MDax manipuliert?: Staatsanwaltschaft und BaFin gehen gegen aufgeblähte Aktienumsätze vor

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Verdacht auf unerlaubte Ringgeschäfte an der Börse Frankfurt

von Annina Reimann

Die Finanzaufsicht BaFin und die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermitteln wegen des Verdachts unerlaubter Ringgeschäfte an der Börse Frankfurt.

Einem internen Schreiben der Deutschen Börse an Banken und Händler zufolge sollen Handelsteilnehmer Aktien zwischen dem Xetra-System und den Spezialisten auf dem Parkett im Kreis gehandelt haben, um die Börsenumsätze mit bestimmten Aktien künstlich in die Höhe zu treiben. Laut Börse wiederholte sich dies „regelmäßig, ohne dass Aufträge Dritter zur Ausführung“ gekommen seien. „Diese Geschäfte repräsentierten oftmals einen erheblichen Anteil am Tagesumsatz in diesen Werten“, schrieb die Geschäftsführung der Frankfurter Wertpapierbörse im November. Höhere Börsenumsätze machen Aktien für Großinvestoren attraktiver und erleichtern es Unternehmen, in den Dax, MDax oder SDax zu kommen.

Im April hatte sich die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit vier Mitarbeitern der Bank Close Brothers Seydler auf die Zahlung von Geldauflagen geeinigt: Damit das Verfahren gegen sie eingestellt wurde, mussten die Banker zwischen 2250 und 9900 Euro zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte sie verdächtigt, im Jahr 2011 Umsätze in der Aktie des Finanzinformationsanbieters vwd künstlich erzeugt zu haben. Close Brothers betonte gegenüber der WirtschaftsWoche, dass mit der Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage „keine Schuldfeststellung“ verbunden sei. „Sämtliche von unserem Haus getätigten Börsenumsätze sind und waren echte Börsenumsätze, es gab weder Absprachen noch sonstwie geartete ,Kreisgeschäfte‘.“

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Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt zudem aktuell gegen einen Aktienhändler eines anderen Wertpapierhauses, der laut einem Sprecher der Behörde „umfangreichen Handel in einer Aktie“ gemacht haben soll. Nach Recherchen der WirtschaftsWoche dürften unabhängig davon zahlreiche weitere Aktien betroffen sein: Ein Manager aus einem MDax-Unternehmen hat der WirtschaftsWoche offengelegt, wie es funktioniert: „Wir standen vor dem Aufstieg in den MDax, da macht man sich als Unternehmen schon Gedanken, wie man mehr Umsatz in die Aktie bringen kann“, sagt er. Er habe also „den Auftrag vergeben, für ein paar Wochen Umsatz zu generieren. Es gibt da draußen Unternehmen, die für ein paar Tausend Euro Umsatz in die Aktie bringen – das sind Aktienhändler, etwa kleine Handelshäuser. Die hübschen den Umsatz auf“, schreibt das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe.

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