Interview mit Bantleon-Chefvolkswirt: Jetzt Aktien kaufen!

14. Februar 2013
Harald Preißler, Chefvolkswirt und Leiter Anlagemanagement Bantleon Quelle: PresseBild vergrößern
Harald Preißler, Chefvolkswirt und Leiter Anlagemanagement Bantleon Quelle: Presse
von Andreas Toller

Während einige noch zögern, rät Harald Preißler, Chefvolkswirt beim Anleihenmanager Bantleon, zu einem schnellen Einstieg an den Börsen. Denn in der zweiten Jahreshälfte könnte der Spaß für Anleger vorbei sein.

Herr Preißler, mit welchen Wünschen kommen derzeit die Kunden zu Ihnen?

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Bei unseren Kunden spüren wir vor allem ein sehr starkes Interesse an Absolut-Return-Produkten, die also Werterhalt in den Mittelpunkt stellen und Performance in jedem Marktumfeld generieren wollen. Diese Versprechen konnten aber in den vergangenen Jahren nicht allzu viele Anbieter solcher Produkte einhalten. Weil uns das gelungen ist, kommt uns das jetzt zugute. Wir verzeichnen hohe Mittelzuflüsse – sowohl von Privatanlegern wie institutionellen Investoren. Denn sie alle sind von den niedrigen Zinsen betroffen und suchen verzweifelt Rendite.

In Ihrem aktuellen Quartalsausblick blasen Sie zum Einstieg bei Aktien, Unternehmensanleihen und Rohstoffen. Dabei ist die konjunkturelle Erholung noch gar nicht da. Ist das nicht etwas verfrüht?

Gemeinhin spricht die Öffentlichkeit erst von einem Aufschwung, wenn etwa die Industrieproduktion und Auftragseingänge wieder steigen. Für die Finanzmärkte ist das schon beinahe ein Spätstadium. Dort reagieren die Akteure nicht erst auf den wahrnehmbaren Aufschwung, sondern schon auf das Momentum, also die Änderung in den Konjunkturdaten. Die konjunkturellen Fliehkräfte, also die realen Frühindikatoren für die Konjunktur, sind im Wesentlichen für die Performance der Finanzmärkte verantwortlich. Dazu gehört etwa der Einkaufsmanagerindex, der in einer Umfrage ermittelt, wie sich etwa die Auftragslage, die Lagerbestände oder die Produktion entwickeln. Hier hatten wir in jüngster Zeit deutliche Zuwächse.

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Genügt das schon für eine Wette auf den Aufschwung?

Wenn der Einkaufsmanagerindex wie in den vergangenen Wochen nicht weiter fällt oder, allgemeiner ausgedrückt, der Pessimismus nicht weiter zunimmt, hat sich zwar noch nicht die Lage verbessert, aber das Schrumpfen hat aufgehört. Das bedeutet, dass das konjunkturelle Momentum den Boden durchschritten hat und nach oben zeigt. Deshalb sprechen wir schon vom Aufschwung. Am Finanzmarkt ist das augenfällig: Die Börsen schöpfen schon wieder Hoffnung. Wenn sich das jetzt sechs bis acht Monate lang fortsetzt, dann haben wir ebenso lange gute Konjunkturdaten vor uns, die dem Markt kräftigen Rückenwind geben. Wer aber wartet, bis sich die Lage tatsächlich gebessert hat, wartet wahrscheinlich noch bis zum Sommer. Und bis dahin dürften die Märkte schon recht gut gelaufen sein. Dann könnte es zu spät für einen Einstieg sein.

Die Anleger sollten also besser sofort einsteigen?

Weil die Vorsichtigen und die Warner in den vergangenen Jahren des Öfteren Recht hatten – als es etwa wieder einmal hieß, die Euro-Krise sei vorbei – warten die Akteure an der Börse diesmal ungewöhnlich lange mit dem Einstieg. Zuletzt haben relativ wenige Investoren den Aktienmarkt nach oben getrieben, viele Investoren haben noch viel Cash im Portfolio. Die Märkte sind also auch nach der letzten Aktienmarktrally nicht überkauft und bieten noch viel Platz nach oben. Wenn sich jetzt die Anzeichen für eine baldige Erholung der Konjunktur mehren, ist das für viele Anleger das Startsignal.

Aber den Anlagehorizont sehen sie nur bei etwa einem halben Jahr. Warum?

Wenn die Nachrichten in der zweiten Jahreshälfte so richtig gut werden und die breite Masse den Aufschwung realisiert, und die Konjunkturindikatoren und die Stimmung auf einem Hoch sind, kann schon wieder der Zeitpunkt gekommen sein, Risiken abzubauen und sich auf die nächste Abkühlung einzustellen.

