Musterdepots: Das Grundvertrauen in den deutschen Aktienmarkt

Musterdepots: Das Grundvertrauen in den deutschen Aktienmarkt

, aktualisiert 20. September 2016, 18:04 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Eine Sentimentanalyse sagt dem deutschen Aktienmarkt eine hoffnungsvolle Entwicklung voraus. Musterdepotstratege Georgios Kokologiannis steht solchen Analysen aber skeptisch gegenüber. Die Musterdepots im Überblick.

Die Zuversicht in deutsche Aktientitel steigt auf ein neues Jahreshoch. Darauf deuten Indikatoren des Analysehauses Sentix hin. Die Fachleute untersuchen regelmäßig das Befinden der Anleger und ziehen daraus Schlüsse für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten. Bereits seit Februar erhöhe sich das Grundvertrauen der professionellen Anleger in Dax-Werte kontinuierlich, so die Beobachtung der Experten.

Gleichzeitig bleibe die kurzfristige Stimmung zwar gedämpft. Insgesamt sei dies ein positives Signal für die weitere Dax-Entwicklung. Das Fazit deckt sich mit dem jüngsten Ergebnis einer Sentiment-Auswertung, die das Handelsblatt in Zusammenarbeit mit dem Analysehaus Animusx regelmäßig erstellt. Auch hier werten die Fachleute unter dem Strich den aktuellen Gemütszustand der Investoren tendenziell positiv.

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Die jüngste Schwächephase am hiesigen Aktienmarkt drückt zwar auf die Stimmung der Anleger. Kurzfristig fürchten sie daher zunehmend eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung. Auf lange Sicht dagegen sei eine hohe Investitionsbereitschaft zu beobachten.

Ich stehe Sentimentanalysen zum hiesigen Aktienmarkt skeptisch gegenüber, die auf Basis der Befragung inländischer Marktbeobachter entstehen. Schließlich gehört die Mehrheit der Dax-Aktien ausländischen Anteilseignern. Deren Markterwartungen können ganz anders aussehen als die der heimischen Investoren – und dürften sich in den üblichen Sentiment-Analysen nicht zwingend wiederfinden. Das birgt hohes Potenzial für Fehlsignale der Sentiment-Analysen.

Im Dax etwa lag laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) der Anteil der Auslandsinvestoren am Aktienkapital im Frühsommer bei mehr als 55 Prozent. Rund drei von zehn Aktien gehören demnach Anlegern aus dem europäischen Ausland. Jede fünfte Aktie befindet sich sogar im Besitz von Investoren aus den USA und Kanada. Zudem waren bei 19 der 30 Dax-Unternehmen ausländische Eigentümer in der Mehrheit.


Gold und Silber als Schutz vor Schocks

Vor der anstehenden Fed-Sitzung am Mittwochabend ist der Goldpreis leicht gestiegen. Gold und Silber bleiben bei niedrigen Zinsen und relativ teuren US-Aktien interessant, da sich Investoren damit vor politischen und wirtschaftlichen Schocks schützen wollen.

Wir halten es für gut möglich, dass in diesem Jahr noch ein Kurs um die Marke von 1.500 US-Dollar pro Feinunze erreicht wird – die guten Gründe für den Golderwerb sind eher mehr als weniger geworden. Bisher haben wir bei einem Goldpreis in der Bandbreite von 1.220 bis 1.250 US-Dollar Chancen für Zu- bzw. Neukäufe gesehen. Diese Bandbreite haben wir nun etwas erhöht und erwerben für etwa fünf Prozent des Portfoliovermögens Xetra-Gold (ISIN DE000A0S9GB0).

Gold verbessert die Risiko-Streuung in unserem Portfolio. Denn historisch gesehen besteht nur eine geringe Wechselbeziehung zwischen Gold und anderen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Immobilien. Fallen bei diesen Anlageklassen die Kurse, ist der Goldpreis davon zumeist nicht betroffen. Steigen die Börsen, fällt Gold allerdings manchmal.

Xetra-Gold ist ein Exchange-traded Commodity (ETC) (ISIN DE000A0S9GB0), das Ende Dezember 2007 von der Deutsche Börse auf den Markt gebracht wurde. Das Wertpapier wird an der Börse, konkret am Handelsplatz Xetra, in Euro gehandelt. Der Wert des ETCs bezieht sich auf ein Gramm Feingold.

Jedes Wertpapier verbrieft die Lieferung von Gold, d. h. der Käufer des ETCs kann sich den Gegenwert in Gold ausliefern lassen. Das Gold wird im Tresor der Clearstream International S.A. (Tochtergesellschaft der Deutsche Börse AG) verwahrt.

Genau genommen sind ETCs keine Fonds, sondern spezielle Zertifikate. Rechtlich gesehen sind sie keine Sondervermögen und damit nicht frei von Ausfallrisiken, wenn es zu einer Insolvenz des Emittenten kommt. Kommt es zu einer Insolvenz des Wertpapier-Emittenten, können Gläubiger nicht auf ein Fonds-Sondervermögen zurückgreifen, sondern im Zweifel nur auf die physische Goldbesicherung.


Kingfisher ist auf dem richtigen Weg

Der britische Baumarktbetreiber Kingfisher hat am Dienstag seine Halbjahresergebnisse präsentiert. Der Vorsteuergewinn ist im Vergleich zur Vorjahresperiode um 13,5 Prozent und der Umsatz um 2,7 Prozent gewachsen, was über den Erwartungen der Analysten lag.

Das Profitabilitätssteigerungsprogramm, welches Anfang des Jahres ins Leben gerufen wurde und bis 2021 laufen soll, zeigt nun erste Wirkung. Da das Unternehmen mehr als 50 Prozent seines Umsatzes im Ausland generiert, konnte es außerdem von der starken Abwertung des britischen Pfunds profitieren. Laut Kingfisher-Chefin Veronique Laury habe das Ergebnis des Brexit-Referendums bisher keine negativen Auswirkungen hervorgerufen

Ausgerechnet der Heimatmarkt sowie das gut laufende Geschäft in Polen haben maßgeblich zum soliden Halbjahresergebnis beigetragen. Der Ausblick für die Geschäftsentwicklung in Frankreich – den derzeit profitabelsten Markt für Kingfisher – ist dagegen eher zurückhaltend ausgefallen. Unter dem Strich befindet sich der größte europäische Baumarktbetreiber unseres Erachtens auf dem richtigen Pfad. Die Aktionäre profitieren zusätzlich in den nächsten drei Jahren von einem Rückkaufprogramm in Höhe von 600 Millionen Pfund.       

      


Quelle:  Handelsblatt Online
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