Investitionen hinter Plan: EZB-Ankaufprogramm bislang ohne Erfolg

Investitionen hinter Plan: EZB-Ankaufprogramm bislang ohne Erfolg

, aktualisiert 21. November 2011, 17:52 Uhr
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Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Europäische Zentralbank konnte Investoren bislang nicht aus der Reserve locken. Nach wie vor hat die Euro-Krise den Markt für besicherte Anleihen fest im Griff. Weitere Ankäufe in Milliardenhöhe sind geplant.

FrankfurtDie europäische Schuldenkrise hat auch den Markt für deutsche Pfandbriefe und andere besicherte Anleihen (Covered Bonds) fest im Griff. Die Banken wagen sich kurz vor Jahresende kaum mehr an Neuemissionen, die Nachfrage der verunsicherten Investoren ist eingebrochen. Daher kann auch das neue Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank nicht greifen, die den Markt beleben, aber nicht dominieren will.

Seit Anfang November kaufte die EZB gerade einmal Papiere im Volumen von 459 Millionen Euro auf, wie sie am Montag mitteilte. Damit bleibt sie deutlich hinter Plan: Bis Ende Oktober 2012 will sie 40 Milliarden in die Hand nehmen, um auf diese Weise die Refinanzierungsnot der Banken zu lindern - sie müsste pro Geschäftstag also durchschnittlich Covered Bonds für 157 Millionen Euro kaufen, wie die Analysten der Commerzbank vorrechneten. „Unterm Strich bleibt der Markteinfluss des neuen EZB-Kaufprogramms bislang sehr beschränkt, urteilen die Experten.

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Schon in der vorangegangenen Finanzkrise hatte die EZB ein solches Programm aufgelegt, um den Covered-Bond-Markt zu stützen. Von 2009 bis 2010 kaufte die Zentralbank Papiere im Volumen von rund 60 Milliarden Euro. Als sich nun im Zuge der Staatsschuldenkrise neue „Verstopfungstendenzen“ gerade in den Euro-Peripherieländern zeigten, holte sie das alte Instrument wieder aus der Schublade.

Branchenkenner lobten den Schritt zwar als wichtiges Signal, das die Entschlossenheit der EZB zeige. Schließlich haben es die Banken immer schwerer, sich am Kapitalmarkt frisches Geld zu beschaffen. Doch spielen nun zwei Probleme eine Rolle: Einerseits will die EZB am Primärmarkt nur ein Investor unter vielen sein. Das setzt voraus, dass auch andere Anleger im großen Stil bei neuen Pfandbriefen und Covered Bonds zugreifen. Das passiert derzeit aber nicht - erst recht nicht, wenn die Papiere von Banken aus den angezählten Schuldenstaaten stammen.

Zum anderen liegen die Preisvorstellungen auf dem Sekundärmarkt offenkundig zu weit auseinander. Die Handelsabteilungen der Geldhäuser seien kurz vor Jahresende nicht bereit, Papiere mit Preisabschlägen an die EZB abzutreten, berichten Banker. Eine nachhaltige Marktbelebung ist deshalb wohl frühestens im Januar zu erwarten, denn zu Jahresbeginn ist die Zahl der Neuemissionen traditionell am größten.


Selbst in Deutschland geht nicht mehr viel

Dabei sind die deutschen Pfandbriefe und ihre internationalen Pendants, die Covered Bonds, eigentlich ein vergleichsweise sicheres Investment für Anleger. Es sind verzinsliche Schuldverschreibungen, die mit Immobilienhypotheken, Schiffs- und Flugzeugfinanzierungen oder Darlehen an die öffentliche Hand besichert sind. Die dahinter steckenden Forderungen bleiben in der Bilanz des Emittenten, die Darlehen im sogenannten Deckungsstock werden deshalb regelmäßig auf Ausfallrisiken überprüft. Für Europas Banken wiederum sind die Papiere wichtige Refinanzierungsinstrumente, denn sie sind deutlich günstiger als unbesicherte Anleihen. Jahrelang florierte der Markt, erst mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 und dem darauffolgenden Vertrauensverlust der Anleger geriet er erstmals ins Stocken.

Nun ist es wieder so weit. Selbst der deutsche Pfandbriefmarkt, jahrelang Vorzeigemodell für andere Länder, läuft nicht mehr ganz so rund. Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) hatte vor einem Jahr für 2011 noch einen Pfandbriefabsatz von knapp 90 Milliarden Euro prognostiziert. Bis Ende Oktober waren es 60 Milliarden. Viel dürfte in den letzten beiden Monaten nicht mehr hinzukommen, das tatsächliche Emissionsvolumen werde daher die Prognose klar verfehlen, heißt es inzwischen vom vdp. In den Boomzeiten hatte es der deutsche Markt einmal auf deutlich über 100 Milliarden Euro geschafft.

Quelle:  Handelsblatt Online
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