Musterdepots: Das Ende der Übertreibung

Musterdepots: Das Ende der Übertreibung

, aktualisiert 01. Februar 2017, 19:11 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Nach 36 Monaten Musterdepots wird es mal wieder Zeit, dass Georgios Kokologiannis eine Bilanz zieht. Der Handelsblatt-Autor setzt weiterhin auf seinen defensiven Kurs. Warum ihm die Einschätzung der Banken dabei hilft.

Frankfurt36 Monate sind vergangen seit Auflegung des Musterdepots. Zeit für die regelmäßige Zwischenbilanz. Die Wertentwicklung des Portfolios ist zuletzt etwas unter die langfristig anvisierte Renditespanne von sechs bis acht Prozent pro Jahr gerutscht: Umgerechnet entspricht das Plus einem jährlichen Ertrag von 5,3 Prozent.

In den Zielkorridor zurückkehren wird er, sobald die Übertreibungsphase am Aktienmarkt ausläuft: Falls Dax & Co. nur noch auf der Stelle treten oder nach unten korrigieren, steigt der Portfoliogewinn bis Dezember auf über 26 Prozent – das wären knapp über acht Prozent per annum.

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Bei einem Dax-Stand von über 11.800 Punkten hatte ich zuletzt in neue Reverse-Bonus-Zertifikate (WKN: DL7H20) investiert. Solange der deutsche Leitindex bis Ende dieses Jahres nicht auf 12.900 Punkte steigt, ist damit ein Gewinn von rund 16 Prozent möglich – selbst wenn die aktuelle Übertreibung an den Börsen nicht in eine überfällige Korrektur mündet.

Zumindest wenn man den Banken Glauben schenken kann, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich das Produkt erfolgreich entwickelt: Kein einziges vor Kurzem vom Handelsblatt befragtes Institut erwartet in seiner Jahresendprognose, dass 2017 solch ein hohes Indexniveau markiert wird. Selbst die größten Optimisten sehen den Dax nie oberhalb von 12.500 Punkten notieren.


Apple meldet sich zurück

Nach den mit Spannung erwarteten Unternehmenszahlen von Apple für das erste Quartal legte der Aktienkurs zwischenzeitlich um mehr als fünf Prozent zu. Der amerikanische Elektronikkonzern hat seinen jüngsten Negativtrend an Umsatzrückgängen beenden können und ist wieder auf Wachstumskurs.

Im wichtigen Weihnachtsquartal verkaufte der Konzern mit 78,3 Millionen Smartphones 3,5 Millionen mehr als ein Jahr zuvor – und damit auch mehr als von Experten erwartet. Der Gewinn je Aktie von 3,36 Dollar war um 15 Cent besser als erwartet. Das iPhone ist das mit Abstand wichtigste Produkt von Apple, es stand im jüngsten Quartal für 69 Prozent des gesamten Umsatzes.

Damit übertraf der US-Technologiekonzern nicht nur die Prognosen von Analysten, sondern auch die eigenen. Der Überschuss fiel nur noch um 2,7 Prozent auf 17,9 Milliarden Dollar. Im Vierteljahr zuvor war er noch um fast ein Fünftel eingebrochen.

Positiv bewerten wir, dass Apple auf einem guten Weg ist, die Abhängigkeit vom Umsatz des iPhones zu reduzieren. Im abgelaufenen Quartal hat einmal mehr das Dienstleistungssegment, zu dem die Musikplattform Apple Music, der Bezahldienst Apple Pay sowie der App Store gehören, überzeugt. Der Umsatz dieser Sparte erhöhte sich um 13 Prozent auf fast 7,2 Milliarden US-Dollar.

Apple hat fast 230 Milliarden US-Dollar Bargeld bei ausländischen Tochtergesellschaften im Bestand. Eine Rückführung in die USA würde eine hohe Besteuerung mit sich bringen. US-Präsident Donald Trump möchte mittels einer Steuerreform die Unternehmen dazu bewegen, solche Auslandsgewinne in die Vereinigten Staaten zu führen.

Allein bei der Betrachtung der Nachhaltigkeit hat Apple in Teilbereichen Verbesserungspotenzial. Dies zeigt sich in den Bereichen Environment (E) = 65,0, Social (S) = 83,9 und Governance (G) = 65,0, Apple erreicht einen durchschnittlichen ESG-Wert von 71,3 Punkten.


Verschnaufpause im Januar

Nach einem fulminanten Jahresendspurt haben sich die internationalen Aktienbörsen im Januar eher eine Verschnaufpause gegönnt. Nur der US-amerikanische Leitindex S&P 500 legte fast zwei Prozent in der Originalwährung zu und markierte Ende des Monats ein Allzeithoch. Die Euro-Anleger, die in den USA investiert sind, konnten allerdings davon nicht profitieren, da der US-Dollar gegenüber dem Euro im Januar deutlich nachgegeben hat. Der Euro Stoxx 50 hat im Berichtsmonat einen Rückgang von 1,8 Prozent verzeichnet, während der Dax mit einem Plus von 0,5 Prozent leicht zugelegt hat.

Unser Musterdepot konnte in diesem Umfeld eine moderate Wertsteigerung von 0,8 Prozent erzielen. Maßgeblich für diese leicht positive Entwicklung waren im Januar die Wikifolio-Zertifikate. Vor allem das „ETF-Werte des ICAX“ von Uwe Freier sowie das „Dividende und Eigenkapital Deutschland“ von Holger Degener leisteten mit plus 3,2 Prozent beziehungsweise plus 2,7 Prozent sehr wichtige Beiträge zur Gesamtentwicklung.

Bei den Einzeltiteln bildeten erneut die Minenaktien Anglo American und BHP Billiton sowie der französische Autobauer Peugeot den Kreis der Performancespitzenreiter des Monats. Zu den größten Verlierern gehörten UPM Kymmene aus Finnland und Eni aus Italien. Unter dem Strich konnten wir den Vorsprung zu den europäischen Benchmark-Indizes ausbauen und im Laufe des Berichtmonats ein neues Allzeithoch verzeichnen.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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