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Internet-Aktien: Zynga-Absturz lässt für Facebook Böses ahnen

von Michael Kroker

Zynga kämpft mit nachlassender Popularität seiner Spiele. Der Kurs stürzt um 40 Prozent und reißt an der Börse das weltgrößte soziale Netzwerk mit sich.

Zynga IPO Quelle: dpa
Werbung vom Börsengang. Zynga ging erst im Dezember 2011 an die Börse – bis Anfang vergangener Woche hat die Aktie bereits mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt Quelle: dpa

Aktionär von Zynga möchte man aktuell nicht wirklich sein: Der Anbieter von so genannten Social Games – das sind Spiele, die in sozialen Netzwerken wie Facebook laufen, darunter so bekannte wie FarmVille oder Mafia Wars – hat gestern Zahlen für das Ende Juni abgelaufene zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Und die wurden von der Börse geradezu dramatisch abgestraft: Nachbörslich verlor die Zynga-Aktie am gestrigen Abend in der Spitze mehr als 40 Prozent.

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Dieser Verlust addiert sich zu dem satten Minus, das die Anteilseigner bereits bisher erdulden mussten: Zynga ging erst im Dezember 2011 an die Börse – bis Anfang vergangener Woche hatte die Aktie laut Infografik des Datenportals Statista bereits mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt.

Zynga kämpft seit Monaten gegen rückläufige Nutzerzahlen bei seinen Top-Titeln: Zwar ist die Zahl monatlicher Spieler von 3,5 Millionen auf 4,1 Millionen gestiegen. Doch ohne die Einbeziehung der mobilen App „Draw Something“, die Zynga im März für angeblich 200 Millionen Dollar übernommen hat, wäre die Zahl sogar gesunken.

Facebook & Co. Die Aktien der jungen Internetfirmen

38 Dollar betrug der Ausgabepreis der Aktie des sozialen Netzwerks Facebook beim Börsengang. Am 18. Mai 2012 startete das US-Unternehmen an der Technologiebörse Nasdaq - die Aktie verlor bereits in den folgenden drei Wochen rund ein Drittel des Wertes. Die Kritiker sehen sich bestätigt – die Unternehmensbewertung von mehr als 100 Milliarden Dollar hat sich binnen weniger Tage als Luftschloss erwiesen.

Übernahme von Draw Something funktioniert nicht wie erwartet

Trotzdem hat Zynga nun erstmals öffentlich eingestanden, dass jene Übernahme nicht funktioniert wie erwartet, und hat die Erwartung bezüglich des Malspiels bis Jahresende reduziert. Eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Monaten bereits angedeutet hatte: Seit der Übernahme ist die Popularität von „Draw Something“ kontinuierlich zurückgegangen.

Doch damit nicht genug – auch das Kerngeschäft von Zynga kommt aktuell immer stärker ins Rutschen: Das Facebook-Game FarmVille, das allein für fast 30 Prozent des Zynga-Umsatzes steht, spielen laut Zahlen von Appdata.com in diesem Monat weniger als 19 Millionen Nutzer; im März waren es dagegen noch 80 Millionen Nutzer.

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Die Zynga-Zahlen senden eine böse Vorahnungen in Richtung Facebook aus - immerhin ist die Verflechtung beider Unternehmen gegenseitig: Denn rund 15 Prozent des Facebook-Umsatzes hängen an Zynga. Kein Wunder also, dass die Börsianer gestern auch die Facebook-Aktie um mehr als sieben Prozent auf Talfahrt schickten, auf einen neuen Tiefststand unterhalb die Marke von 27 Dollar.

Wie gut oder schlecht es um die Zuckerberg-Company bestellt ist, werden wir heute Abend erfahren, dann legt das soziale Netzwerk seine Finanzzahlen für die drei Monate bis Ende Juni vor – die erste Quartalsbilanz von Facebook als börsennotiertes Unternehmen.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 26.07.2012, 14:37 Uhrmotzerator

    Schneller als erwartet stößt das Schneeballsystem von Zynga an seine Grenzen, schuld daran ist die mangelnde Qualität der Spiele und das Geschäftsprinzip an sich.

    Ein Schneeballsystem ist Zynga, weil man bei allen Spielen auf Mitspieler angewiesen ist, die den Spieler beispielsweise mit Material versorgen. Wer erfolgreich sein will, wirbt daher im Freundeskreis für das kostenlose Spiel, so kann ein neuer Spieler durch Mundpropaganda viele weitere neue Spieler mit sich bringen.

    Währen die Spiele nun technisch gut umgesetzt und das Konzept zur Gewinnerzielung fair und transparent, könnte Zynga auf viele Stammspieler zurückgreifen. Diese aber werden durch immer wiederkehrende Bugs und Fehler vergrault, Gelegenheitsspieler stöhnen über die Vielzahl an Aufgaben, die nicht zu bewältigen sind und merken irgendwann, das Zynga Spiele eben auch Zeitfresser sind.

    Noch problematischer ist aber der Umgang mit Zahlenden Kunden. Man kann in Zynga Spielen Geld ausgeben, um schneller Fortschritte zu machen, die Preise sind aber einfach unverschämt und oft auch unfair.

    Darüber hinaus leidet die Ingame Währung, die man für echtes Geld erwerben kann, oft an unerklärlicher Schwindsucht. Schuld daran sind immer wieder plötzlich und unerwartet auftauchende Fenster und unzählige Schlatflächen, die ohne weitere Sicherheitsabfrage zu ungewollten Itemkäufen führen. Sicher kann man sich an den Support wenden und bekommt mit mehr oder weniger Aufwand sein Cash für derartige Fehlkäufe zurück, aber es passiert immer wieder. Das dadurch weitere Kunden vergrault werden, sollte niemand wundern.

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