Kursrakete nach Börsendebüt: Mondpreis für die Twitter-Aktie

Kursrakete nach Börsendebüt: Mondpreis für die Twitter-Aktie

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Ist der Preis für die Twitter-Aktie übertrieben? Ja, findet Mr. Dax

von Andreas Toller

Plus 75 Prozent: Der Preis für Twitter-Aktien war ambitioniert, nach dem Börsenstart ist er maßlos übertrieben. Dirk Müller (Mr. Dax) vermutet sogar ein abgekartetes Spiel auf Kosten der Kleinanleger.

Nach dem Kursfeuerwerk am ersten Handelstag ist der Aktienkurs des Kurznachrichtendienstes Twitter mit 44,90 Dollar an der New Yorker Börse (NYSE) jeder realistischen Bewertung enteilt. Gegenüber dem Ausgabepreis von 26 Dollar je Aktie beträgt das Kursplus gegenüber dem Schlusskurs knapp 73 Prozent. Damit hat sich der Börsenwert von den erwarteten 14 Milliarden Dollar mal eben in Richtung 25 Milliarden Dollar bewegt. Ganz schön viel für ein Unternehmen, das 2300 Beschäftigte zählt, bisher nur Verluste geschrieben hat und den Beweis, dass sich mit den 230 Millionen Nutzern das große Geld verdienen lässt, bislang schuldig geblieben ist.

Entweder die Bewertung von Twitter war vor Börsendebüt zu vorsichtig, oder der Aktienkurs ist von Euphorie und irrationaler Nachfrage zum Mondpreis geworden. Am zweiten Handelstag an der NYSE hat die Aktie jedenfalls nach Handelsstart weiter zugelegt und notierte nahe an 47 Dollar je Aktie. Dabei hat das Unternehmen selbst nichts von dem hohen Kurs. Das Kapital wurde bei der Aktienausgabe vor dem Börsenstart eingesammelt.

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Flieg, Geldvogel, flieg: Der Börsenstart von Twitter ist geglückt, der Kurs lag zeitweise mehr als 90 Prozent über dem Ausgabekurs. Quelle: dpa

Dirk Müller, bekannt als „Mr. Dax“, hat noch eine andere Erklärung für den Twitter-Wahn an der Börse. Wie das Internetportal web.de berichtet, hält Müller den schnellen Börsenerfolg von Twitter für ein abgekartetes Spiel. "Ich lasse von Twitter komplett die Finger, für mich ist das eine Sauerei, was hier passiert", lässt sich erfolgreiche Börsenbuchautor zitieren. Sein Argument: Lange vor dem Börsengang seien fast 600 Millionen Twitter-Aktien „unter der Hand“ verkauft worden – an die Reichen, Schönen und Mächtigen wie etwa den britischen Milliardär Richard Branson. Die Kleinanleger hätten sich dann nach dem Börsenstart um die 70 Millionen ausgegebenen Aktien „prügeln müssen“ – und damit vor allem den Aktienbestand der Alteigentümer im Wert nach oben getrieben. Die Kleinanleger seien für das Kursfeuerwerk missbraucht worden, so Müller gegenüber web.de. Diejenigen, die schon zuvor Millionen von Aktien in ihren Depots hatten, würden sich jetzt über die hohe Bewertung freuen.

Medienberichten zufolge sollen es vor allen Privatanleger mit geringem Investitionsvolumen gewesen sein, die für die große Nachfrage am ersten Handelstag gesorgt haben. Viele von ihnen noch jung. Viele, die erstmals überhaupt Aktien gekauft haben. Diese Klientel interessierte sich offenbar wenig für eine angemessene, faire Bewertung der Twitter-Aktie. Der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg zählte vor dem Börsendebüt sechs Analysten, die Aktie trotz des bereits erhöhten Ausgabepreisniveaus Twitter zum Kauf empfahlen. Keiner empfahl, die Aktie nur zu halten oder gar zu verkaufen. Das Kursziel lag zwischen 30 und 54 Dollar je Aktie. Heute fanden sich immerhin eine Verkaufsempfehlung (nach Kursziel 30 Dollar) und eine Einstufung auf "Neutral" mit Kursziel 37 Euro. Dieser Logik folgend müssten Anleger der ersten Stunden jetzt eigentlich Gewinne mitnehmen oder zumindest mit einem Stop-Loss-Kurs abzusichern, bei dessen Unterschreiten die Aktien automatisch verkauft werden.

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Für Steve Rattner ist die Sache klar: „Wir sind jetzt offiziell in der nächsten Tech-Blase“, stellte der Investor und ehemalige US-Regierungsberater über sein Twitter-Account fest. Mit dieser Meinung ist er nicht allein. „Der derzeitige Web-2.0-Wahnsinn ist zweifellos eine weitere Blase“, erklärte Analyst Jesse Colombo in einem „Forbes“-Gastbeitrag. „Und sie wird so katastrophal enden wie es alle Blasen tun.“

Colombo geht davon aus, dass der Zeitpunkt dann kommt, wenn die US-Notenbank den Markt nicht mehr mit billigem Geld flutet. Die extrem niedrigen Zinsen treiben derzeit weltweit die Kurse auf immer neue Rekordhöhen. „Die Tech-Blase 2.0 wird wahrscheinlich platzen, wenn die gesamte Aktienmarkt-Blase platzt.“

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