Jahre vor der Präsidentschaftswahl und kurz vor der sich abzeichnenden Wahlschlappe der Demokraten bei den Halbzeitwahlen zum US-Kongress am 4. November bläst der Fed der politische Gegenwind immer kräftiger entgegen.

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So kommen Aktien-Anleger durch das Zinstal

  • Was passiert wenn die Zinsen niedrig bleiben?

    Niedrige Zinsen machen Aktien attraktiv im Vergleich zu anderen Anlageformen, besonders Staatsanleihen

    Vor allem Aktien mit attraktiven Dividendenrenditen profitierten in den letzten Jahren von der Zinsdürre, da kapitalkräftige Großanleger wie Pensionsfonds sie gerne kaufen

    Der Kapitalmarkt billigt Aktien höhere Bewertungen zu

  • Was tun wenn die Zinsen niedrig bleiben?

    Wer Geld längerfristig anlegen kann, sollte einen Teil davon weiterhin in Aktien stecken, je nach Risikoneigung etwa 20 bis 40 Prozent seines Geldes

    Zuletzt reagierte die Börse immer weniger auf neue Zinssenkungen durch die Notenbanken; die Notenbank-Munition für die Börse bleibt zwar erhalten, nutzt sich aber in ihrer Wirkung offensichtlich ab. Wer bis jetzt überhaupt nicht in Aktien war, sollte daher nicht auf einen Schlag sehr viele Papiere kaufen

  • Was passiert wenn die Zinsen steigen?

    Ideal für Aktien sind die Bedingungen der letzten vier Jahre: niedrige Zinsen, viel Notenbank-Geld und leichte Inflation

    Steigende Zinsen bedeuten, dass Kredite und Investitionen teurer werden

    Bisher ging noch jedem Crash eine Zinswende voraus. Daher reagiert die Börse sensibel auf die Andeutungen der US-Notenbank von Mitte Juni, 2014 die Gelddruckprogramme zurückzufahren und die Zinsen anzuheben

  • Was tun wenn die Zinsen steigen?

    Dividendenstarke Aktien großer Konzerne haben am meisten von den Niedrigzinsen profitiert; Großanleger kauften sie teils als Ersatz für Zinspapiere. Sie dürften es auch sein, die bei strafferer Geldpolitik am stärksten leiden, zumal sie schon sehr teuer sind

    Anleger sollten Aktien generell zunächst meiden, wenn sich stärkere Zinserhöhungen andeuten; Aktien verlieren im Vergleich zu Zinspapieren heftiger

  • Fazit

    Langfristig führt an einem breit gestreuten Depot kein Weg vorbei, dazu gehören auch Aktien. Doch die Geldpolitik war nun schon sehr lange ideal – besser kann es kaum werden

Der Kongress hatte der Fed einst das Mandat verliehen, maximale Beschäftigung bei Wahrung von Preisstabilität zu erreichen - aber kein Mandat zur Schaffung von Spekulationsblasen. Doch genau das macht die Fed seit gut zwei Jahrzehnten. Sie selbst spricht lieber von positiven Vermögenseffekten. Mit Blick auf die ungleiche Verteilung dieser Vermögenseffekte und die Spätfolgen für Währung, Wirtschaft und Gesellschaft ist das eine höchst zweifelhafte Argumentation.

Wichtigster Treiber

Analysten von Bianco Research in Chicago haben ermittelt, dass die Aktienkurse in den USA in Phasen quantitativer Lockerung um durchschnittlich 148 Prozent gestiegen, in Phasen ohne QE aber um 27 Prozent gefallen sind. Die Fed war also der wichtigste Treiber hinter der 2009 einsetzenden Aktienhausse. Das Problem: Wenn die Aktienkurse einbrechen sollten, wird sich die Fed auch für die dann eintretenden negativen Vermögenseffekte rechtfertigen müssen.

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