Marktanteil verdreifachen: Kion will US-Markt aufrollen

Marktanteil verdreifachen: Kion will US-Markt aufrollen

Die USA sind für Gabelstapler-Bauer Kion ein noch eher weißer Fleck. Das soll sich nun ändern. Was die Sache kompliziert macht: Stapler müssen in den USA ganz andere Dinge können als in Europa.

Der Gabelstapler-Hersteller Kion will sein flaues Nordamerika-Geschäft verbessern und Weltmarktführer Toyota mittelfristig den Rang abzulaufen. In den USA wolle Kion sein Geschäft mindestens verdreifachen, sagte Konzernchef Gordon Riske im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch. „Mit einem so niedrigen Marktanteil von unter zwei Prozent muss es uns gelingen, in den nächsten Jahren sicherlich fünf bis sieben Prozent zu generieren.“ Dazu wollen die Wiesbadener ganz neue Produkte an den Start bringen - möglicherweise auch unter einer neuen Marke. Einen konkreten Zeitpunkt für das Ziel wollte der Manager nicht nennen.
In den USA ist Toyota Industries mit mehr als 20 Prozent Anteil Marktführer. Das Unternehmen habe sich diesen Status aber auch über lange Zeit hart erarbeitet, sagte Riske anerkennend. Denn in Nordamerika müssten Gabelstapler andere Anforderungen erfüllen als hierzulande.
Lastwagen in Europa werden von der Seite bedient, dagegen fahren die Stapler in den USA von hinten direkt auf die Ladefläche und stellen ihre Fracht dort ab. Dazu müssen sie deutlich schmaler sein als ihre europäischen Pendants. „Es hört sich einfach an, ist aber eine komplett andere Konstruktion“, sagte Riske. Unter anderem müsse das Gewicht der Stapler anders verteilt werden.
Während solche Stapler neu entwickelt werden, steht die Infrastruktur für Kion in den USA schon bereit: Vor mehr als 35 Jahren startete das Unternehmen - damals noch als Linde-Tochter - einen ersten Anlauf auf dem zweitgrößten Einzelmarkt für Gabelstapler und kaufte die dortige Marke Baker. Das Projekt floppte zwar, weil es im Management Fehler in der Produktpolitik gab, wie es bei Kion heißt. Aber im Bundesstaat South Carolina wartet seitdem ein Werk sehnsüchtig auf Auslastung.
15.000 bis 20.000 Stapler könnte Kion dort pro Jahr bauen - derzeit sind es aber gerade mal 2000 Einheiten. Die neuen Geräte könnten über ein bestehendes Netz von etwa 100 Händlern schnell an den Kunden gebracht werden. Konkrete Jahresziele lässt sich Riske noch nicht entlocken. Auch die Frage, ob Kion mit einer seiner sechs existierenden Marken in die USA geht oder ein neues Label ins Rennen schickt, lässt er offen. Klar sei aber, dass die USA in ihrer aktuellen Phase der „Re-Industrialisierung“ einen der stärksten Wachstumsmärkte darstellten.

Spekulationen Kion setzt zum Sprung an die Börse an

Der Wiesbadener Gabelstaplerhersteller Kion steht Insidern zufolge in den Startlöchern für einen Börsengang. "Kion wird seine Pläne Anfang der Woche vorstellen", sagte eine mit den Börsenplänen vertraute Person.

Der Wiesbadener Gabelstaplerhersteller Kion steht Insidern zufolge in den Startlöchern für einen Börsengang. "Kion wird seine Pläne Anfang der Woche vorstellen", sagte eine mit den Börsenplänen vertraute Person. Quelle: dpa

Das war Kions Heimatmarkt Europa, wo der Konzern als Marktführer rund drei Viertel seines Umsatzes macht, zuletzt nicht. Wegen der schwachen Konjunktur schoben Unternehmen den Kauf neuer Gabelstapler lange vor sich her und verließen sich auf die immer längere Lebensdauer gerade der deutschen Produkte. Doch Riske zeigte sich sicher: Ewig lassen sich die Investitionen nicht hinauszögern.
Zwar sehe er Europa trotz erster Erholungssignale jetzt noch nicht im Aufschwung, sagte der Manager. Aber für das nächste Jahr sei er ziemlich optimistisch. Analystenschätzungen, dass Kion dann sogar auf eine bereinigte EBIT-Marge von mehr als zehn Prozent kommen könnte, will er zwar nicht bestätigen. Aber: „Wenn der Markt 2014 etwas zurückkäme, dann wird das sehr interessant für uns.“
Kion hat in der Krise um 2009 seine Kapazitäten in Europa zusammengelegt, um die Kosten kräftig zu drücken. „2014 haben wir einen Kostenrahmen, der in Europa sieben Fabriken weniger hat - bei stabilem Volumen“, erklärte Riske. „Da erwarten wir schon Vorteile aus dieser verbesserten Kostenlage.“ Weitere Einschnitte bei den deutschen Werken stehen dem Manager zufolge nicht an.

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