Märkte: Deutsche Börse leidet unter Notenbankpolitik

Märkte: Deutsche Börse leidet unter Notenbankpolitik

von Annina Reimann

Der Dax-Konzern profitiert, wenn die Märkte kräftig schwanken. Doch die Niedrigzinspolitik der Notenbanken hat der Deutschen Börse einen Strich durch die Rechnung gemacht. Chef Reto Francioni hofft auf eine baldige Normalisierung.


Terminbörsen brauchen Turbulenzen, Volatilität, Handelsaktivität. Doch mit den Zinsen sanken auch die Handelsvolumina und damit die Erlöse der Deutsche-Börse-Töchter Eurex und der New Yorker ISE – gleich drei Prozent beträgt das Minus in dem Bereich.

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Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank habe auch „die Nettozinseinnahmen unserer Tochter Clearstream marginalisiert“, sagte Börsenchef Francioni am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in der Alten Börse Frankfurt. Die Marktmechanismen bei der Preisfindung seien vielfach außer Kraft gesetzt worden, bemängelte Francioni. Die „ultralockere Geldpolitik“ führe zu einer geringeren Schwankungsbreite – das „sind mit Sicherheit keine Zeichen gesunder Märkte“, mahnte Francioni in Richtung der Notenbanker.

Francioni warnte zudem vor Fehlallokationen aufgrund der Notenbankpolitik, die zu „schlecht angelegten Investitionsmitteln“ führe. Er könnte dabei etwa darauf anspielen, dass sich Anleger aufgrund zu niedriger Zinsen verstärkt anderen Anlageformen zugewandt haben, Immobilien etwa. Dies jedoch führte in Großstädten zu rasant steigenden Preisen, vor denen jüngst die Bundesbank wieder gewarnt hat.

Die Rekordjagd an den Aktienmärkten jedenfalls brachte dem Frankfurter Marktbetreiber 2013 kaum etwas: Unter dem Strich ging der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr sogar um über ein Viertel von 645 Millionen auf 478,4 Millionen Euro zurück. Aktionäre dürfen sich dennoch freuen: Die Börse will wie im Vorjahr 2,10 Euro je Aktie als Dividende ausschütten.

Der Dax-Konzern machte seinen Aktionären zudem Hoffnung auf eine Trendwende. Nach Jahren sinkender Umsätzen kündigte Francioni kräftiges Wachstum an: bis zum Jahr 2017 könne er eine „positive Prognose abgeben“. Die Nettoerlöse sollen bis dahin auf bis zu 2,7 Milliarden Euro steigen. Das wären 20 bis 40 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

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Profitieren will der Dax-Konzern von Geschäften in Asien, die allerdings bislang erst fünf Prozent vom Umsatz ausmachen. Außerdem soll das Clearing von außerbörslichen Derivaten künftig brummen. Derlei Geschäfte will die Börse vermehrt über ihre Clearing-Plattform abwickeln.

Nicht zuletzt hofft das Unternehmen auf ein Ende des billigen Geldes. Bei einer normalen Geldpolitik dürfte es zu größeren Schwankungen an den Märkten kommen. Die Börse profitiert davon, wenn die Zinsen steigen. „Bei 3 bis 4 Prozent Zins legen wir um 300 Millionen Euro zu“, sagte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer. Gemeint sind die Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft, die die Tochter Clearstream einfährt. Das resultiert daraus, dass kurzfristige Bargeldeinlagen bei dem Zentralverwahrer verzinst werden.  

Und ein Gutes hatte die Politik der Notenbanken dann ja doch: Die Börse konnte ihre Anleihen günstiger refinanzieren - und spart gemessen an 2012 in diesem Jahr rund 45 Millionen Euro.

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