Kabel gegen Internet: Welche Aktien vom neuen Überall-TV profitieren

Kabel gegen Internet: Welche Aktien vom neuen Überall-TV profitieren

Bild vergrößern

Fernsehen findet immer mehr über das Internet statt. Der Wachstumsmarkt ist umkämpft, auch die Kabelnetz-Dinosaurier mischen erfolgreich mit

Netflix, Google, Apple und Intel wollen über das Internet den TV-Markt umkrempeln. Doch sie haben mächtige Gegner, die ihre Milliardengewinne entschieden verteidigen. Worauf Anleger setzen können.

Kein Zweifel, für Netflix läuft es im Moment. Der Anbieter von Internet-Filmen und -Serien heimste letzten Monat gleich 14 Nominierungen für den Emmy ein, den wichtigsten US-Fernsehpreis. Vier Tage später meldete der Internet-Dienst, er habe die Marke von 30 Millionen Abonnenten für seine Video-Streaming-Dienste geknackt. Der Kurs der Netflix-Aktie legte binnen Jahresfrist um 427 Prozent zu, sie ist der beste Titel im S&P 500-Index. Damit, so meinen viele TV-Markt-Experten, sein nun dem Letzten klar, wohin die Reise geht: Die TV-Branche stehe vor einer Revolution. Netflix verkündet auf seiner Web-Page: „Internet-TV wird das herkömmliche Fernsehen weltweit ersetzen. (...) Die Zahl der Internet-TV-Nutzer wird von Millionen in die Milliarden steigen, und Netflix ist der Vorreiter.“

Die Euphorie dürfte überzogen sein. Ja, Netflix erzielt beste Ergebnisse, aber abseits des Internet-TV-Booms tun das auch traditionelle Anbieter, die über Kabel oder Satellit senden. In den USA kauften Agenturen 2012 TV-Werbezeit im Rekordwert von 63 Milliarden Dollar. Zudem kassierten bezahlpflichtige Kabel- und Satellitensender 97 Milliarden Dollar an Fernsehgebühren, das ist, bei allem Respekt für das Neue, das 44-Fache der gesamten von Netflix generierten Internet-Erlöse. Auch für TV-Inhalte wurde so viel bezahlt wie nie zuvor. Allein die Bezahlsender überwiesen 2012 mehr als 43 Milliarden Dollar an Rechte-Eigentümer wie Walt Disney, Viacom und CBS. Insgesamt erwirtschaftete die US-TV-Wirtschaft die Rekordsumme von 160 Milliarden Dollar.

Anzeige

Viele Analysten behaupten, die Fernsehwirtschaft sei, ähnlich wie die Musikindustrie, reif für einen Umbruch durch das Internet. Doch der Vergleich hinkt. Die Musikindustrie war zu der Zeit, als Apple den Internet-Vertrieb via iTunes aufzog, bereits am Boden, sturmreif geschossen von Milliarden illegaler Downloads und Raubkopien. Sie hatte so viel Umsatz eingebüßt und war so tief in die roten Zahlen gerutscht, dass sie nichts mehr zu verlieren hatte, als Apple und Amazon mit ihren legalen Internet-Angeboten kamen.

An der dominanten Stellung der Kabel-TV-Firmen wird sich indes nicht viel ändern, wenn die Welt von TV- und Videokanälen auf Internet-TV umstellt. Sie lernen, Geld aus der Nutzung ihrer Breitbandleitungen zu schlagen, anstatt sich von neuen Konkurrenten die Butter vom Brot nehmen zu lassen, indem sie ihnen unbeschränkten Zugang zu ihren Kabelnetzen gewähren. Comcast etwa experimentiert mit interaktiven digitalen Modellen. Kabel-Dinosaurier TWC hat ein digitales Stufenmodell im Angebot, bietet Kunden, die nur geringe Datenvolumina nutzen, attraktive Einstiegspreise. Schon 2012 drehte Comcast mit seinem digitalen Dienst „X1“ den Spieß um: Das X1-Interface nutzt die besten Aspekte der Netflix-Seite, inklusive der Miniatur-Vorschaubilder auf Filme und Shows, hat aber dahinter das Arsenal einer TV-Station, mit Redaktionen, Rechten, Eigenmaterial.

Börsenherbst "Für Aktien ein fast perfektes Szenario"

Kaum jemand ist so nah am Börsengeschehen wie Robert Halver. Warum er trotz Syrien-Konflikt und Eurokrise optimistisch bleibt, die Wahl fast egal ist und was Anleger im heißen Herbst erwartet.

Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Münchener Baader Bank an seinem Arbeitsplatz, der Frankfurter Börse Quelle: Presse

Während die Anleger spekulieren, nehmen auch die Rechteverwerter ihre Zukunft längst selbst in die Hand. Dish etwa betreibt einen innovativen Dienst, der jede zur Hauptsendezeit gesendete Show in der Cloud speichert. Dort können Konsumenten die Aufzeichnungen bis zu acht Tage lang abspielen. Time Warner Cable kündigte im Juni an, seinen Abonnenten über die Spielkonsole Microsoft Xbox Zugang zu 300 Live-Kanälen zu gewähren.

Das Projekt ist Teil einer breit angelegten Brancheninitiative mit der Bezeichnung TV Everywhere, in deren Rahmen Betreiber und Anbieter TV-Sendungen an Tablets und Smartphones übermitteln. Einzige Bedingung: ein bestätigtes TV-Abo. Analystin Laura Martin von der Investmentbank Needham schätzt, dass TV Everywhere etwa vier Milliarden Dollar jährlich in die Kassen der TV-Industrie spülen könnte.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%