Mögliche Kapitalerhöhung: Deutsche Bank-Aktie gerät unter Druck

Mögliche Kapitalerhöhung: Deutsche Bank-Aktie gerät unter Druck

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Die beiden Deutsche Bank Co-Chefs Jürgen Fitschen (links) und Anshu Jain.

Spekulationen über eine mögliche Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank drücken die Aktie tief ins Minus. Am Dienstag präsentiert das Institut Quartalszahlen - auch die könnten die Stimmung der Aktionäre trüben.

Die Spekulationen um eine mögliche Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank haben die Aktie mächtig unter Druck gesetzt. Unter den deutschen Einzelwerten verbuchte sie zunächst die größten Kursverluste im Dax, mehr als zwei Prozent rutschte die Aktie ins Minus. Auch im Laufe des Handelstages blieb es bei einem Minus von rund zwei Prozent (Stand: 15.45 Uhr).

Laut einem Bericht des "Handelsblatts" denken die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen über eine Kapitalerhöhung im Laufe des Jahres nach, die ein Volumen von rund fünf Milliarden Euro haben könnte. "Die Aktien der Deutschen Bank dürften nun erst mal das Nachsehen haben - zumindest, solange nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen", sagte ein Händler.

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Wie sich eine solche Maßnahme langfristig auf das Papier auswirken würde, ist schwer zu beurteilen. Normalerweise schätzen Anleger Kapitalerhöhungen nicht sonderlich, da frisches Geld gleichzeitig bedeutet, dass die Zahl der umlaufenden Aktien steigt und somit der Anteil des einzelnen Papiers sinkt. Allerdings würde die Bank damit ihr Eigenkapital aufstocken und damit krisenresistenter werden. "Wir würden eine Kapitalerhöhung in einem Volumen von mindestens fünf Milliarden Euro begrüßen, weil sie die Sorgen um die Kapitaldecke der Deutschen Bank beenden würde und die Bank in die Lage versetzen würde, Marktanteile zu gewinnen, statt die Bilanz zu schrumpfen", schrieb Equinet-Analyst Philipp Häßler in einem Kommentar.

Die Deutsche Bank wollte sich dazu nicht äußern. Ein Banksprecher verwies auf frühere Aussagen von Jain: Er hatte die Marschroute ausgegeben, dass die Bank durch die Einbehaltung von Gewinnen und eine Verkürzung der Bilanz bis 2015 auf eine harte Kernkapitalquote von zehn Prozent kommen wolle. Ende 2013 lag sie bei 9,7 Prozent. Vor fast genau einem Jahr hatte die Deutsche Bank bereits drei Milliarden Euro frisches Kapital eingesammelt und ihre ärgsten Eigenkapitalprobleme damit gelöst. Ende Januar hatte Jain Reuters gesagt, ein zweiter Schritt in diese Richtung sei derzeit kein Thema. Allerdings rechnen Experten damit, dass die Quote im Lauf des Jahres auf knapp über neun Prozent fallen wird, weil die EU strengere Regeln für die Bewertung riskanter Bilanzposten vorgegeben hat.

Am Dienstag legt das Geldinstitut seine Quartalszahlen vor. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten gehen davon aus, dass die Bank in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich weniger Gewinn gemacht als vor Jahresfrist. Die Analysten gehen im Schnitt davon aus, dass das Vorsteuerergebnis des größten deutschen Geldhauses um 44 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro eingebrochen ist.

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Die Deutsche Bank, deren wichtigste Domäne der Anleihehandel ist, leidet derzeit wie viele andere Investmentbanken darunter, dass sich die Kunden im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren zurückhalten. Insgesamt könnte sie 2014 nach Berechnungen 2,7 Milliarden Euro Gewinne zurücklegen, selbst wenn sie die Dividende auf 90 (2013: 75) Cent je Aktie erhöhen würde.

Ungewiss ist aber, wie viel Geld die Deutsche Bank noch braucht, um mit den Altlasten aus der Finanzkrise fertig zu werden, die ihr eine Flut von Prozessen eingebrockt haben. Die Bank legt am Dienstag ihren Quartalsbericht vor.

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