Konjunkturzyklus: Der Aufschwung erreicht sein Haltbarkeitsdatum

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kolumneKonjunkturzyklus: Der Aufschwung erreicht sein Haltbarkeitsdatum

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Noch ziehen Deutschland und die USA die Weltwirtschaft mit, aber auch ihre Wachstumsphase wird ein Ende haben

Kolumne

In den kommenden Jahren wird es voraussichtlich auch in den bislang starken Industrieländern zu einer konjunkturellen Abkühlung kommen. Die Aktienmärkte werden sicherlich in Mitleidenschaft gezogen und das Zinsniveau dürfte noch länger sehr niedrig bleiben. Dies ist kein sehr günstiger Ausblick - allerdings wird sich der weltwirtschaftliche Konjunkturzyklus nach einer Abschwungphase wieder normalisieren.

Die Entwicklungsländer sind in den vergangenen Jahren mehr und mehr als globaler Wachstumsmotor ausgefallen. Dies lag hauptsächlich darin begründet, dass Schwellenländer wie China sich weiterentwickeln wollen - vom Investitionsstandort hin zum Innovationsstandort. Diese Länder möchten also nicht nur billig produzieren, sondern die Produkte auch selbst entwickeln und damit in der Wertschöpfungskette der Weltwirtschaft weiter nach oben rücken – eine Strategie, die vor dem Hintergrund der demographischen Herausforderungen in den asiatischen Ländern auch geboten ist. In Südamerika, wo das Wachstum hauptsächlich von Brasilien getragen wurde, hat eine fehlgeleitete Wirtschaft- und Strukturpolitik das Wachstumstempo merklich gedrosselt.

Stefan Bielmeier Quelle: Presse

Stefan Bielmeier ist seit 2010 der Chefvolkswirt und Leiter Research der DZ Bank, dem Zentralinstitut von mehr als 900 Genossenschaftsbanken. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Bild: Presse

Somit blieben als Motoren der Weltwirtschaft noch die Industrieländer. Insbesondere die USA, Großbritannien und Deutschland haben diese Rolle übernommen. Sie kämpfen jedoch mit einer – als Lehre aus der Finanzkrise politisch und gesellschaftlich gewünschten – zunehmenden Regulierung des Finanzsektors und einer spürbaren Investitionszurückhaltung. Letztere geht wohl auf die weltweit immer noch hohen Kapazitäten zurück, die in den Jahren vor der Krise 2008/2009 aufgebaut wurden und die immer noch nicht voll ausgelastet sind. Die Produktionskapazitäten waren früher auf ein globales Wirtschaftswachstum von rund vier Prozent pro Jahr ausgelegt. Seit 2009 liegt das durchschnittliche Wachstum jedoch nur noch bei rund drei Prozent. Ein anderer wichtiger Faktor ist die zunehmende Zahl weltpolitischer Krisenherde. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Unternehmen mit Investitionen zurückhalten. Die fehlende globale Investitionsbelebung ist somit ein Merkmal des aktuellen Wachstumszyklus.

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Die binnenwirtschaftliche Entwicklung in einzelnen G7-Ländern ist dabei durchaus positiver, als die bescheidenen globalen Wachstumsraten vermuten lassen. Dass die Wirtschaftsleistung der größten Industrieländer dennoch deutlich langsamer steigt als vor 2008, liegt in erster Linie an dem schwachen Außenhandel und nicht an der mangelnden Binnennachfrage. Die Entwicklung der Arbeitsmärkte – jedenfalls in Deutschland und in den USA – ist sehr erfreulich. Dass die Arbeitsmarktdaten für die Euro-Zone im Ganzen alles andere als befriedigend sind, liegt an den Folgen der europäischen Schuldenkrise.

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Deutschland ist in einigen Sektoren zwischenzeitlich sogar nahe an der Vollbeschäftigung. Die gute Beschäftigungssituation stärkt das Verbrauchervertrauen und macht sich zunehmend in einer Belebung des privaten Konsums bemerkbar. Die Zuversicht der privaten Haushalte, in Verbindung mit den sehr niedrigen Hypothekenzinsen, hat auch die Immobilienmärkte profitieren lassen. Insgesamt wird das Wachstum also hauptsächlich vom privaten Konsum getragen.

So weit, so gut. Insgesamt kann man mit der Entwicklung in den G7-Ländern recht zufrieden sein. Betrachtet man jedoch das monetäre Umfeld in den vergangenen Jahren, dann muss man sich fragen, wieso die extrem expansive Geldpolitik nicht mehr als das bescheidene weltwirtschaftliche Wachstum von rund drei Prozent hervorgebracht hat.

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