IPOs im Herbst: Kaum Börsengänge erwartet

IPOs im Herbst: Kaum Börsengänge erwartet

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Bulle und Bär vor der Börse in Frankfurt.

Die Investmentbank Goldman Sachs erwartet für den Herbst eine Handvoll Börsengänge. Nicht nur die Kurse sind derzeit zu volatil, auch die Erinnerungen an missglückte Sprünge aufs Parkett sind noch zu frisch.

Über Deutschland wird nach Einschätzung der Investmentbank Goldman Sachs auch im Herbst keine Welle von Börsengängen hereinbrechen. "Maximal fünf" Börsengänge seien zu erwarten, sagte der für das Kapitalmarktgeschäft im deutschsprachigen Raum zuständige Manager Christoph Stanger am Donnerstag in Frankfurt. Die meisten der Börsenkandidaten kämen aus der Hand von Private-Equity-Gesellschaften. "Die Finanzinvestoren hatten nach der Finanzkrise einen gewissen Rückstau, doch nun finden sie wieder den Weg an die Börse", sagte er.

Zu den Anwärtern auf den Sprung an die Frankfurter Börse zählt Goldman Sachs den Badarmaturen-Hersteller Grohe, bei dem sich die Eigentümer TPG und Credit Suisse aber gleichzeitig um einen Verkauf bemühen. Diesen sogenannten "Dual Track" sieht Stanger als Ausnahme. Nicht immer funktioniere der Plan, damit den Verkaufspreis in die Höhe zu treiben. "Dazu muss ein Unternehmen schon begeistert am Markt aufgenommen werden." Ein Beispiel dafür sei der Wissenschaftsverlag Springer Science, bei dem kurz vor dem Börsengang doch noch der Finanzinvestor BC Partners für bis zu 3,3 Milliarden Euro zuschlug.

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Bei Springer Science hatte Stanger ebenso mitgemischt wie bei den Börsengängen des Gabelstaplerherstellers Kion und der Wohnimmobiliengesellschaft LEG, die im ersten Halbjahr von Finanzinvestoren an die Börse gebracht wurden. Auch die Abspaltung der Siemens -Tochter Osram hatte der Goldman-Banker begleitet. Wegen der Umbruchsituation von Osram sei es die richtige Entscheidung gewesen, den Weg an die Börse zu gehen, ohne neue Aktien auszugeben. "Mit einem IPO wäre das ein Riesen-Problem gewesen", sagte Stanger. So hätten die Siemens-Aktionäre in einer Woche sieben Prozent gewonnen.

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In den kommenden Monaten dürften es vor allem die Notenbanken sein, die die Kurse an den Börsen kräftig durcheinanderpusten. Quelle: dpa/Montage

Je volatiler die Entwicklung an den Börsen ist, desto unsicherer sind die Investoren. Zu frisch sind die Erinnerungen an den holprigen Börsengang des Wohnimmobilienkonzerns Deutsche Annington. Das Unternehmen brauchte zwei Anläufe, um endlich an der Frankfurter Börse zu landen. Zwar war auch der Ausgabepreis zu hoch gegriffen, allerdings spielte auch die allgemeine Verunsicherung unter den Anlegern eine Rolle. Denn nach der Ankündigung Bernankes, die expansive Geldpolitik der Fed drosseln zu wollen, hatten Anleger auf Börsenneulinge erst mal keine Lust mehr.

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Kein Wunder also, dass nur wenige Unternehmen in den Startlöchern für den Sprung aufs Parkett stehen. Denn vorerst dürften die Kurse volatil bleiben, vor allem die Politik der Notenbanker steht im Fokus der Anleger. Obwohl Experten mit einem baldigen Ende der Rezession in der Eurozone rechnen, geben sie noch nicht endgültig grünes Licht. „In der Eurozone zeichnet sich zwar ein Ende der Rezession ab. Die anhaltenden Strukturprobleme in vielen Mitgliedsländern, speziell in Frankreich, lassen für die Wirtschaft aber allenfalls einen kleinen Zuwachs knapp über der Nulllinie erwarten“, sagte Christian Heger, Chef-Investor bei HSBC Global Asset Management in Deutschland. Erst 2014 stehe die Weltwirtschaft dank der Stabilisierung in der Eurozone vor einer leichten Erholung.

Grundsätzlich sind Analysten aber für das letzte Quartal und den Start ins Börsenjahr 2014 positiv gestimmt. „Trotz der guten Entwicklung an Börsenplätzen wie den USA und Deutschland sind keine Anzeichen für eine zu große Euphorie erkennbar. Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten ist daher noch nicht beendet", sagt Heger. Sobald langfristig ein positiver Trend in Sicht ist, dürfte auch das Interesse der Unternehmen an Börsengängen wieder steigen.

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