Musterdepots: Chaotische Kommunikationspolitik der Fed

Musterdepots: Chaotische Kommunikationspolitik der Fed

, aktualisiert 17. August 2016, 20:10 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Anleger dürfen auf die wechselnden Äußerungen von US-Notenbankern über die künftige Zinspolitik nicht allzu viel geben, meint Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis. Besser ist es, sich selbst eine Meinung zu bilden.

FrankfurtNachdem der US-Notenbanker William Dudley diese Woche laut über eine Zinserhöhung im September nachgedacht hat, ist die Euphorie an den Aktienmärkten vorerst verflogen. Denn bisher erwarteten die meisten Investoren frühestens zum Jahresende einen weiteren Zinsschritt nach oben – nach den Präsidentschaftswahlen in den USA. Doch Dudley behauptet nun, der Urnengang im November spiele für die Geldpolitik keine Rolle.

Verlassen sollten sich Anleger aber besser nicht darauf. Denn das Verwirrspiel um die künftige Geldpolitik der US-Zentralbank Fed unter der Ägide ihrer Chefin Janett Yellen wird munter weitergehen. Erfahrungsgemäß dürfte sich schon bald ein US-Währungshüter melden, der Dudley widersprechen wird. Einmal hü und einmal hott scheint das Motto der Fed zu lauten.

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Besonders eindrücklich war dies zuletzt etwa im Vorfeld des Brexit-Referendum im Juni zu beobachten: Kurz nachdem damals gleich mehrere Ratsmitglieder betont hatten, das Thema „Brexit“ werde angeblich keine Auswirkungen auf die nächste Zinsentscheidung der Fed haben, behauptete ein anderer US-Währungshüter das Gegenteil: Die weltweit bedeutendste Notenbank würde sehr wohl die Möglichkeit eines Austritts Großbritanniens aus der EU berücksichtigen.

Ob hinter diesem chaotischen Kommunikationsverhalten Kalkül oder schlicht Unvermögen steckt, werden Anleger wohl nie erfahren. Klarheit über die weitere Zinspolitik und weniger Nervosität an den Börsen wird so jedenfalls nicht geschaffen. Investoren bleibt nichts anderes übrig, als sich verlässlichere Erkenntnisquellen zu suchen – und danach zu entscheiden wie sie sich bis zum Fed-Zinsentscheid im kommenden Monat positionieren möchten.


Schwellenländer-Fonds als Beimischung sinnvoll

Die Rendite der zehnjährigen portugiesischen Staatsanleihe ist nach einer negativen Äußerung einer Ratingagentur um 15 Basispunkte auf 2,83 Prozent gesprungen. Auch fünf Jahre nach der Eurokrise zeigt sich große Nervosität, Staatsanleihen bleiben für uns auf diesem Renditeniveau nicht investierbar.

Der US-Dollar preist dagegen allen Äußerungen amerikanischer Notenbanker zum Trotz eine Zinserhöhung in 2016 aus und tendiert gegen den Euro eher schwächer. Dies wiederum ist im Zusammenhang mit stabilen bis steigenden Rohstoffpreisen eher gut für Schwellenländer, weil diese Länder sowohl Rohstoffproduzenten als auch im US-Dollar mit neun Billionen Dollar verschuldet sind.

Die Bedeutung dieser Länder für die Weltwirtschaft wird unseres Erachtens steigen, da die Industriestaaten kaum wirtschaftlich wachsen dafür aber umso höher verschuldet sind. Anleger sollten deshalb über die Beimischung von Schwellenländer ETFs (Exchange Traded Funds) nachdenken.

Von Unternehmensseite hat der Bezahldienstleister Wirecard gute Zahlen berichtet. Der Umsatz kletterte im zweiten. Quartal von 180 Millionen Euro auf 241 Millionen Euro; das Ebitda erhöhte sich auf 70,37 Millionen Euro von 52,27 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die Prognose für das Jahr 2016 wurde voll bestätigt. Der Trend zum bargeldlosen Zahlen wird sich unseres Erachtens auch durch steigenden Onlinehandel fortsetzen, Zahlungen per Smartphone wird durch sichere Apps in Zukunft deutlich populärer werden, Unternehmen wie Paypal, Apple und Alibaba könnten davon ebenfalls profitieren.


Größte Volkswirtschaft Welt kann man nicht ignorieren

Das „Social Trading“-Depot hat einen klaren Fokus auf europäische Aktien. Dies wird zu 70 Prozent über Einzeltitel und zu etwa 18 Prozent über Wikifolio-Zertifikate realisiert. Die verbleibenden zwölf Prozent sind in das „Dogs of the Dow Low Five“-Wikifolio von Thomas Riepl sowie in das „ETF-Werte des ICAX“-Wikifolio von Uwe Freier investiert und bilden unser Exposure in der größten Volkswirtschaft der Welt, den USA.

Ein US-Exposure zwischen zehn und 15 Prozent stellt eine strategische Position dar und wird seit Auflage des Musterdepots gehalten. Die Produktivität, die Flexibilität und die Innovationskraft der US-amerikanischen Volkswirtschaft geben zusammen mit einem Niedrigzinsumfeld einen Schub für die Aktienmärkte jenseits des Atlantiks.

Die makroökonomischen Juli-Daten sprechen für eine weiterhin günstige Konjunktur. Die Beschäftigung sowie die Erwerbsquote sind  gestiegen, die Arbeitslosenquote bleibt unter fünf Prozent, was für den Konsumsektor wichtig ist. Die gestiegenen Stundenlöhne wirken ebenfalls stimulierend auf die Konsumausgaben.

Gleichzeitig ist die US-Konjunktur nicht überhitzt und die Inflation bleibt unter dem Zielwert von zwei Prozent, was eine eventuelle Zinserhöhung seitens der US-Notenbank Fed verzögern würde. Der US-Aktienmarkt ist zwar nicht günstig – im globalen Kontext ist er aber zu wichtig, um ignoriert zu werden.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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