Investmentfonds: Raus aus den Aktien, rein in die Aktien

Investmentfonds: Raus aus den Aktien, rein in die Aktien

, aktualisiert 17. August 2016, 16:19 Uhr
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Anzeigetafel des Dax im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt: Im ersten Halbjahr hatten deutsche Fondsanleger kein Zutrauen zu Aktien.

von Anke RezmerQuelle:Handelsblatt Online

Deutsche Anleger haben im ersten Halbjahr massiv Kapital aus reinen Aktienfonds abgezogen. Stattdessen steckten sie es in Mischfonds. Die investieren auch in Börsenpapiere, mixen sie aber auch mit anderen Wertpapierarten.

Freunde der Aktie scheinen die Deutschen gerade wieder nicht zu sein. Feinde aber auch nicht. Investoren haben im ersten Halbjahr 2016 aus den vor allem für private Anleger aufgelegten Aktien-Publikumsfonds am deutschen Markt per Saldo 2,5 Milliarden Euro Kapital abgezogen – so viel wie aus keiner anderen Fondsgruppe. Das zeigt die aktuelle Absatzstatistik des deutschen Fondsverbands BVI. Indirekt aber haben sie zugleich massiv in Aktien investiert – über die beliebten Mischfonds.

Dort steckten sie in den ersten sechs Monaten des Jahres allein netto 4,6 Milliarden Euro frisches Geld hinein. Die Manager dieser aus verschiedenen Wertpapierarten gemischten Fonds legen das Kapital in unterschiedlichem Ausmaß auch in Aktien an. Neben den Mischprodukten kauften Investoren im ersten Halbjahr per saldo nur noch offene Immobilienfonds im Volumen von 4,4 Milliarden Euro.

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Mischfonds sind seit Jahren die beliebteste Fondskategorie am deutschen Markt für Publikumsfonds. Seit dem Jahr 2009 sind netto mehr als 100 Milliarden Euro in die Fonds geflossen. Insgesamt verwalten Mischfondsmanager ein Vermögen von 213 Milliarden Euro, das ist knapp ein Viertel des Vermögens in Publikumsfonds.

Der Vorsprung der Mixprodukte liegt auch darin begründet, dass Anbieter und Finanzberater diese Fonds gern verkaufen. Denn sie bringen ihnen höhere Gebühren als etwa börsengehandelte Indexfonds, die sogenannten ETFs, und auch als Spezialfonds für Großinvestoren, die den Fondsabsatz der Branche dominieren.

Anlegern bringen die Mischfonds immerhin Chancen auf Kapitalmarktrenditen. Damit liege das Geld wenigstens nicht unverzinst auf Bankkonten, meint Ali Masarwah, Analyst des Fonds-Reserachhauses Morningstar. Da sich die rund 2.000 Fonds am Markt aber sehr stark unterscheiden, müssten Anleger ein Produkt genau anschauen, bevor sie kauften, mahnt der Fonds-Experte. Zudem variieren die Kosten der Produkte stark.


Bei der Deutsche-Bank-Fondstochter fließt deutlich Anlegerkapital ab

Enorme Unterschiede gibt es beim Absatz großer Anbieter von Privatanleger-Fonds – wie die Publikumsfonds auch genannt werden, obwohl auch Profis dort Geld anlegen: Das genossenschaftliche Fondshaus Union Investment hat im ersten Halbjahr massiv neues Anlegergeld eingesammelt, allein in Wertpapierfonds 4,6 Milliarden Euro.

Besonders gefragt waren – kaum überraschend – deren Mischfonds. Konkurrenten wie die Sparkassentochter Deka oder Allianz-Tochter Allianz GI verbuchten ebenfalls deutliche Zuflüsse von 1,9 Milliarden und 1,7 Milliarden Euro.

Deutlich Kapital abgeflossen ist dagegen bei der Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Asset Management. 5,6 Milliarden Euro zogen Anleger im ersten Halbjahr aus Wertpapierfonds ab. Dies fällt in eine Zeit, in der der Mutterkonzern umstrukturiert wird und unter dem Misstrauen der Anleger gegenüber der ganzen Branche leidet. Im Asset Management erlebt das Haus ein Führungsvakuum: Dessen Chef Quintin Price ist krankheitsbedingt im Juni ausgeschieden. Sein Nachfolger, Nicolas Moreau, soll im Oktober von Axa kommen.

Insgesamt haben private und professionelle Anleger im ersten Halbjahr netto 49,6 Milliarden Euro neues Kapital in Fonds am deutschen Markt investiert. Großinvestoren legten mit 46,9 Milliarden Euro den Löwenanteil davon in die für sie konzipierten Spezialfonds an. Die Fondsbranche managt insgesamt ein Vermögen in Höhe von 2,7 Billionen Euro am deutschen Markt.

Im Juni hielten sich private Anleger allerdings extrem zurück – was vermutlich der Brexit-Entscheidung der Briten geschuldet war. Unterm Strich zogen sie minimale 200 Millionen Euro aus Publikumsfonds ab. Leichte Zuflüsse verbuchten Immobilienfonds, leichte Abflüsse Aktienfonds. Doch bereits im Juli, als die Aktienmärkte sich wieder vom Schock des Votums erholten, kauften Anleger wieder. Große Anbieter berichten von deutlichen Zuflüssen in gemischte und sogar in Aktienfonds.

Quelle:  Handelsblatt Online
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