Keine Wende vor 2015 : Fed hält an historischem Niedrigzins fest

Keine Wende vor 2015 : Fed hält an historischem Niedrigzins fest

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FED-Chefin, Janet Yellen: Die Zinswende lässt allerdings weiter auf sich warten.

Die Börsen blicken mit Spannung auf die geldpolitischen Sitzungen der US-Notenbank. Große Überraschungen gab es auch dieses Mal nicht: Die Anleihekäufe werden gedrosselt, der Leitzins bleibt auf Rekordtief.

Die US-Notenbank Fed sieht derzeit keine Zinswende vor Beginn des Jahres 2015. Der historisch niedrige Leitzins werde noch „für längere Zeit“ unverändert zwischen null und 0,25 Prozent bleiben, teilte die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch (Ortszeit) in Washington mit. Die Vorsitzende Janet Yellen stellte klar, dass es für den Zeitpunkt möglicher Zinserhöhungen „keine mechanische Formel“ gebe. Grund für die lockere Geldpolitik sei vor allem die anhaltend erhöhte Arbeitslosigkeit in den USA.

Insgesamt befindet sich die größte Volkswirtschaft der Welt nach Ansicht der Fed aber auf gutem Kurs. „Wir haben weitere Zuwächse auf dem Arbeitsmarkt gesehen“, sagte Yellen. Zwar werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr deutlich weniger zulegen als zuletzt erwartet. Dafür sinke aber die Arbeitslosenquote schneller als bisher gedacht.

Frühere Fed-Chefs (Auswahl) und die neue Chefin

  • 1914-1928 Benjamin Strong

    Chef der New York Fed, kontrollierte erstmals die Inflation mittels Zinsen, steuerte die Geldmenge durch Kauf und Verkauf von Wertpapieren und sicherte die Geldversorgung. Mit Kriegsanleihen, „Liberty Bonds“, finanzierte er den Ersten Weltkrieg.

  • 1979-1987 Paul Volcker

    Gegen großen Protest trieb der Zuchtmeister der Märkte 1980 die Zinsen auf bis zu 17,5 Prozent hoch. So bekämpfte er die auf bis zu 13 Prozent gestiegene Inflationsrate. Drei Jahre später stiegen die Preise nur noch um 3,5 Prozent.

  • 1987-2006 Alan Greenspan

    Profilierte sich mit niedrigen Zinsen als Schutzheiliger der Märkte. Kurz nach seinem Amtsantritt kam es zum Börsencrash am 19. Oktober 1987 – die superexpansive Geldpolitik blieb und führte direkt in die Immobilien- und Finanzkrise.

  • Ab Februar 2014 Janet Yellen

    Die neue Fed-Chefin steht vor der heiklen Aufgabe, die lockere Geldpolitik ihres Vorgängers Ben Bernanke zu beenden, ohne Schocks an den Börsen auszulösen und die Konjunktur abzuwürgen. Eine harte Kehrtwende ist von ihr nicht zu erwarten.

Wie erwartet setzt die Notenbank ihre Drosselung der monatlichen Anleihekäufe zur Stützung der Konjunktur fort. Bereits zum fünften Mal in diesem Jahr fährt sie den Erwerb langfristiger Staatsanleihen und Immobilienpapiere um 10 Milliarden Dollar (7,4 Mrd Euro) pro Monat zurück. Damit sinkt die Summe von ursprünglich 85 auf künftig 35 Milliarden Dollar monatlich. Die Fed bekräftigte, sie wolle sich schrittweise von dieser außergewöhnliche Konjunkturmaßnahme verabschieden.

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Für das laufende Jahr senkte die Fed ihre BIP-Prognose auf 2,1 bis 2,3 Prozent. Im März hatte sie noch ein Wachstum von 2,8 bis 3,0 Prozent erwartet. Für den Arbeitsmarkt zeigten sich die Währungshüter wie bereits im März zuversichtlicher. Im laufenden Jahr rechnet die Notenbank nun mit einer Arbeitslosenquote von 6,0 Prozent bis 6,1 Prozent. Zuletzt hatte die Prognose zwischen 6,1 Prozent und 6,3 Prozent gelegen. Derzeit liegt die Quote bei 6,3 Prozent.

Die aufbauenden Aussagen Yellens verpassten den US-Börsen einen Schub und hoben den S&P-500-Index auf ein Rekordhoch. Auch der Dow Jones Industrial zog an und näherte sich wieder seiner Anfang Juni erreichten Bestmarke. Nach einem verhaltenen Start zog um 0,58 Prozent auf 16 906,62 Punkte. Von seinem Rekordhoch ist der berühmteste Aktienindex der Welt damit nur noch gut 60 Punkte entfernt.

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