Investmentfonds: Cocktails bevorzugt

Investmentfonds: Cocktails bevorzugt

, aktualisiert 15. November 2016, 19:13 Uhr
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Ein kleiner Bulle im Handelssaal der Börse vor der Anzeigetafel für den Dax-Index: Deutsche Anleger gehören nicht zu den Aktienoptimisten.

von Anke RezmerQuelle:Handelsblatt Online

Der pure Aktienfond hat in der Gunst der Privatanleger deutlich verloren: In den ersten neun Monaten des Jahres tauschten sie den Klassiker gegen Produkte aus, in denen verschiedene Anlageklassen gemixt werden.

FrankfurtDeutsche Privatanleger und Aktien sind sich auch in diesem Jahr bisher nicht näher gekommen. Immer wieder geben die Deutschen in Umfragen zu, dass ihnen die börsennotierten Unternehmensbeteiligungen zu stark im Wert schwanken und sie – auch vorübergehend – keine Verluste im Depot mögen. Neue Zahlen zum Absatz von Investmentfonds belegen diese Scheu: Deutsche Anleger haben in den ersten neun Monaten aus den vor allem für Private aufgelegten Publikumsfonds netto 1,3 Milliarden Euro Kapital abgezogen. Das teilt der deutsche Fondsverband BVI mit. Aus den Börsenindizes nachbildenden Fonds, den ETF, flossen demnach sogar 4,3 Milliarden Euro ab. Nach Regionen wollten Anleger vor allem Anteile aus europäischen Fonds loswerden, für insgesamt 3,8 Milliarden Euro.

Besser gefallen den Deutschen dagegen die als Allwetterfonds verkauften Mischfonds, in denen verschiedenste Wertpapiere stecken. Diese Produkte zogen unterm Strich 7,1 Milliarden Euro neues Kapital an, wie der BVI errechnet hat. Auch hier sind Fonds, die weniger auf Aktien, dafür stärker auf Anleihen setzen, am meisten gefragt: Allein 4,1 Milliarden Euro legten die Deutschen dort an. Auch offene Immobilienfonds stehen hoch in der Gunst der Deutschen: Für 4,6 Milliarden Euro  kauften sie in diesem Jahr Anteile.

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Anleihefonds sammelten trotz rekordtiefer Zinsen immerhin 1,7 Milliarden Euro neues Geld ein. Vor allem bei Fonds mit Schwellenländer-und Firmenbonds erhoffen sich die Investoren noch ein wenig Zinsertrag.

Unter den großen deutschen Fondsanbietern gibt es nach wie vor enorme Unterschiede beim Absatz: So verliert die Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Asset Management weiter massiv Kundengelder. Aus Publikumsfonds zogen deutsche Anleger in den ersten neun Monaten  per Saldo 5,5 Milliarden Euro ab. Großanleger entnahmen  Spezialfonds und Mandaten  netto weitere knapp fünf Milliarden Euro. Dagegen sammelten die großen Konkurrenten Milliarden ein, allen voran die genossenschaftliche Union Investment: Dort steckten Investoren bis Ende September per Saldo 9,5 Milliarden Euro in Publikumsfonds und 5,7 Milliarden Euro in Spezialfonds und Mandate.      

Unterm Strich sammelte die Branche in den ersten neun Monaten netto 8,7 Milliarden Euro neues Kapital in Publikumsfonds ein und gut 61 Milliarden in Spezialfonds und Mandaten für Großinvestoren. Die Branche managt in Deutschland ein Vermögen von insgesamt 2,8 Billionen Euro.     

Quelle:  Handelsblatt Online
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