Konjunktur: Deutsche Inflation höher als erwartet

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Konjunktur: Deutsche Inflation höher als erwartet

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Verglichen mit dem Vorjahr kosten Waren und Dienstleistungen in diesem Juni durchschnittlich ein Prozent mehr.

Die Inflationsrate ist in Deutschland stärker gestiegen als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr kosteten Waren und Dienstleistungen im Juni ein Prozent mehr.


Waren und Dienstleistungen kosteten im Juni durchschnittlich 1,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Die Teuerungsrate blieb damit nur wenig über dem im Mai erreichten Vier-Jahres-Tief von 0,9 Prozent. Immer verharrt sie damit deutlich unter zwei Prozent: Bei Werten knapp unter dieser Marke spricht die Europäische Zentralbank von stabilen Preisen.

Größter Preistreiber waren die Dienstleister, von Gaststätten bis zum Friseur. Sie hoben ihre Preise mit 1,6 Prozent überdurchschnittlich stark an. "Dahinter stecken spürbar steigende Löhne", sagte BayernLB-Ökonom Stefan Kipar. "Da der Lohnkostenanteil bei den Dienstleistern höher ist als in der Industrie, versuchen sie, höhere Personalkosten an die Kunden weiterzugeben." Wohnungsmieten wurden um 1,5 Prozent und damit ebenfalls überdurchschnittlich stark angehoben.

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Gedämpft wurde die Inflation dagegen von Nahrungsmitteln, die sich erstmals seit mehr als vier Jahren nicht mehr verteuerten, sondern genauso viel kosteten wie vor Jahresfrist. "Offensichtlich sind die Ernten gut gelaufen. Das Wetter hat diesmal mitgespielt", sagte Ökonom Kipar. 2013 waren die Lebensmittelpreise um 4,4 Prozent gestiegen, wozu Ernteausfälle nach einem langem Winter und einem nassen Frühjahr beitrugen.

Energie kostete nun 0,3 Prozent weniger als im Juni 2013. Allerdings mussten die Verbraucher mancherorts für Benzin und Diesel mehr bezahlen. Die Kraftstoffe verteuerten sich beispielsweise in Bayern um 1,4 Prozent. Wegen bürgerkriegsähnlicher Zustände in Teilen des Iraks hatte sich Öl zuletzt merklich verteuert.

Arbeitskosten als Treiber
Das Münchner Ifo-Institut sagt für 2015 wegen des erwarteten Aufschwungs eine höhere Teuerungsrate voraus. Sie soll dann bei durchschnittlich 1,7 Prozent liegen, nach 1,1 Prozent im laufenden Jahr. "Hier spiegelt sich vor allem die Entwicklung der Arbeitskosten wider, die infolge der zunehmenden Auslastung der Produktionskapazitäten und der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns deutlich steigen dürften", erklärte das Institut.

Die leicht anziehende Teuerung nimmt von der EZB etwas Druck. Sie hatte aus Sorge vor einer Deflation - einer für die Konjunktur schädlichen Spirale aus fallenden Preisen - ihren Leitzins auf ein Rekordtief gedrückt und den Banken erstmals Strafzinsen aufgebrummt.

"Der nur schwache Preisauftrieb wird die Debatte um mögliche Staatsanleihenkäufe durch die EZB aber am Leben erhalten", sagte Commerzbank-Ökonom Marco Wagner. Damit könnte die Zentralbank viel Geld in die Wirtschaft pumpen, was die Preise nach oben treiben könnte. Eine Entscheidung dürfte aber nicht bei der EZB-Zinssitzung in der kommenden Woche fallen.

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