Mobilfunkaktie: Was Nokia Apple voraus hat

KommentarMobilfunkaktie: Was Nokia Apple voraus hat

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Einst war Nokia Weltmarktführer, heute darbt das Unternehmen. Gibt es noch Hoffnung?

von Christof Schürmann

Jeder will Apple- Aktien, niemand Nokia. Warum das mal anders war, was die Finnen versäumt haben und was Anleger tun sollten.

Hätte der Kurs von Nokia in den vergangenen zwölf Jahren so stark zugelegt, wie derjenige von Apple, würde die Aktie des finnischen Handyherstellers bei 1100 Euro notieren. Doch liegt der Kurs derzeit bei nicht einmal drei Euro.

Dabei ähneln sich die Geschichten der beiden. Ihre Historien sind nur zeitlich verschoben – Gleiches gilt für die Entwicklung ihrer Börsenkurse. Daraus lassen sich für Anleger einige wichtige Ansätze für Investitionen ziehen.

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In nur wenigen Branchen, der Bekleidungsmode etwa, ist der Markt so kurzatmig, der Verbraucher so sprunghaft, wie in der Konsumtechnik. Wollte eben noch jeder ein Klapphandy haben, ist es morgen schon out. Hatte vorgestern noch jeder Abteilungsleiter einen Palm als Statussymbol, war es gestern der Blackberry, buhlt er heute um ein iPhone. Diese Zyklen vorauszusehen ist die Aufgabe der Unternehmenschefs; Anleger setzen bei Investitionen in Konsumtechnik vor allem auf das gute Näschen des Managements. Dies ist riskant, weil die Unternehmen von nur einem oder ein paar Produkten abhängig sind, die bei Nichtgefallen kaum noch gekauft werden. In anderen Branchen wie etwa der Automobilbranche ist das anders. Selbst Flops wie zum Beispiel die drittletzte E-Klasse von Mercedes lassen deren Absatz nicht ins Bodenlose fallen; Daimler wankt deswegen nicht.

Totgesagte leben länger

Zudem kommt bei den Techniktiteln der berühmte Herdentrieb ins Spiel. Wird ein Unternehmen wie Apple totgesagt, wie in den Jahren 1997 oder 2002, verkaufen Anleger die Aktie, was das Zeug hält; ist es gerade hip, kennt der Kurs nach oben kein Halten.

Im Sommer 2002 etwa, als mal wieder das Ende von Apple herbeigeunkt wurde, hatten die Kalifornier acht Dollar Cash je Aktie in der Kasse. Anlass genug, das Papier „spekulativ eingestellten Anlegern“ zu empfehlen (WirtschaftsWoche 35/2002). Kursplus: 7562 Prozent. Der Börsenwert legte von 5,7 auf 564 Milliarden Dollar zu.

Anders bei Nokia. Als Apple um die Jahrtausendwende darbte, waren die Finnen mit bis zu 300 Milliarden Euro Börsenwert eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Doch nach zehn Jahren an der Handyspitze verpasste Nokia einen einzigen Trend: den zum Smartphone mit Berührungsoberfläche. 2006, zu Beginn der Smartphone-Ära, hatte Nokia mit seinem Betriebssystem Symbian noch einen Marktanteil von 73 Prozent; mit dem neuen Windows-Betriebssystem, das Symbian ablöst, liegt man heute bei nicht mal mehr zwei Prozent. Konsequenz: Die Aktie liegt auf einem 15-Jahres-Tief, wie einst Apple.

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Ist Nokia damit tot?

10,1 Milliarden Euro kostet der Konzern aktuell. Dafür bekommen Investoren gerade mal 2,5 Prozent von Apple. Zieht man die aktuelle Cash-Position aus der Bilanz ab, kostet Nokia keine fünf Milliarden Euro. Der Markenwert liegt laut Interbrand bei derzeit 25,1 Milliarden Dollar. Damit ist klar, welche Investition unter historischen Chance- und Risikoaspekten heute aussichtsreicher ist: Nokia.

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