Jahrestief: Dax stürzt massiv ab

Jahrestief: Dax stürzt massiv ab

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Schock an der Börse: Der Dax ist am Morgen eingeknickt.

Am Mittwochmorgen ging eine Schockwelle durch die Börse: Der Dax fiel innerhalb weniger Minuten um rund 180 Punkte. Der Leitindex gab bis zu 2,2 Prozent auf 7514 Zähler nach - der niedrigste Stand seit Dezember.

Börsianer haben am Mittwoch wieder einmal die Macht der Maschinen zu spüren bekommen. Zum Ende der ersten Handelsstunde war der Dax binnen Minuten um rund 180 Punkte abgesackt und hatte damit für Aufregung in den Handelsräumen gesorgt. In der Spitze fiel der Leitindex um 2,2 Prozent auf 7514 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang Dezember. Auch der EuroStoxx50 ging auf Talfahrt, allerdings nicht ganz so drastisch. Der Index verlor in der Spitze 1,7 Prozent auf 2564 Zähler. Bis zum Mittag beruhigte sich der Markt wieder, so dass Dax und EuroStoxx50 noch 1,1 und 0,6 Prozent im Minus lagen.

Beobachter geben Computerprogrammen die Schuld: "Ein Gruß an die Algotrader", sagte ein Händler. Beim Algotrading handelt es sich um automatisierten Hochfrequenzandel von Wertpapieren durch Computerprogramme. "Wir haben heute den Lemminge-Effekt gesehen: Einer fängt an und alle ziehen mit", meinte ein anderer. Gleichzeitig schossen Spekulationen ins Kraut. Unter anderem verwiesen einige Börsianer auf einen Raketeneinschlag in Israel, aber auch eine mögliche Fehleingabe bei einer Order wurde diskutiert.

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Hochfrequenzhandel "Der unregulierte Wertpapierhandel gehört verboten"

Der Bundestags-Finanzausschuss berät über die Regulierung des Börsenhandels. Unser Kolumnist Christoph Boschan, Vorstand der Börse Stuttgart, fordert dabei „eine umfassende Re-Regulierung des Finanzmarktes“.

Risiken für Anleger minimieren - In Zukunft soll der Hochfrequenzhandel an der Börse besser reguliert werden Quelle: dpa

Devisen- und Rentenanleger ließen sich von der Aufregung am Aktienmarkt kaum aus der Ruhe bringen. Der Euro kostete am Mittag nach einem kurzen Durchhänger mit 1,3192 Dollar mehr als im späten US-Geschäft. Der Bund-Future - der kurzzeitig ins Plus gedreht war - lag 25 Ticks im Minus bei 145,48 Zählern.

Mit die höchsten Verluste im Leitindex verbuchten die Titel von Infineon mit einem Minus von knapp drei Prozent. Händler verwiesen auf die Zwischenbilanz von Intel, die die schwierige Lage der Chipindustrie noch einmal in den Fokus gerückt habe. Der Branchenprimus hat seine Umsatzprognose und die angepeilten Investitionen wegen anhaltender Schwierigkeiten auf dem PC-Markt gekappt. "Intel ist immer noch beispielhaft für die Branche, und bei der aktuellen Weltwirtschaftslage lässt sich nur sehr schwer Geld verdienen", sagte ein Händler. Im TecDax verbuchten Dialog Semiconductor mit einem Verlust von 5,2 Prozent den höchsten Verlust.

Dank freundlicher Vorgaben aus Übersee hatte der deutsche Aktienmarkt zum Handelsstart am Mittwoch noch mehrheitlich moderat zugelegt. Im frühen Handel rückte der Leitindex zunächst um 0,11 Prozent auf 7691 Punkte vor, nachdem er am Dienstag bereits den dritten Verlusttag in Folge hingelegt hatte: Nach einem wechselhaften Handelsverlauf schloss der deutsche Leitindex am Dienstag 0,39 Prozent tiefer bei 7682,58 Punkten. Deutliche Kursverluste bei den Energieversorgern Eon und RWE belasteten den Aktienmarkt Börsianern zufolge ebenso wie die überraschend deutliche Eintrübung der Stimmung deutscher Finanzexperten.

Paket verkauft Daimler nimmt 2,2 Milliarden Euro für EADS-Aktien ein

Daimler hat sich endgültig von der Airbus-Mutter EADS verabschiedet und seine verbliebenen Anteile für rund 2,2 Milliarden Euro verkauft. EADS langte selbst kräftig zu.

eads Quelle: dpa

Die Aktien von Daimler und EADS haben derweil kräftig vom Verkauf der EADS-Restbeteiligung durch den Autobauer profitiert. Die Titel der Stuttgarter legten als Reaktion um knapp ein Prozent auf 39,860 Euro zu. Für die Aktien des größten europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns ging es sogar um nahezu fünf Prozent auf 38,90 Euro nach oben. Händler berichteten über ein großes Interesse an den EADS-Titeln am Markt. Die Aktien gewannen 4,3 Prozent und gehörten damit zu den größten Gewinnern im MDax.
Übertrumpft wurden sie nur von Kabel Deutschland, die von Übernahmefantasien zeitweise um 8,7 Prozent nach oben katapultiert wurden. Das "Manager-Magazin" hatte berichtet, der Medienkonzern Liberty Global bereite ein Übernahmeangebot vor. Der Münchener Konzern lehnte eine Stellungnahme ab.

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