McDonald's, Nestlé, Linde: Bei diesen Aktien ist Vorsicht geboten

McDonald's, Nestlé, Linde: Bei diesen Aktien ist Vorsicht geboten

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Blasenbildung bei Bayer, Sanofi, Nestlé und McDonald's: Warum Anleger einen Bogen um die großen Konsum- und Pharmakonzerne machen sollten.

von Christof Schürmann

Aktien der großen Konsum- und Pharmakonzerne wie Nestlé oder Bayer sind die Lieblinge der Investoren. Warum Anleger um die Papiere dennoch einen Bogen machen sollten.

Jeder hat sie, jeder mag sie: Aktien von Großkonzernen mit bekannten Namen. McDonald’s, Nestlé, Bayer – weltweit aktiv, vermeintlich unantastbar. Doch das sind sie keineswegs: Zwar drohen keine existenzbedrohenden geschäftlichen Einbrüche. Aber die Aktien sind mittlerweile stark überbewertet. Die extremen Kurssteigerungen im Gesundheits- und Konsumgütersektor sind, gemessen an den Bewertungskennziffern der Vergangenheit, nicht fundamental untermauert.

Sicher: Kranke schlucken auch in Zukunft Pillen, Eltern werden Babys wickeln, Menschen weiter Kaffee trinken – und Big Macs sind noch nicht verboten. Dennoch bleibt rätselhaft, warum Anleger Konzernen, deren Geschäft mehr oder weniger stagniert, noch höhere Kurse zugestehen sollten. Ein Blick in die Zahlenwerke entzaubert die Börsenlieblinge.

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McDonald's: Grünkohl soll's richten

Gegessen wird bei McDonald’s – immer weniger. In Japan werden deshalb jetzt sogar 131 Läden der Fast-Food-Kette geschlossen. Und was sich die Fett-Community wohl niemals hätte denken können, wird wahr: Ein neues Grünkohl-Angebot – zunächst in Amerika – soll das gedrückte Geschäft beleben. Ob das allein hilft? Sollte sich der Trend weg vom Big Mac fortsetzen, dürften auch die der Aktie Ewigtreuen davonlaufen.

Gemessen am letzten Quartalsergebnis, liegt der Hamburger-Bräter auch dieses Jahr wieder im Trend: In etwa läuft es auf einen Umsatz hinaus, den McDonald’s bereits 2011 erzielte. Ziemlich sicher aber werden die Gewinne erneut zurückgehen. Schon 2014 lag der Gewinn je Aktie um ein Fünftel unter dem des Jahres 2012. Trotz allem hält sich der Aktienkurs, bezahlen Investoren 107 Milliarden Dollar an Unternehmenswert (Marktkapitalisierung plus Schulden). Das entspricht ziemlich genau dem vierfachen Umsatz. Das ist ebenso zu viel wie der Aufschlag von mehr als 700 Prozent auf den Wert, der den Aktionären am aktuellen Vermögen ihres Unternehmens zusteht. Die Schulden, so viel ist sicher, wird McDonald’s steigern. Gerade erst begab das 1948 gegründete Unternehmen eine zwei Milliarden Euro schwere Anleihe; die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) schätzt, dass McDonald’s in naher Zukunft rund 4,5 Milliarden Dollar neue Schulden macht, um das Geld an Aktionäre auszuschütten.

Das mag dem Kurs kurzfristig helfen. Doch von einem geschäftlichen Aufschwung ist nichts zu sehen. Der müsste aber dringend her, um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen. Ein Anfang Mai von Vorstandschef Steve Easterbrook vorgestellter Restrukturierungsplan fiel durch, weil zu vage: McDonald’s-Aktien verloren prompt knapp zwei Prozent. Easterbrook will die Qualität von Burger und Co. verbessern und den Service beschleunigen. „Der Markt erwartet mehr“, so Asit Sharma, Experte der legendären Investment-Community Motley Fool. S&P stufte Anfang Mai erst einmal das Kreditrating herunter. An dieser Richtung, nach unten, sollten sich auch Aktienanleger orientieren.

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