Kurssturz: Tief, tiefer, Commerzbank-Aktie

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Kurssturz: Tief, tiefer, Commerzbank-Aktie

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Den Commerzbank-Aktionären dürfte der aktuelle Ausverkauf der Aktie wohl kaum gefallen.

von Saskia Littmann

Für Aktionäre der Commerzbank wird der tägliche Blick auf den Kurschart zur Horrorshow, die Talfahrt des Papiers kennt kein Ende. Trotz der Kursverluste streichen die Vorstände üppige Gehaltssteigerungen ein.

Sie fällt, und fällt, und fällt. Für Aktionäre der Commerzbank wird der Blick auf den Kurschart immer mehr zum Trauerspiel. Allein am Mittwoch rutschte die Aktie von Deutschlands zweitgrößter Bank zeitweise um 6,9 Prozent auf einen Tiefstwert von nur noch 5,73 Euro. Innerhalb des gesamten Jahres hat das Papier rund 46 Prozent ihres Wertes verloren. Besserung ist ebenfalls nicht in Sicht.

“Bei der Commerzbank-Story gibt es nichts Attraktives”, sagte Dirk Becker, Analyst bei Kepler Capital Markets der Nachrichtenagentur Bloomberg. “Die Kapitalerhöhung, ein schwaches Ergebnis im ersten Quartal. Das zweite Quartal wird wohl kaum besser ausfallen und der Ausblick für den weiteren Jahresverlauf und 2014 ist schwach. Es gibt gegenwärtig keinen Grund, die Aktie zu kaufen.”

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Vor allem morgens zu Beginn des Handels hat die Commerzbank-Aktie in den vergangenen Tagen jeweils kräftig an Wert eingebüßt - möglicherweise ein Zeichen dafür, dass ausländische Großinvestoren ihre Papiere bündelweise abstoßen. Kein Wunder, schließlich hatten Aktionäre zuletzt wenig Freude mit dem Papier. Nicht nur, dass der Konzern seinen Anteilseignern 2007 das letzte Mal eine Dividende zahlen konnte. Viel schlimmer wiegt, dass die Aktie durch zahlreiche Kapitalerhöhungen immer stärker verwässert wurde.

Erst im Mai dieses Jahres gab die Bank rund 555 Millionen neue Aktien aus. Mit dem eingenommenen Kapital sollten die stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds Soffin und der Allianz zurückgezahlt werden. Doch im Gegensatz zur Deutschen Bank, die für ihre jüngste Kapitalerhöhung viel Lob kassierte, lief es für die Commerzbank nicht so gut. Wie erwartet brach der Kurs erdrutschartig ein.

Kapitalerhöhung Die Commerzbank verramscht ihre Aktien

Die kriselnden Commerzbank wird bei ihrer geplanten Kapitalerhöhung die Aktien für 4,50 Euro auf den Markt werfen. An der Börse ließen die Reaktion auf diesen niedrigen Verkaufspreis nicht auf sich warten.

"Die Bank an Ihrer Seite": Mit der neusten Kapitalerhöhung kann das Geldhaus dieses Versprechen für seine Aktionäre nicht einhalten. Quelle: dpa

Insgesamt lasten zu viele Sorgen und Unklarheiten auf der Bank und ihren Aktionären. Zum einen sorgen sich viele um das Engagement der Bank in den Peripheriestaaten wie Italien, Spanien oder Portugal. Investoren befürchten, dass der Bestand an Staatsanleihen dieser Länder die Finanzprobleme der Bank verschlimmern könnte. Viele fürchten deshalb, dass die Bank hohe Abschreibungen auf die Bonds vornehmen muss, denn zu einem hohen Preis wird sie die Papiere wohl kaum loswerden. Zudem gibt es im Markt Gerüchte, die Bank könnte den nächsten Bankenstresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) im kommenden Jahr nicht bestehen.

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Als ob es nicht schon genug Probleme gibt, belastet auch ein möglicher Ausschluss des Papiers aus dem Dax die Aktie. Denn im September wird die Zusammensetzung des Leitindex erneut überprüft. Fällt der Kurs weiter, dürfte es eng werden. Spätestens dann dürfte es auch für Vorstandschef Martin Blessing eng werden. Auch seine Zukunft gilt als ungewiss.

Was Commerzbank-Aktionären zusätzlich bitter aufstoßen dürfte: Während sie einen Wertverlust nach dem anderen hinnehmen müssen, sind auf den Gehaltskonten der Commerzbank-Chefs rosige Zeiten eingekehrt. Wie aus einer aktuellen Studie der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervorgeht, sind ausgerechnet bei der Frankfurter Bank die Gehälter der Vorstände am stärksten gestiegen. Die Vorstände verdienten 130 Prozent mehr als im Vorjahr, bei Bankchef Blessing waren es sogar 160 Prozent. Zwar liegt das zu großen Teilen daran, dass die Gehälter bis zum letzten Jahr auf 500.000 Euro gedeckelt waren - als Gegenmaßnahme zu den Rettungsmilliarden, die die Bank vom Steuerzahler kassiert hat. Diese Grenze wurde mittlerweile wieder aufgehoben. Angesichts des aktuellen Wertverlusts scheint die Gehalts-Party aber wenig angebracht.

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