Musterdepots: Alternativlosigkeit treibt Aktienkurse

Musterdepots: Alternativlosigkeit treibt Aktienkurse

, aktualisiert 04. September 2016, 17:40 Uhr
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Alexander Kovalenko

Quelle:Handelsblatt Online

Klare Signale sind an den Märkten derzeit Mangelware, Anleger müssen sich auch in den nächsten Wochen auf ein schwieriges Umfeld einstellen. Die Kurse könnten dennoch steigen, glauben die Musterdepot-Autoren.

Die US-Arbeitsmarktdaten haben am vergangenen Freitag für einen kräftigen Wochenendspurt an den europäischen Börsen gesorgt. Im August wurden laut des US-amerikanischen Arbeitsministeriums 151.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen. Die Arbeitslosenquote bleibt auf einem niedrigen Niveau von 4,9 Prozent.

Die Volkswirte sind im Durchschnitt eigentlich von mehr neuen Stellen ausgegangen. Ein leicht schlechteres Ergebnis wurde jedoch von den Markteilnehmern wohl als ein Signal interpretiert, dass dies die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September senken würde.

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Ende der Woche gab es außerdem wieder positive Nachrichten vom europäischen Automarkt. Im August sind die Neuzulassungen in allen vier größten Volkswirtschaften des Euroraums zum Vorjahresmonat kräftig gestiegen. In Deutschland ist der Absatz laut Reuters Informationen um acht Prozent, in Frankreich, Italien und Spanien zwischen 6,5 und 25 Prozent gewachsen. Unser direktes Exposure am Automarkt wird von Peugeot- und Michelin Aktien gebildet. Die beiden Positionen haben sich bisher sehr erfreulich entwickelt.


September erfordert gute Nerven

Obwohl die Umsätze am Aktienmarkt im August gering waren, schraubte sich der Dax Stück für Stück nach oben; letztlich ist auch die Abgabebereitschaft sehr gering. Sollte die Marke von 10.800 Punkten nachhaltig überschritten werden, so besteht unseres Erachtens ein technischer Spielraum für weitere Indexerhöhungen bis zum Hoch von 11.350 Punkten von November 2015.

Bis dahin sollten Anleger abwarten und gegebenenfalls Stop-Loss-Limite nachziehen beziehungsweise bei gut gelaufenen Titeln wie Henkel, SAP oder Siemens auch einmal Gewinne realisieren. Denn nun ist September – in der Vergangenheit oft ein Börsenmonat, der starke Nerven erforderte.

Die Aktienmärkte belasten könnten die Diskussionen um eine US-Zinserhöhung; diese erwarten wir, wenn überhaupt, erst im Dezember 2016. Trotzdem tritt die Wallstreet auf der Stelle, TTIP steht vor dem Aus und der Steuerstreit zwischen der EU-Kommission und US-Konzernen wie Apple und Starbucks könnte die Beziehungen ebenfalls belasten. Die angedrohte Strafzahlung in Höhe von 13 Milliarden Euro sollte für Apple gut zu verkraften sein. Dies ist nur unwesentlich mehr als ein Quartalsgewinn des US-Konzerns; entsprechende Rücksetzer könnten unser Meinung nach zum Einstieg genutzt werden. Im Hinblick auf das Jahresende gehen wir nach wie vor von höheren Aktienkursen aus, unabhängig von vorherigen Korrekturen.

Trotz bestehender Belastungsfaktoren (politische Unsicherheit, geringes Gewinnwachstum bei den Unternehmen, Unsicherheit bezüglich der US-Geldpolitik und US-Präsidentschaftswahl) werden Aktien mittel- bis langfristig von uns präferiert. Denn die Suche der Anleger nach Rendite und Kapitaleinkommen fördert strukturell die Aktienmärkte, wobei Dividenden für uns weiterhin ein wichtiger Faktor sind.


Konträre Signale

Der Chefvolkswirt der Targobank, Otmar Lang, hat einen nachvollziehbaren Ausblick für den Finanzmarkt aufgestellt: Alle Prognosen sind derzeit Makulatur.

Neben den wenig aussagkräftigen Daten aus den USA und China, die ein Dahinplätschern der Weltkonjunktur zeigen, verweist er auch auf die US-Notenbank, deren Signale sich widersprechen  Zum einen signalisiere deren Chefin Janet Yellen auf eine bevorstehende Zinserhöhung, stellt aber  gleichzeitig auch eine üppige Geldversorgung in Aussicht. Eine Folge dieser konträren Signale ist auch der derzeitige Seitwärtstrend an den Börsen, der seit knapp einem Monat herrscht.

Nach Langs Meinung könnte dieses Gemisch an den Aktienmärkten zu einem weiteren leichten Anstieg führen – vor allem, weil es zu Aktien keine echten Alternativen gebe. Kann sein, aber die Alternativlosigkeit ist meiner Ansicht nach der einzige Grund, warum die Kurse weiter steigen könnten. Die vielen anderen Gründe sprechen eher dafür, dass das Kurspotenzial an den Aktienmärkten eher ausgereizt ist.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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