
Aktionär von Zynga möchte man aktuell nicht wirklich sein: Der Anbieter von so genannten Social Games – das sind Spiele, die in sozialen Netzwerken wie Facebook laufen, darunter so bekannte wie FarmVille oder Mafia Wars – hat gestern Zahlen für das Ende Juni abgelaufene zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Und die wurden von der Börse geradezu dramatisch abgestraft: Nachbörslich verlor die Zynga-Aktie am gestrigen Abend in der Spitze mehr als 40 Prozent.
Dieser Verlust addiert sich zu dem satten Minus, das die Anteilseigner bereits bisher erdulden mussten: Zynga ging erst im Dezember 2011 an die Börse – bis Anfang vergangener Woche hatte die Aktie laut Infografik des Datenportals Statista bereits mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt.
Zynga kämpft seit Monaten gegen rückläufige Nutzerzahlen bei seinen Top-Titeln: Zwar ist die Zahl monatlicher Spieler von 3,5 Millionen auf 4,1 Millionen gestiegen. Doch ohne die Einbeziehung der mobilen App „Draw Something“, die Zynga im März für angeblich 200 Millionen Dollar übernommen hat, wäre die Zahl sogar gesunken.
Facebook & Co.: Die Aktien der jungen Internetfirmen
38 Dollar betrug der Ausgabepreis der Aktie des sozialen Netzwerks Facebook beim Börsengang. Am 18. Mai 2012 startete das US-Unternehmen an der Technologiebörse Nasdaq - die Aktie verlor bereits in den folgenden drei Wochen rund ein Drittel des Wertes. Die Kritiker sehen sich bestätigt – die Unternehmensbewertung von mehr als 100 Milliarden Dollar hat sich binnen weniger Tage als Luftschloss erwiesen.
Auch beim Facebook-Partner Zynga läuft es nicht gut. Schon beim Börsenstart am 16.12.2011 war das Papier des Onlinespiele-Spezialisten kein Grund zum Jubeln: Die Aktie fiel am ersten Handelstag bereits um fünf Prozent unter den Ausgabepreis. Die zehn Dollar pro Aktie hat das Unternehmen seither nur noch selten erreicht.
Zynga und Facebook haben eine fast symbiotische Verbindung: Über das Soziale Netzwerk kommen die meisten Spieler zu Zynga. Der Entwickler verdient sein Geld dabei mit dem Verkauf virtueller Güter wie Traktoren in Farmville oder Gebäuden in Cityville. Facebook bekommt einen Anteil an diesen Einnahmen.
Deutlich besser ist der Restaurant-Bewerter Yelp bei seinem Börsenstart am 2. März 2012 weggekommen. Wegen der großen Nachfrage hatte das Unternehmen, über das Nutzer Geschäfte, Restaurants und Dienstleistungen bewerten und ihre Erfahrungen teilen können, zuvor den Ausgabepreis von 14 auf 15 Dollar erhöht. Der Kurs der Aktie schoss nach Handelsbeginn gleich um mehr als 60 Prozent nach oben.
Der Online-Rabattdienst Groupon ist sehr gut an der Börse gestartet. Beim Börsengang am 4.11.2011 rissen sich die Anleger um die Papiere, der Ausgabepreis lag bei 20 Dollar. Mittlerweile sinkt aber nicht mehr nur der Stern des Unternehmens, das Rabattgutscheine für Geschäfte, Restaurants und Dienstleistungen vertreibt, auch der Aktienkurs fällt stetig.
Ganz anders entwickelt sich der Kurs der Aktie des Karrierenetzwerks LinkedIn. Am 18.5. startete das Unternehmen an der New York Stock Exchange mit einem Ausgabepreis von 45 Dollar je Aktie. Seit dem geht es - unterbrochen von kleinen bis mittleren Ausreißern - stetig nach oben.
38 Dollar betrug der Ausgabepreis der Aktie des sozialen Netzwerks Facebook beim Börsengang. Am 18. Mai 2012 startete das US-Unternehmen an der Technologiebörse Nasdaq - die Aktie verlor bereits in den folgenden drei Wochen rund ein Drittel des Wertes. Die Kritiker sehen sich bestätigt – die Unternehmensbewertung von mehr als 100 Milliarden Dollar hat sich binnen weniger Tage als Luftschloss erwiesen.
Übernahme von Draw Something funktioniert nicht wie erwartet
Trotzdem hat Zynga nun erstmals öffentlich eingestanden, dass jene Übernahme nicht funktioniert wie erwartet, und hat die Erwartung bezüglich des Malspiels bis Jahresende reduziert. Eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Monaten bereits angedeutet hatte: Seit der Übernahme ist die Popularität von „Draw Something“ kontinuierlich zurückgegangen.
Doch damit nicht genug – auch das Kerngeschäft von Zynga kommt aktuell immer stärker ins Rutschen: Das Facebook-Game FarmVille, das allein für fast 30 Prozent des Zynga-Umsatzes steht, spielen laut Zahlen von Appdata.com in diesem Monat weniger als 19 Millionen Nutzer; im März waren es dagegen noch 80 Millionen Nutzer.
Die Zynga-Zahlen senden eine böse Vorahnungen in Richtung Facebook aus - immerhin ist die Verflechtung beider Unternehmen gegenseitig: Denn rund 15 Prozent des Facebook-Umsatzes hängen an Zynga. Kein Wunder also, dass die Börsianer gestern auch die Facebook-Aktie um mehr als sieben Prozent auf Talfahrt schickten, auf einen neuen Tiefststand unterhalb die Marke von 27 Dollar.
Wie gut oder schlecht es um die Zuckerberg-Company bestellt ist, werden wir heute Abend erfahren, dann legt das soziale Netzwerk seine Finanzzahlen für die drei Monate bis Ende Juni vor – die erste Quartalsbilanz von Facebook als börsennotiertes Unternehmen.























