Japanische Aktien: Düsternis ist vorbei, die Rally soll kommen

Japanische Aktien: Düsternis ist vorbei, die Rally soll kommen

, aktualisiert 18. April 2017, 14:15 Uhr
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In den letzten Wochen kannten japanische Aktien nur den Weg nach unten. Experten rechnen in der nächsten Zeit aber mit einer neuen Rally.

Quelle:Handelsblatt Online

Aufgrund politischer Spannungen hat der japanische Leitindex Topix in der fünften Woche in Folge an Wert verloren. Experten halten den Markt allerdings für deutlich unterbewertet und spekulieren in den nächsten Wochen auf steigende Kurse.

TokioJapanische Aktien sind so stark niedergeprügelt worden, dass sie jetzt zu billig sind, um sie einfach zu ignorieren. Das sagt der Vermögensverwalter Pictet Asset Management Ltd. Zuletzt war der Topix-Leitindex die fünfte Woche in Folge abgerutscht. „Das ist eine Kaufgelegenheit“, meinte Hiroshi Matsumoto, Chef für Japan-Investments bei dem Vermögensverwalter, in einem Telefoninterview mit Bloomberg aus Tokio.

Der Markt ist seiner Meinung nach unterbewertet, weil Investoren übermäßig pessimistisch sind mit Blick auf die nächste Runde an Quartalszahlen, die in zwei Wochen beginnt, und wegen der Spannungen mit Nordkorea. Sobald die Marktteilnehmer realisieren würden, dass sie zu negativ eingestellt seien, sollten die Aktien in Tokio steigen, sagte Matsumoto.

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Der Topix ist seit seinem 15-Monats-Hoch am 13. März bis Ende vergangener Woche um 7,5 Prozent gefallen. Damit liegt das Börsenbarometer im bisherigen Jahresverlauf fast vier Prozent im Minus - die zweitschlechteste Entwicklung unter 24 Industrieländer-Aktienmärkten, die von Bloomberg beobachtet werden. Die Aktien waren aufgrund von Ereignissen im Ausland unter Druck geraten. Dazu zählten beispielsweise Angst über Nuklear-Test von Kim Jong-Un und ein Kommentar von US-Präsident Donald Trump, dass der Dollar zu stark sei.

Obwohl der Yen gegenüber dem Greenback in diesem Jahr um mehr als sieben Prozent zugelegt hat, wettet Matsumoto, dass Investoren positiv überrascht werden, wenn Unternehmen ihre Prognosen für das neue Geschäftsjahr, das am 1. April begonnen hat, vorlegen. Er glaubt, dass die solide Weltwirtschaft die Gewinne antreibt, und dass gut geführte Unternehmen die Währungsrisiken bewältigen können.

„Falls sie relativ stabile Prognosen für das Fiskaljahr 2017 aufzeigen, wird das ein Katalysator dafür sein, dass die Leute zu glauben beginnen, dass der Markt billig ist und die Geschäftsergebnisse nicht so schrecklich schlimm sind“, sagte Matsumoto. Sein Unternehmen, Pictet, verwaltet mit Stand vom Dezember ein Vermögen von rund 162,2 Mrd. Franken. Am vergangenen Freitag wurde der Topix zum 13,2-fachen des prognostizierten 12-Monatsgewinn gehandelt. Im Vergleich zum amerikanischen S&P 500 Index ist das ein Abschlag von 24 Prozent. Matsumoto ist mit Blick auf Nordkorea nicht besorgt, insbesondere nicht nach dem Treffen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping mit Trump.

„Natürlich, wer weiß schon, was passiert“, sagte Matsumoto vor dem Raketentest am vergangenen Wochenende. „Aber Xi und Trump hatten ein Treffen. Noch gibt es keine Beweise, doch Trumps Tweet zufolge gibt es eine gewisse Chance, dass Xi mit den USA kooperiert“, um Druck auf Nordkorea auszuüben. „Vielleicht reflektiert Japans Überempfindlichkeit bei Geopolitik die Tatsache, dass es der einfachste Markt in Asien ist, um zu handeln“, erklärte auch Jonathan Allum, Stratege bei SMBC Nikko Capital Markets Ltd. in London unlängst in einer Kundennotiz. „Falls sich jeder dazu entscheidet, Risiko vom Tisch zu nehmen, dann ist Japan der am einfachsten zu erreichende Tisch.“

Naoki Murakami, Marktstratege bei AllianceBernstein Japan Ltd. in Tokio, wartet nach eigenen Angaben darauf, dass die diplomatischen Spannungen abnehmen. Sobald das der Fall sei, könnten Investoren sich wieder auf die Fundamentaldaten der Unternehmen konzentrieren. „Investoren schauen im Moment nur auf die geopolitischen Risiken“, sagte Murakami. „Sobald das nachlässt, liegt es nur in der Natur der Sache, dass die Aktienkurse steigen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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