Minibonds: Sanders-Anleger können auf höhere Quote hoffen

Minibonds: Sanders-Anleger können auf höhere Quote hoffen

, aktualisiert 04. März 2017, 17:38 Uhr
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Anleihe-Anleger können hoffen, knapp 40 Prozent ihres Einsatzes zurückzubekommen.

von Gertrud HusslaQuelle:Handelsblatt Online

Reihenweise sind Emittenten von Mittelstandsanleihen in den letzten beiden Jahren pleite gegangen – so auch der Bettwarenhersteller Gebr. Sanders. Dessen Anleger haben nun Glück im Unglück.

DüsseldorfEinen kleinen Kurssprung hat die Anleihe des insolventen Bettwarenherstellers Gebr. Sanders bereits am Freitag erlebt. Von ihren Gläubigervertretern hatten Privatanleger und professionelle Investoren erfahren, dass sie bis zu 39 Prozent ihres Einsatzes wiederbekommen werden. Danach dürften einige Sekundär-Investoren zugegriffen haben, um sich einen Kursanstieg zu sichern. Auf der Gläubigerversammlung von Gebr. Sanders am 24. Januar war noch von einer Quote „zwischen 20 und 30 Prozent“ die Rede gewesen. Die neue verbesserte Quote geht aus dem Bericht von Verwalter Michael Mönig hervor. Der Kurs der Anleihe erhöhte sich am Freitag von 26 Prozent des Ausgabekurses auf 30 Prozent.

Laut Insolvenzbericht ergibt sich die Quote aus dem verhandelten Gesamtkaufpreis über 18,6 Millionen Euro für Gebr. Sanders, den ein Investor für Sanders bezahlen will, abzüglich Verfahrenskosten und Masseverbindlichkeiten. Mönig sicherte zu, dass noch Ende des Jahres 2017 eine erste Abschlagszahlung zugunsten aller Gläubiger erfolgen wird.

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Ein strategischer Investor aus Wien, die Grosso Holding, wird Sanders kaufen und fortführen. Dabei sollen sämtliche Arbeitsplätze erhalten bleiben. Tausende Anleger hatten bei dem Bettenhersteller Anleihen in Höhe von 22 Millionen Euro gezeichnet (WKN A1X3MD). Firmenchef Hans-Christian Sanders soll nach Abschluss des Insolvenzverfahrens Mitinhaber mit einer Beteiligung von deutlich über 20 Prozent werden und die Geschäfte weiterführen. Er leitet den Familienbetrieb, der gerade erst sein 125-jähriges Bestehen feiert, in vierter Generation. Die Gebr. Sanders GmbH & Co., Hersteller von Kissen und Bettdecken im Vollsortiment, beschäftigt in zwei Werken in der Südwest-Ukraine 570 Mitarbeiter, in Bramsche und Bad Bentheim insgesamt 170 Menschen.

Die Grosso Holding ist eine Beteiligungsgesellschaft des österreichischen Sanierers Erhard Grossnig, zu dessen Portfolio auch der Strumpfhersteller Kunert gehört. Sanders war Ende September in Zahlungsschwierigkeiten geraten, nachdem die Commerzbank einen Kontokorrent-Kredit in Höhe von über fünf Millionen Euro gekündigt hatte. Ab 1. Oktober befand sich Sanders in einem Schutzschirmverfahren, seit 1. Januar wird der Bettwarenhersteller im Rahmen einer Insolvenz in Eigenverwaltung geführt. Sachwalter ist Michael Mönig aus Münster. Die Anleihegläubiger hatten zuvor Stefan Denkhaus von der Hamburger Kanzlei BRL als gemeinsamen Vertreter gewählt.

Im Zuge der erfolgreichen Veräußerung von Gebr. Sanders wird die Anleihe ab 6. April nicht mehr an den Börsen gehandelt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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