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Kreditwürdigkeit: Moody's stuft Italien herab

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft. Derweil hat der Wirtschaftsweise Bofinger die hohen Renditen, die das Land für seine Anleihen zahlen muss, als ungerechtfertigt bezeichnet.

Die Euro-Gruppe eilt Zypern zur Hilfe und gewährt dem Land einen 10-Milliarden-Euro-Kredit. Im Gegenzug muss Präsident Nikos Anastasiades die Körperschaftssteuer anheben und die heimischen Sparer zur Kasse bitten. Die Ratingagenturen haben schon lange den Glauben an die Kreditfähigkeit des Landes verloren. Staatsanleihen der Mittelmeerinsel werden als Ramschpapiere bewertet.

Rating (S&P/Moody's/Fitch): CCC+/ Caa3 / BB-

Bild: AP/dpa

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Italiens um zwei Noten heruntergestuft. Die Bewertung sei auf Baa2 von A3 gesenkt worden, teilte das US-Unternehmen in der Nacht zum Freitag in Frankfurt mit. Der Ausblick sei weiterhin negativ. Zudem warnte die Agentur, dass dem krisengeschüttelten Euro-Mitgliedsland eine weitere Herunterstufung drohe, sollten sich die Wirtschaftsaussichten verschlechtern.

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Es sei zu erwarten, dass die Kosten für die Schuldenfinanzierung weiter steigen oder das Land angesichts eines Vertrauensverlustes seinen Zugang zum Finanzmarkt verliert, hieß es zur Begründung. Außerdem wurde auf die „Ansteckungsgefahr“ Griechenlands und Spaniens verwiesen.

Angesichts einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Entwicklung in Italien, die durch sinkendes Wachstum und steigende Arbeitslosenzahlen deutlich werde, steige auch das Risiko, die Einsparungsziele zu verfehlen. Dies würde sich dann wiederum negativ auf das Vertrauen am Markt und die Möglichkeiten zur Beschaffung frischen Geldes auswirken, hieß es. Erst im Mai hatte Moody's die Bonität von 26 italienischen Banken heruntergestuft.

Kritik an hohen Renditen

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger kritisierte die hohen Refinanzierungskosten Italiens als ungerechtfertigt. „Man kann nicht erkennen, warum Italien bei einem Defizit von 1,7 Prozent Renditen von 6,0 bis 6,5 Prozent zahlen sollte, während Großbritannien mit einem Defizit von 7,7 Prozent seine Schulden am Markt mit rund zwei Prozent refinanzieren kann“, sagte Bofinger der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ vom Freitag.

Die Märkte sähen nicht die Fortschritte, die das hoch verschuldete Land gemacht habe. Italien sei im Kreise der sieben führenden Industriestaaten (G7) beim Haushaltsdefizit hinter Deutschland das solideste Land, sagte Bofinger, der als Mitglied im Sachverständigenrat die deutsche Bundesregierung berät.

Es sei richtig, dass Italiens Regierungschef Mario Monti beim jüngsten Euro-Gipfel durchgesetzt habe, dass Italien bei den Rettungsschirmen EFSF und ESM einen vereinfachten Antrag auf den Kauf von Staatsanleihen stellen kann. Italien müsste dann keine zusätzlichen Auflagen erfüllen. Monti erhofft sich davon, dass die Finanzierungskosten für die Verschuldung sinken.

Berlusconi will zurück an die Macht

Derweil wurde bekannt, dass der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi bei den Wahlen im kommenden Jahr wieder antreten will. „Ja, Berlusconi ist der Kandidat für den Ministerpräsidenten“, sagte der Fraktionsvorsitzende von Berlusconis Partei PDL, Fabrizio Cicchito, am Donnerstag zu italienischen Agenturen nach einem Treffen der Parteiführung in Berlusconis Wohnsitz in Rom. Vorwahlen, um einen Kandidaten der PDL zu küren, fänden somit nicht statt. Der 75-jährige Berlusconi hatte jüngst selbst einige Hinweise auf seine Rückkehr auf die politische Bühne gegeben.

Der Medienunternehmer, der die Politik in dem südeuropäischen Land in den vergangenen 20 Jahren weitgehend mitbestimmte, musste sich Ende 2011 zurückziehen. Seitdem ist der Technokrat Mario Monti Regierungschef. Zuletzt schwanden aber die Zustimmungswerte für ihn und seine Sparpolitik. Zudem kämpft Italien mit einem Vertrauensverlust an den Finanzmärkten. Die Refinanzierungskosten sind fast wieder auf den Stand gefallen, den sie bei Berlusconis Rücktritt hatten.

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