iPhone auf Rekordfahrt: Icahn hält Apple-Aktie für Schnäppchen

iPhone auf Rekordfahrt: Icahn hält Apple-Aktie für Schnäppchen

von Axel PostinettQuelle:Handelsblatt Online

Apple fährt weiter auf der Siegerstraße. Das iPhone bricht alle Rekorde, aber es gibt auch Probleme. Der Aktienkurs kommt nicht richtig vom Fleck – und das, obwohl Großinvestor Carl Icahn über alle Maßen schwärmt.

Rekorde, wo man hinblickt. Apple feuert auf (fast) allen Zylindern. Das iPhone fliegt aus den Regalen, Gewinn und Umsatz explodieren. Selbst Dauernörgler und Aktionärsaktivist Carl Icahn müsste zufrieden sein. Die Zahlen für das abgelaufene Quartal scheinen seine aggressiven Prognosen für Gewinn und Umsatz zu untermauern. Für das laufende Weihnachtsquartal verspricht Vorstandschef Tim Cook Umsätze von 63 bis 66,5 Milliarden Dollar – ein weiterer Rekord. Doch ironischerweise erhöht das nur den Druck auf ihn. Denn der Aktienkurs kommt nicht in die Gänge, nachbörslich gab es ein mageres Plus von 1,5 Prozent 101,5 Dollar.

Erwartungen übertroffen iPhone 6 beflügelt Apple

Die neuen iPhone-Modelle verkaufen sich rasend schnell. Das brachte dem Konzern den nächsten Milliardengewinn ein. Aber auch die Mac-Computer erzielten im notorisch schwächelnden PC-Geschäft überraschend Rekordverkäufe.

huGO-BildID: 39440937 ILLUSTRATION - Eine Frau hält am 17.09.2014 in Berlin ein iPhone 6 in ihrer Hand. Foto: Christoph Schmidt/dpa (zu: "Auf Biegen und Brechen: iPhone-Zerstörung als Klick-Magnet" vom 25.09.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Apple-Investor Icahn will jedoch, dass sich der Kurs des „dramatisch unterbewerteten“ Papiers verdoppelt – auf über 200 Dollar. Er will Aktienrückkäufe in ungeahntem Ausmaß beim Management durchboxen. Der Apple-Chef Cook setzt dagegen auf gute Produkte und Geduld. Wer wird sich durchsetzen? Dass die Zahlen gut werden würden, hatte Apple schon angedeutet. Aber was am Ende des 4. Quartals des Geschäftsjahres 2013/14 (zum 29. September) tatsächlich in den Büchern stand, übertraf alle Erwartungen. Der Umsatz von 42,12 Milliarden Dollar liegt weit oberhalb der selbst gesetzten Marke von 40 Milliarden Dollar und den 37,5 Milliarden vom Vorjahr.

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Daraus destillierte Cook einen Nettogewinn von 8,5 Milliarden Dollar, eine satte Milliarde mehr als im Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie stieg überproportional auf 1,42 Dollar nach 1,18 Dollar im Vorjahr. Das liegt an Aktienrückkäufen für 17 Milliarden Dollar im Quartal, wie Apple mitteilt. Auf Drängen von Icahn musste Cook 2013 das bislang größte Aktienrückkaufprogramm der Börsengeschichte einleiten.

Der Nettogewinn verteilt sich so auf immer weniger Aktien, was gut aussieht. In einem offenen Brief forderte der Aktionärs-Investor vor zwei Wochen diese kursstützenden Maßnahmen massiv auszuweiten. Bislang will Cook nicht darauf eingehen. Er setzt auf das iPhone. Mehr als je zuvor hängt das Wohl und Wehe von den Smartphones ab, die mittlerweile 56 Prozent des Umsatzes einspielen.


Erfolgreichster iPhone-Start aller Zeiten

Die Modelle iPhone 6 und 6 Plus kommen bei den Kunden blendend an. Obwohl erst spät im September verfügbar, katapultierten sie die Verkäufe auf absolutes Rekordniveau von über 39 Millionen Stück. Wie viele davon aktuelle Modelle sind ist nicht klar. Apple selbst gibt nur an, in der ersten Woche zehn Millionen Orders reingenommen zu haben. Und laut Cook war es „der erfolgreichste iPhone-Start aller Zeiten“. Die beiden iPhone 6 zusammengenommen hätten in jedem Land, in dem sie verfügbar waren, die Verkäufe des iPhone 5S zur vergleichbaren Vorjahreszeit übertroffen. Rivale Samsung, der lange von Apples Fehlen im „Phablet“-Segement profitierte, geht harten Zeiten entgegen.

Apple-Investor Carl Icahn prognostiziert für das neue Finanzjahr 2014/15, das gerade begonnen hat, ein Plus bei iPhones von 22 Prozent in Stückzahlen, und dann sieben und zehn Prozent in den Folgejahren. Das scheint vor dem Hintergrund des aktuellen iPhone-Booms nun etwas realistischer. Die gigantischen iPhone-Verkäufe überdecken allerdings gnädig die Schwäche bei iPads.

Im dritten Quartal in Folge ging es bergab, mit 12,3 Millionen Stück waren es 12,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Vor allem das iPad mini kämpft. Es muss sich gegen preisgünstige Alternativen aus Asien zur Wehr setzen und gegen Konkurrenz aus dem eigenen Lager. Das iPhone 6 Plus (5,5-Zoll-Bildschirm) kommt dem iPad mini mit 7,9-Zoll schon ziemlich nahe.

Paul Meeks von Saturna Capital sieht seine Befürchtungen bestätigt: „Das iPhone kannibalisiert das iPad“, so der Analyst auf CNBC. iPad Air 2 und mini 3 ändern das nicht. Das iPad, nach Aussagen Apples einst das am schnellsten wachsende Produkt des Konzerns, sucht einen neuen Sinn. Entsprechend überrascht Icahns optimistische Ansage von einem Umsatzplus von 13 Prozent im laufenden Finanzjahr.

Acht Prozent sollen dabei neue Formate wie ein 12,9-Zoll-Business-iPad bringen. Vier Prozent erwartet Icahn durch Preissteigerungen. Tatsächlich hat Apple vergangene Woche kein großes iPad gezeigt und die Preise sogar leicht gesenkt. Icahn hofft auf die Vertriebsallianz mit IBM. Doch es sind große Tablets, die den iPad-Boom in Unternehmen abwürgen. Dazu zählen Microsofts Surface 3 und attraktive, preisgünstige Laptops und „Hybrids“-Laptops, die ohne Tastatur als Tablet dienen können.

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