Musterdepots: Bonuszertifikate schlagen den Dax

Musterdepots: Bonuszertifikate schlagen den Dax

, aktualisiert 19. Oktober 2016, 17:11 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Deutlich besser entwickelt als der deutsche Aktienindex haben sich in den vergangenen Monaten spezielle Anlageprodukte, die auch im Handelsblatt-Depot eingesetzt werden. Das zeigt eine aktuelle Analyse.

Wer im vergangenen Quartal mit Hilfe von sogenannten Bonuszertifikaten auf den Dax gesetzt hat, erzielte im Schnitt eine 3,3 Prozent höhere Rendite als bei einem Direktinvestment in den deutschen Aktienindex. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des Datendienstleisters SmartTrade, der für Investoren, Banken und Asset Manager Risiken berechnet und Finanzinstrumente bewertet.

Hintergrund: Bonuszertifikate sind besonders geeignet für Marktphasen, in denen die Aktienmärkte längere Zeit tendenziell auf der Stelle treten oder sich nur zögerlich in eine bestimmte Richtung bewegen - so wie zuletzt. Auch im Handelsblatt-Musterdepot werden diese Anlageprodukte daher regelmäßig erfolgreich eingesetzt.

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Bonuszertifikate sind verhältnismäßig einfach aufgebaute Derivate und können Verlustrisiken im Depot verringern. Vor allem in Börsenphasen wie momentan, in denen die Aktien- und Rohstoffmärkte seitwärts laufen oder nur leicht steigen oder fallen, spielen Bonuszertifikate ihre Stärken aus.

Das liegt an ihrem Aufbau: In ihrer einfachsten Form werden diese Papiere durch zwei Kursschwellen charakterisiert. Zum einen durch die sogenannte "Barriere" auch Absicherungsniveau genannt, die bei Emission des Zertifikats unterhalb des Kurses des Basiswerts festgesetzt wird. Zum anderen durch das "Bonuslevel", das über der zu diesem Zeitpunkt aktuellen Notierung angesiedelt ist.

Solange der Kurs des Basiswerts - das kann zum Beispiel eine Aktie oder ein Börsenindex sein - während der Laufzeit nie bis auf die Barriere fällt, erhalten Anleger bei Fälligkeit des Produkts einen fixen Bonusbetrag ausbezahlt.

Grundsätzlich gilt: Wählt der Anleger ein Produkt mit einer sehr tiefen Barriere, ist sein Einsatz vergleichsweise gut abgesichert. Im Gegenzug fällt der Bonus dann aber entsprechend geringer aus. Wer eine hohe Bonusrendite im Auge hat, muss einen kleineren Risikopuffer in Kauf nehmen. Bleibt die Barriere unversehrt, gibt es den Bonus. Nur falls die Barriere gerissen wird, können zum Laufzeitende Verluste entstehen.

Nicht nur Dax-Bonuszertifikate haben sich zuletzt vorteilhaft entwickelt: Zwischen Anfang Juni und Ende September dieses Jahres haben nur drei Prozent von insgesamt 315.000 Papieren, die SmartTrade untersucht hat, einen Barriere-Bruch erlitten.


Unterbewertetes Aktienportfolio

Einmal im Monat widmen wir uns regelmäßig dem Thema der Bewertung des Aktienkernportfolios, welches rund 70 Prozent unseres Musterdepots ausmacht und derzeit 15 Einzeltitel enthält. Der Rest wird in die Zertifikate auf Basis der ausgewählten Strategien von der innovativen Social-Trading Plattform wikifolio.com investiert. Das Aktienkernportfolio weist im Vergleich zum breiten Stoxx Europe 600-Index eine signifikante Unterbewertung auf.

Die gewichtete Dividendenrendite liegt bei etwa 3,6 Prozent, das gewichtete Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 1,3 und das gewichtete Kurs-Cash-Flow-Verhältnis bei 6,5. Laut unseres Bewertungsmodells gehören 12 von 15 Aktien zum Top-Quartil, d.h. zu den günstigsten 25 Prozent aller Titel des Anlageuniversums. Die relative Unterbewertung des Portfolios ist trotz einer merklichen Outperformance des Musterdepots gegenüber dem Vergleichsindex nur leicht zurückgegangen.

Zu den bisher erfolgreichsten Aktieninvestments gehören unter Berücksichtigung aller stattgefundenen Ausschüttungen die beiden finnischen Titel UPM Kymmene und Kesko, französischer Autobauer Peugeot und spanischer Versorger Iberdrola. Neben einer Unterbewertung zählt eine niedrige Zahl der Transaktionen, was kostensparend wirkt, zu den wichtigsten Merkmalen des Musterdepots.


Reduziert die EZB ihre Anleihekäufe?

Am Kapitalmarkt werden die Anleger schon vor den Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag vorsichtiger. Nicht zuletzt stellt sich die Frage, wie stark EZB-Präsident Mario Draghi Gerüchten entgegentreten werde, dass die EZB ihr Ankaufprogramm nur mit einem reduzierten Volumen fortführen werde. Der weiterhin zur Schwäche tendierende Euro wirkt leicht stützend für europäische Aktien. Der anstehende kleine Verfallstermin der Optionen auf Aktien und Indizes an den europäischen Terminbörsen am Freitag stützt zudem.

Auch die US-Berichtssaison läuft bislang überwiegend positiv. Nachdem die Wall Street am Vortag leichte Gewinne ins Ziel gerettet hat, scheint nun der Mut der Anleger zu schwinden. Die Geschäftsausweise von Halliburton und Morgan Stanley sowie Daten vom Immobilienmarkt sind wichtige Impulsgeber in Amerika gewesen. Insofern könnte sich die Wall Street diese Woche doch noch in die eine oder andere Richtung entscheiden. Zwar verbuchte die Wall Street am Vorabend die höchsten Aufschläge im laufenden Monat. Allerdings blieb es bei dem seit einiger Zeit zu beobachtendem Muster, dass der US-Aktienmarkt frühe Gewinne nicht bis zur Schlussglocke verteidigen kann.

Der Chiphersteller Intel hat seinen Gewinn im dritten Quartal dank eines relativ soliden Geschäfts mit PC-Halbleitern sowie der Nachfrage nach Cloud-Anwendungen gesteigert und die Erwartungen übertroffen. Der Umsatzausblick für das Schlussquartal enttäuschte allerdings. Die Aktie fällt um mehr als 4,8 Prozent.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Quelle:  Handelsblatt Online
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