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Max Otte: Auf diese Aktien setzt Crash-Professor Otte

von Christian Panster Quelle: Handelsblatt Online

Max Otte wurde durch die Vorhersage der Finanzkrise in seinem Buch "Der Crash kommt" bekannt. Nun legt er mit einem neuen Werk nach. Dabei verrät er auch, auf welche Aktien er setzt.

Max Otte Quelle: dapd
Max Otte wurde bekannt, als er die Finanzkrise voraussagte.Quelle: dapd

Es sind keine leichten Zeiten für Anleger. Für sichere verzinsliche Anlagen - für Tagesgeld oder Sparbuch etwa - gibt es kaum noch Rendite. Anleihen, die mehr abwerfen, Bonds aus Spanien oder Italien, dagegen scheinen nicht mehr sicher. Anleger, die etwas mehr Rendite wollen für ihr Geld, kommen nicht umhin, sich am Aktienmarkt umzuschauen.
Und da kommt Max Otte ins Spiel, der bekannte Wirtschaftsprofessor und Bestsellerautor aus Köln. Bekannt geworden ist er mit seinem Buch "Der Crash kommt"; darin sagte der Ökonom schon frühzeitig die Finanzkrise voraus. Sein aktuelles Werk heißt „Endlich mit Aktien Geld verdienen“.

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Ein Thema, das vielleicht noch besser zu ihm passt als Crash-Vorhersagen. Denn Otte ist nicht nur Wissenschaftler, sondern vor allem Aktien-Fan und Investor. In Köln leitet er das Zentrum für Value-Investing. Otte ist großer Bewunderer von Warren Buffett. Den Namen Crashprophet hört er dagegen gar nicht gern. Das sei keine Tätigkeitsbezeichnung, mit der er sich besonders anfreunden könne.

Otte versteht sich vielmehr als Value-Investor und als solcher sucht er nach Aktien, die an der Börse günstiger zu haben sind, als ihrem eigentlichen Wert entspricht. „Suchen, wo andere nicht suchen“, empfiehlt Otte seinen Lesern. Aber wie? Und wo?

Die Lieblingsaktien von Max Otte

  • Platz 10

    Delta Lloyd

    Otte: sehr günstige holländische Versicherung mit wenig Exposure in Südeuropa.

     

  • Platz 9

    Alcatel-Lucent

    Otte: spottbillig; allerdings muss sich das Unternehmen fangen. 100 - 200 Prozent Potential.

  • Platz 8

    Fuchs Petrolub

    Otte: Fair bewertet mit Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15; aber sehr gutes Unternehmen. Langfristige Renditeerwartung: + 10%

  • Platz 7

    Salzgitter

    Otte: Zykliker und damit sehr anfällig bei Konjunkturschwankungen. Dank der Cash-Reserven aber extrem günstig.

  • Platz 6

    Novartis

    Otte: Sichere Aktie, moderates Kurs-Gewinn-Verhältnis (11), großzügige Dividendenrendite (4%).

  • Platz 5

    Energias des Portugal

    Otte: Kurs bei knapp zwei Euro. Im Bieterverfahren Ende letzten Jahres hat das chinesische Unternehmen Three Gorges 3,45 Euro je Aktie bezahlt. Insgesamt haben die Chinesen sich 21 Prozent der Anteile gesichert.

  • Platz 4

    Berkshire Hathaway

    Otte: Dank eines Rückkaufangebots Buffetts lediglich knapp über Buchwertgehandelt. Potential 30 Prozent. Festgeldersatz

  • Platz 3

    Enel

    Otte: breit aufgestellter Versorger, spottbillig wie der Italienische Markt.

  • Platz 2

    OMV

    Otte: Unter Buchwert gehandelt, KGV bei sechs, Dividendenrendite 4,5 Prozent.

  • Platz 1

    Nestlé

    Otte: sicherste Aktie der Welt, derzeit fair bewertet.

Das „Wie“ ist keine Geheimwissenschaft. Auch Privatanleger können interessante Unternehmen finden, ohne über Insiderinformationen zu verfügen. Allerdings müssten dabei eine Reihe von Regeln beachtet werden, schreibt Otte. Eine ganz grundlegende laute: Bleiben Sie in Ihrem Kompetenzbereich. Also fokussieren Sie sich auf Unternehmen, deren Geschäftsmodell Sie verstehen und deshalb einigermaßen verlässlich einschätzen können. Branchen, die Ihnen etwas sagen, deren Produkte Sie aus dem Alltag kennen. Autos etwa, Lebensmittel oder Elektrogeräte.  

Finden Sie den wahren Wert

Sammeln Sie Informationen. Im Internet, in Zeitungen oder Magazinen. Noch wichtiger aber: Studieren Sie die Geschäftsberichte, schauen Sie sich die Bewertungskennziffern an. Etwa den Buchwert eines Unternehmens, genauer gesagt das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Dabei werden die Vermögenswerte eines Unternehmens in Relation zum aktuellen Aktienkurs gesetzt.

Das KBV spielt für Value-Investoren wie Max Otte eine große Rolle. Sie glauben, dass der Buchwert den „wahren“ Wert eines Unternehmens widerspiegelt. Wird ein Unternehmen an der Börse unter seinem Buchwert gehandelt, schließt der Value-Investor darauf, dass der Markt den eigentlichen Wert unterschätzt.

Die grobe Regel lautet: Je niedriger das KBV, desto größer das Kurspotenzial - vorausgesetzt, dem Unternehmen drohen in absehbarer Zukunft keine heftigen Abschreibungen oder gar die Pleite.

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