Musterdepots: Aufwind aus Japan

Musterdepots: Aufwind aus Japan

, aktualisiert 21. September 2016, 18:04 Uhr
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Sönke Niefünd

Quelle:Handelsblatt Online

Die geldpolitischen Entscheidungen der japanischen Notenbank beflügeln europäische Banktitel. Für den Depotstrategen Sönke Niefünd ist das allerdings nur ein kurzfristiger Effekt, der bald verpufft.

Die Börsen Europas haben am Mittwoch mit deutlichen Gewinnen auf die Beschlüsse der japanischen Notenbank reagiert. Diese will die Wirtschaft weiter so schnell wie möglich ankurbeln und den Banken vor allem auf der Zinsseite durch verschiedene Maßnahmen Luft verschaffen. Das gab den japanischen Bankenwerten Auftrieb und dieser Funke sprang auf die gesamte weltweite Branche über, sodass der Bankensektor in Europa mit einem Plus von 1,95 Prozent den Spitzenplatz unter den 19 Branchen einnahm.

Dabei fällt auf, dass insbesondere die schwächsten Bankenwerte die rasantesten Aufholjagden hinlegten. Im EuroStoxx, dem Leitindex der Eurozone, waren die Titel der ING Group Favorit mit plus 3,32 Prozent. Im englischen FTSE 100 Index legten die Aktie der Bank Barclays um 3,09 Prozent zu und im Pariser CAC 40 waren die Papiere der Credit Agricole Favorit mit plus 3,45 Prozent.

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Die jüngste Erholung basiert teilweise darauf, dass diese Titel zuvor auch am stärksten gefallen sind und weniger damit, dass sich die langfristigen Geschäftsaussichten dramatisch verbessert hätten.

Unserer Meinung nach entspannt sich die Lage nur kurzfristig, wir investieren weiterhin nicht in die Bankaktien. Denn die Stabilisierung an den Aktienmärkten anhält und die Rentenmärkte nicht einbrechen, dann dürfte das den Banken dabei helfen auskömmliche Ergebnisse zu erzielen.


Anpassung und Fortsetzung

Die Bank of Japan hat eine leichte Anpassung und gleichzeitig eine Fortsetzung ihrer ultralockeren  Geldpolitik angekündigt. Wider Erwartungen vieler Ökonomen wurde der Strafzins für das Liquiditätsparken bei minus 0,1 Prozent belassen. In der Eurozone liegt dieser Zinssatz übrigens bei minus 0,4 Prozent. Der negative Einlagenzins sollte die Banken dazu bewegen mehr Kredite zu vergeben.

Bisher hat dies jedoch weder in Japan noch in Europa zum gewünschten Effekt geführt. Ab sofort möchte die japanische Notenbank Maßnahmen ergreifen, welche eine bestimmte „Steilheit“ der Zinskurve steuern bzw. wiederherstellen sollten.

Mit den neuen Zielsetzungen werde laut Notenbankchef Haruhiko Kuroda  die Geldpolitik flexibler und nachhaltiger. Dies dürfte vor allem den  Finanzinstituten zugutekommen. Ansonsten strebt die Bank of Japan nach wie vor an, die Inflationsrate auf zwei Prozent zu bringen – bisher ohne Erfolg.

Die asiatischen Börsen haben mit steigenden Kursen auf diese Ankündigung reagiert. Bei unserem Musterdepot haben wir kein direktes Exposure in japanischen Titeln. Nichtdestotrotz verfolgen wir aufmerksam die Maßnahmen der japanischen Notenbank, denn nirgendwo sonst in den Industrieländern befindet sich derzeit das massive geldpolitische Experiment in einem fortgeschritteneren Stadium.     


Gerüstet für Volatilität

Es ist die Abneigung gegen extreme Wertschwankungen des investierten Vermögens, die viele Privatanleger davon abhält, Geld jenseits von Sparbüchern und Festgeldkonten anzulegen. Mit dem Musterdepot möchte ich aufzeigen, dass eine attraktive Rendite nicht im Widerspruch zu einer nervenschonenden Wertentwicklung des Ersparten steht.

Die Gesamtentwicklung soll so weit verstetigt werden, dass Anleger, die sich an dem Handelsblatt-Musterportfolio orientieren, niemals größere Verluste aussitzen müssen – und zwar unabhängig von ihrem Einstiegszeitpunkt. Hierfür nutze ich spezielle Absicherungsinstrumente – und passe regelmäßig die Investitionsquote an.

Im vergangenen Monat habe ich neben dem Bargeldbestand auch und den Anteil an Reverse-Bonuszertifikaten deutlich erhöht. Das soll dazu beitragen, die mindestens bis zu den US-Wahlen im November absehbar volatilen Börsenzeiten unbeschadet zu überstehen.

Denn solche Zertifikate entwickeln sich tendenziell entgegengesetzt zum Aktienmarkt und kompensieren dadurch zwischenzeitliche Verluste anderer Depotpositionen. So haben die im August erworbenen Reverse-Papiere, die sich auf den Dax beziehen, bereits knapp vier Prozent an Wert zugelegt (WKN: CD0EYZ).

Quelle:  Handelsblatt Online
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