Musterdepots: Anleger sollten nicht zu optimistisch sein

Musterdepots: Anleger sollten nicht zu optimistisch sein

, aktualisiert 29. Januar 2017, 19:27 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Nachhaltiger Gewinnschub für die US-Konzerne? Depotstratege Georgios Kokologiannis ist skeptisch. Sönke Niefünd würde derweil eine Kurskorrektur bei Siemens zum Einstieg nutzen. Die Musterdepots.

Aktien an der Wall Street sind zwar im Verhältnis zu der bisherigen Geschäftsentwicklung der US-Unternehmen extrem teuer. Doch wegen einer sich abzeichnenden deutlichen Aufwärtswende bei den Firmengewinnen wird sich die Überbewertung mit der Zeit wieder normalisieren. So in etwa lautet die Argumentation der meisten Optimisten an der weltweit richtungsweisenden Börse.

Doch das dürfte sich als Wunschdenken herausstellen: Neusten Daten zufolge ist Die US-Wirtschaft im vierten Quartal 2016 zu dem schwachen Wachstum zurückgekehrt, das seit dem Ende der Rezession Mitte 2009 die meiste Zeit zu beobachten war. Zudem ist der Auftragseingang bei Investitionsgütern im Dezember überraschend gesunken. Woher der erhoffte nachhaltige Gewinnschub in den Bilanzen kommen soll, bleibt mir schleierhaft.

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Wie das Handelsministerium in den USA im Rahmen einer ersten Veröffentlichung mitteilte, kletterte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Oktober und Dezember auf das Jahr hochgerechnet nur um 1,9 Prozent – deutlich geringer als Volkswirte mit 2,2 Prozent erwartet hatten. Im dritten Quartal war das BIP noch um 3,5 Prozent gewachsen. Laut Daten des Informationsdienstes Reuters bleibt die mittlere Wachstumsrate der Konjunkturerholung damit auf dem niedrigsten Niveau seit mindestens 1949.


Keine Zinswende in Europa in Sicht

Bei unseren heutigen und morgigen Kommentaren werden wir über das aktuelle Zinsumfeld in der Eurozone und entsprechende Anlagealternativen sprechen. An eine Zinswende ist in Europa derzeit nicht zu denken. Trotz der positiven Aussichten hält man das Glas für halb leer.

Die Arbeitslosenzahlen sind insgesamt noch immer sehr hoch. EZB-Chef Mario Draghi reagierte auf diesen Pessimismus mit einer Verlängerung seiner ultralockeren Geldpolitik. Unseres Erachtens kann man mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die kurzfristigen Zinsen in seiner Amtszeit, die 2019 endet, nicht mehr steigen werden. Wenn die US-Notenbank Draghi als Vorbild dient, dann wird es eine deutliche Änderung der Zinspolitik erst dann geben, wenn in der Eurozone eine nahezu Vollbeschäftigung herrscht und es ein gesundes nachhaltiges Wirtschaftswachstum gibt.

Gleichzeitig dürfte die Inflationsrate, zumindest in wirtschaftlich stärkeren Ländern,  deutlich anziehen, während die kurzfristigen Zinsen niedrig bleiben. Selbst Draghi geht davon aus, dass die Enteignung der Sparer erst in zwei Jahren ihren Höhepunkt erreichen wird. Daher hat er den Anlegern 2016 vorsorglich empfohlen, Gelder nicht auf Sparkonten liegen zu lassen!


Seitwärtsbewegung zu erwarten

Nachdem der Dow Jones die 20.000-Punkte-Marke in der vergangenen Woche durchbrochen hatte, erwarten wir in dieser Woche nun eine Seitwärtsbewegung. Die Marktteilnehmer setzen auf eine wirtschaftsfreundliche Politik des neuen Präsidenten Donald Trump. Das zeigt sich auch daran, dass enttäuschende US-Konjunkturdaten die Kurse in der vergangenen Woche nicht belastet haben.  

Auf Unternehmensseite gab es eine Flut von Zahlen. So wird das auch in der kommenden Woche sein. Letzte Woche haben am Donnerstag nach Börsenschluss Intel, Microsoft und die Google-Mutter Alphabet Einblick in ihre Bücher gegeben. Alphabet blieb im vierten Quartal hinter den Erwartungen zurück. Microsoft verdiente dagegen mehr als erwartet. Auch Intel übertraf mit Umsatz und bereinigtem Gewinn die Analystenschätzungen.

In der kommenden Woche legen unter anderem Infineon und Roche ihre Zahlen vor, bei denen wir seit langem investiert sind. Auch der Dax-Konzern Siemens kommt mit Zahlen. Wir würden gerne Siemens in unser Portfolio aufnehmen, jedoch ist der Kurs bereits stark gestiegen. Der Aktienkurs hält sich trotz ausbleibender Aktienrückkäufe stabil unter dem Rekordhoch aus dem Jahr 2000, und die Dividendenrendite kann sich mit 3,5 Prozent sehen lassen. 

Sollte Siemens die hohen Analystenerwartungen nicht erfüllen können, würden wir eine Kurskorrektur zum Einstieg nutzen.

Die Lufthansa-Aktie wurde von der Bank HSBC und dem britischen Broker Davy hochgestuft. Das verhalf dem Kurs zu einem Plus von 1,6 Prozent. Der Kurs unserer Nachranganleihe wurde dadurch ebenfalls unterstützt.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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