Musterdepots: Beginn eines Kursfeuerwerks?

Musterdepots: Beginn eines Kursfeuerwerks?

, aktualisiert 26. September 2016, 17:34 Uhr
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Sönke Niefünd

Quelle:Handelsblatt Online

Der starke Ifo-Geschäftsklimaindex überrascht die Märkte. Die Musterdepotstrategen diskutieren die Möglichkeit für einen Angriff des Dax auf sein Jahreshoch. Worauf es diese Woche ankommt, damit das gelingt.

Die Notenbanken haben den Boden für ein mögliches Kursfeuerwerk an den Börsen im vierten Quartal 2016 in der vergangenen Woche bereitet -  bleiben jedoch Impulse durch fundamentale Daten aus, bleibt es womöglich zunächst bei einem Strohfeuer.

Vor diesem Hintergrund beobachten wir am Montag weitere Gewinnmitnahmen der  Marktteilnehmer an den deutschen Börsen und bleiben bei unserer Entscheidung, „das Pulver für weitere Zukäufe aktuell trocken zu halten“.

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Aber: Der mit 109,5 (Vormonat 106,3) Punkten veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex erreichte den höchsten Stand seit Mai 2014 – einen solch starken Anstieg hatten wir nach zuvor zwei Rückgängen in Folge so nicht erwartet. Möglicherweise ist dies – in Verbindung mit weiteren in dieser Woche veröffentlichten Konjunkturdaten – der Startschuss für das von Einigen (mangels Kapitalanlagealternativen) erwartete Kursfeuerwerk.

Am Dienstag werden in den USA der Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindex sowie das Verbrauchervertrauen veröffentlicht, am Mittwoch Auftragseingänge langlebiger Güter und am Freitag US-Konsumausgaben. Dazwischen gibt es am Donnerstag für Europa Daten zum Geschäftsklima und Verbrauchervertrauen.

Geopolitische Gefahrenherde wie der Krieg in Syrien dürfen zwar nicht gänzlich außer Acht gelassen werden, beeinflussen die Börsenentwicklung jedoch aktuell – wenn überhaupt – nur am Rande.


Goldener Herbst

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im September überraschend stark gestiegen. Nach den zwei Rückgängen in Folge in den Vormonaten ist das wichtige Barometer von 106,3 auf 109,5 Punkte gestiegen, während die Volkswirte im Durchschnitt mit einem minimalen Wachstum auf 106,4 Zähler gerechnet haben.

Besonders positiv ist bei der aktuellen Umfrage die Tatsache, dass eine bessere Stimmung  der Entscheidungsträger in faktisch allen Wirtschaftsbereichen festzustellen war. Der Indexstand bei der Bauwirtschaft ist auf ein Rekordniveau geklettert. Ebenfalls zuversichtlicher zeigten sich die Vertreter des Groß- und Einzelhandels. Im verarbeitenden Gewerbe hellte sich die Stimmung ebenso auf, vor allem bei den Geschäftserwartungen.

Das entsprechende Sub-Barometer ist um mehr als 10 Punkte angesprungen. Der ifo-Chef Clemens Fuest sagte zu den Ergebnissen: „Die deutsche Wirtschaft erwartet einen goldenen Herbst“. Ob es wirklich dazu kommen wird, werden die nächsten Monate zeigen. Aus unserer Sicht wäre derzeit ebenso zu früh zu behaupten, dass das Brexit-Referendum für die Konjunktur ein abgeschlossenes Thema sei. Nichtsdestotrotz scheinen die Manager zumindest auf der Stimmungsebene den kommenden Austritt Großbritanniens weggesteckt zu haben. 


Kein deutsches Lehman

Sollte solch ein Szenario tatsächlich eintreten, wird selbst der bisher unerschütterliche Glaube der Anleger in die vermeintliche Allmacht der Notenbanken einen Börsenabsturz nicht abwenden: Laut einem Medienbericht habe Kanzlerin Angela Merkel signalisiert, dass der unter Druck stehenden Deutschen Bank auch im Notfall nicht mit Staatshilfen unter die Arme gegriffen werde. Ganz anders also als etwa bei der Commerzbank in der Finanzkrise.

Die Aussicht auf so viel – nicht ganz freiwillig verordnetete – Marktwirtschaft für die hiesige Finanzbranche mit Blick auf das kommende Wahljahr ist Aktionären nicht geheuer, wie die jüngsten Kursverluste am Montag zeigen: Statt wie von den meisten Experten kürzlich prognostiziert sein Jahreshoch ins Visier zu nehmen, brach der Dax zum Wochenstart um mehr als zweihundert Punkte ein - auf unter 10.400 Zähler. Angeführt von der Aktie der Deutschen Bank, die um rund sieben Prozent auf ein neues Allzeittief einbrach.

In Zusammenhang mit den wachsenden Problemen beim größten deutschen Finanzinstitut rückt das Thema Emittentenbonität wieder stärker in den Fokus von Zertifikateanlegern. Hintergrund: Bei solchen Anlagepapieren handelt es sich im Prinzip um eine Art von Inhaberschuldverschreibungen der Emittenten – also spezielle Bankanleihen.

Gerät ein Geldhaus so stark in Schieflage, dass es seine Verbindlichkeiten nicht mehr begleichen kann, droht also schlimmstenfalls der Totalausfall des investierten Kapitals. Ich halte solch ein Szenario für eine systemrelevante deutsche Bank allerdings trotz aller politischer Lippenbekenntnisse für völlig abwegig – und ein nur theoretisches Risiko. Niemals wird man einen zweiten Fall „Lehman Brothers“ zulassen, solange sich das nur irgendwie abwenden lässt.

Was Anleger bei Ihren Abwägungen pro und contra Zertifikaten zudem bedenken müssen: Sollte in unmittelbarer Zukunft dennoch irgendwann selbst die Pleite einer bedeutenden Großbank nicht mehr zu verhindern sein, dann würden mit Sicherheit auch Aktien- und Fondsanleger schlagartig den Großteil ihres Einsatzes verlieren. Die Kursbeben an den Börsen wären in diesem Szenario zweifelsohne so unkontrollierbar wie verheerend - nicht nur bei Zertifikaten.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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