Mariano Bosch im Interview: "Soja baut keiner billiger an"

InterviewMariano Bosch im Interview: "Soja baut keiner billiger an"

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Zusammen mit Spekulant George Soros hat Mariano Bosch den in Südamerika operierenden Agrarriesen Adecoagro gegründet. Er investiert in Biosprit und will 2017 Dividende zahlen.

von Alexander Busch

Zusammen mit Spekulant George Soros hat Mariano Bosch den in Südamerika operierenden Agrarriesen Adecoagro gegründet. Er investiert in Biosprit und will 2017 Dividende zahlen.

WirtschaftsWoche: Herr Bosch, wie wollen Sie in Südamerika wachsen, wenn Ihnen als ausländisches Unternehmen gesetzlich untersagt wird, weiteres Land dazuzukaufen?

Bosch: Wir können mit lokalen Pächtern zusammenarbeiten. Mehr als zusätzliche Hektar interessieren mich jedoch die Gewinne. Wir wollen mit den weltweit niedrigsten Kosten produzieren. Das ist uns bei Soja, Mais, Weizen, Sonnenblumen und Baumwolle gelungen. Bei Kaffee haben wir das nicht geschafft, deshalb bauen wir keinen mehr an.

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Warum hat sich Kaffee nicht rentiert?

2004 haben wir erstmals 1600 Hektar Land in Bahia in Brasilien erworben. Wir wollten dort hochpreisige Kaffeesorten anbauen, mit starkem Maschineneinsatz und künstlicher Bewässerung. Fünf Ernten lang sind wir stark gewachsen. Dennoch blieb der Ertrag auf das eingesetzte Kapital unter unserem Ziel. Dazu kamen niedrige und stark schwankende Kaffeepreise. Als wir einen Investor fanden, der uns einen attraktiven Preis zahlte, haben wir uns aus der Kaffee-Sparte verabschiedet.

Warum haben Sie Aktionäre ins Unternehmen geholt?

Der Börsengang, der uns 422 Millionen Dollar eingebracht hat, war wichtig, um unsere Aktivitäten bei Ethanol und Zucker aufzubauen. Bisher haben wir insgesamt 900 Millionen Dollar in dieses Geschäft investiert. Weitere 400 Millionen Dollar sollen folgen.

Brasilien zahlt keine Subventionen für Biotreibstoffe. Warum investieren Sie?

Wir können auf preisgünstig gepachteten Farmen Zuckerrohr produzieren. Wenn die Farmen nicht in den traditionellen Anbaugebieten Brasiliens liegen, sind die Pachten dort bis zu 50 Prozent niedriger. Die Wege zu unseren Ethanolfabriken sind kurz, die Transportkosten niedrig. So sind wir ohne Subventionen wettbewerbsfähig.

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Sie hätten den Ausbau der Ethanol-Sparte mit Krediten finanzieren können.

Zusätzliche Schulden wären zu riskant. Das Agrargeschäft wird von Faktoren beeinflusst, die wir nicht kontrollieren können, vor allem vom Wetter und von den Energiepreisen. Vor dem Börsengang haben wir unsere Investitionen deshalb ausschließlich aus dem Cash-Flow und dem Eigenkapital finanziert.

Wie wollen Sie attraktiv bleiben, wenn Sie ausländischen Investoren keine Dividende zahlen können?

Unser Businessplan zum Börsengang sah vor, dass wir bis 2016 Gewinne komplett reinvestieren. Ab 2017 wollen wir wieder an die Aktionäre ausschütten.

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