Interview mit Bantleon-Chefvolkswirt: Jetzt Aktien kaufen!

Interview mit Bantleon-Chefvolkswirt: Jetzt Aktien kaufen!

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Harald Preißler, Chefvolkswirt und Leiter Anlagemanagement Bantleon

von Andreas Toller

Während einige noch zögern, rät Harald Preißler, Chefvolkswirt beim Anleihenmanager Bantleon, zu einem schnellen Einstieg an den Börsen. Denn in der zweiten Jahreshälfte könnte der Spaß für Anleger vorbei sein.

Herr Preißler, mit welchen Wünschen kommen derzeit die Kunden zu Ihnen?

Bei unseren Kunden spüren wir vor allem ein sehr starkes Interesse an Absolut-Return-Produkten, die also Werterhalt in den Mittelpunkt stellen und Performance in jedem Marktumfeld generieren wollen. Diese Versprechen konnten aber in den vergangenen Jahren nicht allzu viele Anbieter solcher Produkte einhalten. Weil uns das gelungen ist, kommt uns das jetzt zugute. Wir verzeichnen hohe Mittelzuflüsse – sowohl von Privatanlegern wie institutionellen Investoren. Denn sie alle sind von den niedrigen Zinsen betroffen und suchen verzweifelt Rendite.

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In Ihrem aktuellen Quartalsausblick blasen Sie zum Einstieg bei Aktien, Unternehmensanleihen und Rohstoffen. Dabei ist die konjunkturelle Erholung noch gar nicht da. Ist das nicht etwas verfrüht?

Gemeinhin spricht die Öffentlichkeit erst von einem Aufschwung, wenn etwa die Industrieproduktion und Auftragseingänge wieder steigen. Für die Finanzmärkte ist das schon beinahe ein Spätstadium. Dort reagieren die Akteure nicht erst auf den wahrnehmbaren Aufschwung, sondern schon auf das Momentum, also die Änderung in den Konjunkturdaten. Die konjunkturellen Fliehkräfte, also die realen Frühindikatoren für die Konjunktur, sind im Wesentlichen für die Performance der Finanzmärkte verantwortlich. Dazu gehört etwa der Einkaufsmanagerindex, der in einer Umfrage ermittelt, wie sich etwa die Auftragslage, die Lagerbestände oder die Produktion entwickeln. Hier hatten wir in jüngster Zeit deutliche Zuwächse.

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Vermögensverwalter Bert Flossbach (links) rechnet fest mit Inflation, Anleihemanager Harald Preißler gibt Entwarnung Quelle: dpa/Montage

Genügt das schon für eine Wette auf den Aufschwung?

Wenn der Einkaufsmanagerindex wie in den vergangenen Wochen nicht weiter fällt oder, allgemeiner ausgedrückt, der Pessimismus nicht weiter zunimmt, hat sich zwar noch nicht die Lage verbessert, aber das Schrumpfen hat aufgehört. Das bedeutet, dass das konjunkturelle Momentum den Boden durchschritten hat und nach oben zeigt. Deshalb sprechen wir schon vom Aufschwung. Am Finanzmarkt ist das augenfällig: Die Börsen schöpfen schon wieder Hoffnung. Wenn sich das jetzt sechs bis acht Monate lang fortsetzt, dann haben wir ebenso lange gute Konjunkturdaten vor uns, die dem Markt kräftigen Rückenwind geben. Wer aber wartet, bis sich die Lage tatsächlich gebessert hat, wartet wahrscheinlich noch bis zum Sommer. Und bis dahin dürften die Märkte schon recht gut gelaufen sein. Dann könnte es zu spät für einen Einstieg sein.

Die Anleger sollten also besser sofort einsteigen?

Weil die Vorsichtigen und die Warner in den vergangenen Jahren des Öfteren Recht hatten – als es etwa wieder einmal hieß, die Euro-Krise sei vorbei – warten die Akteure an der Börse diesmal ungewöhnlich lange mit dem Einstieg. Zuletzt haben relativ wenige Investoren den Aktienmarkt nach oben getrieben, viele Investoren haben noch viel Cash im Portfolio. Die Märkte sind also auch nach der letzten Aktienmarktrally nicht überkauft und bieten noch viel Platz nach oben. Wenn sich jetzt die Anzeichen für eine baldige Erholung der Konjunktur mehren, ist das für viele Anleger das Startsignal.

Aber den Anlagehorizont sehen sie nur bei etwa einem halben Jahr. Warum?

Wenn die Nachrichten in der zweiten Jahreshälfte so richtig gut werden und die breite Masse den Aufschwung realisiert, und die Konjunkturindikatoren und die Stimmung auf einem Hoch sind, kann schon wieder der Zeitpunkt gekommen sein, Risiken abzubauen und sich auf die nächste Abkühlung einzustellen.

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