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Kommentare | 3Alle Kommentare
  • 15.02.2013, 12:10 UhrSiggi40

    „Wenn die Nachrichten in der zweiten Jahreshälfte so richtig gut werden und die breite Masse den Aufschwung realisiert ...“ So so.

    +++ Unser erträumter, kreditfinanzierter Aufschwung – Eine Fata-Morgana +++
    Jetzt Aktien kaufen – noch schneller werden Sie Ihr Geld nicht los!
    Die größte Krise der Neuzeit, von der wir gerade mal 5% sehen, die die Große Depression in den 20-ern bei weitem in den Schatten stellen wird, entstanden durch Leben auf Pump, hatten die westl. Ind.staaten in den letzten 4 Jahren mit ca.32,5 Bio. € neuer Schulden zu lösen VERSUCHT. Wie töricht, wer hat da in der Schule nicht aufgepasst. In den letzten 4 Jahren hat sich die Weltverschuldung von ca. 62 auf über 200 Bio. $ um über 300% erhöht. Was sagt uns das? Die Zentralbanken schieben den schon längst überfälligen Aktiencrash mit immer mehr Steuermilliarden und –billionen a bissl hinaus.

    +++ Finger weg von Aktien +++

    Sämtliche Konjunkturstrohfeuerpakete sind wirkungslos verpufft, ohne den gewünschten Erfolg und die Bankster sind immer noch so pleite wie anno 2007, sitzen immer noch auf über 600 Bio.$ absolut wertloser Papierschnipsel, aus den Bilanzen in Schattenbanken ausgelagert, um sie vor dem Kollaps zu bewahren.

    +++ Wir sind in der größten Finanzblase aller Zeiten +++
    Steve Keen: „Rund 80 Prozent der Tarp-Gelder, die dazu gedacht waren, die Wirtschaft zu beleben, gingen direkt in Spekulationen an den Aktienmärkten. Alleine deswegen sind die Aktienkurse so stark gestiegen“. Halleluja. Nix mit Aufschwung!! Nur Steuerbillionen im Eigenhandel und an den Börsen verzockt. Der ursprüngliche Gedanke der Börse, die Firmen mit Geld zu versorgen, ist zum Zockerparadies verkommen. Hände weg von den Börsen!!

  • 15.02.2013, 12:11 UhrSiggi40

    Teil II
    Faber erwartet den großen Crash
    19.11.2012. Der Börsenguru Marc Faber warnt: Die Börsen werden einbrechen. Der Weltwirtschaft geht die Puste aus, das globale Finanzsystem werde eines Tages implodieren. Notenbanken und Politik riskierten den Zusammenbruch. (Der Baltic-Dry-Index, ein Frühindikator für die Weltwirtschaft – im freien Fall).
    Faber ist sicher, dass eines Tages das ganze globale Finanzsystem auf null gesetzt wird. Für einen allfälligen Neustart des Systems sorgen werden aber nicht Notenbanken, sondern implodierende Währungs-, Kredit- oder Aktienmärkte.
    In der Eurozone lassen sich die Konturen von Fabers düsteren Prognosen schon heute erkennen: Je länger der Euro existiert, umso höher werden seine Beerdigungskosten. Das irrwitzige Experiment, den Euro um jeden Preis erhalten zu wollen, schickt die Peripheriestaaten auf direktem Weg in die dritte Welt.

    „Wenn die Nachrichten in der zweiten Jahreshälfte so richtig gut werden und die breite Masse den Aufschwung realisiert ...“ So so.
    +++ Unser erträumter, kreditfinanzierter Aufschwung – Eine Fata-Morgana +++

    Jetzt seine Ersparnisse und sein Vermögen sicher und günstig in Rohstoffe und Edelmetalle umschichten, zum Werterhalt, und erst nach dem großen Crash, von dem wir nicht mehr allzu weit entfernt sind, Aktien kaufen von Firmen zu einem Bruchteil der derzeitigen Kosten, die den Crash überlebt, bzw. umfirmiert haben. So wird da ein Schuh daraus. Nur ein Reset im Finanzbetrugssystem und einem Trennbankensystem kann die westl. Ind.staaten vor einem jahrzehntelangem Siechtum mit inneren Unruhen und Bürgerkriegen bewahren.

  • 19.02.2013, 18:41 UhrAndras

    Zum Schluss kommt der gute Mann endlich auf den Punkt. Kaufen Sie unseren Mischfonds. Und ach ja, die Auswahl der Aktien ist völlig egal.
    Hallo? Seit wann ist es egal welche Aktien ich im Depot habe? Da bitte ich dann wohl lieber unsere Reinigungskräfte um ihren fachlich versierten Rat.

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